Concordia Nowawes

Auftaktniederlage der Erwachsenen

Vom 22.08.2023

Zum Punktspielauftakt verlor unser Erwachsenenteam am Sonntagnachmittag bei sommerlicher Hitze gegen den USV Potsdam mit 0:3. Zwar erwischte der Gastgeber den besseren Start und führte schon nach wenigen Minuten per Elfmetertor mit 1:0, aber Concordia kam danach immer besser ins Spiel. Nach der Pause übernahmen die Nowaweser dann die Initiative und zeigten ansehnliche Kombinationen. Vor dem Tor fehlte es aber an Durchschlagskraft. Durch 2 Tore in Schlussminuten machten die Unisportler dann den Sack zu.

Mehr Fotos gibt es HIER.

Concordia-Ferienspiele 2023

Vom 22.08.2023

Auch in diesem Jahr finden in der ersten Woche der Herbstferien (23.-27.10.2023) wieder die Concordia-Ferienspiele statt. Diesmal können Mädchen und Jungen der Geburtsjahrgänge 2011 bis 2013 teilnehmen.

Wenn ihr also bei einer erlebnisreichen Ferienwoche mit viel Freundschaft, Fußball und Concordia mitmischen wollt, meldet euch rechtzeitig an. Auch diesmal ist die Zahl der teilnehmenden Kinder leider aus Platzgründen begrenzt.

Zum Anmeldezettel geht es HIER.

Vielleicht erkennt ihr ja den einen oder anderen Spieler unserer Ersten auf dem Foto von unseren ersten Ferienspielen.

Erwachsene starten Saisonvorbereitung

Vom 31.07.2023

Während unsere Kinder- und Jugendteams noch ihre Sommerferien genießen, haben die Erwachsenen am Freitag wieder mit dem Training begonnen.

Wer das Team verstärkt und wer erst einmal neue Wege geht, hat Trainer Josef Bauer bereits im Interview verraten.

Bevor Concordias Erwachsene am 20.08. beim USV Potsdam in die neue Punktspielsaison in der 1. Kreisklasse starten, dürfen sich die Concordia-Fans auf interessante Vorbereitungsspiele freuen:

Donnerstag, 03.08. 19.30 Uhr Sandscholle
SV Babelsberg 03 II

Sonntag, 06.08. 15.00 Uhr Sandscholle
SV Ruhlsdorf I

Sonntag, 13.08. 15.00 Uhr in Rehbrücke
SV 05 Rehbrücke

Wir freuen uns über zahlreichen und lautstarken Support!

Im Interview (Folge 27): Josef Bauer

Vom 25.07.2023

Josef Bauer spielte beim FV Turbine Potsdam 55, als es dort noch Jugendteams in der Landesklasse gab. Vor 12 Jahren fand er den Weg zu Concordia und trainierte 9 Jahre Kinder und Jugendliche, bevor er vor 3 Jahren mit Roman Böttcher unser erstes Erwachsenenteam übernahm. Wir haben mit ihm über Violinenunterricht und Leicht-athletik, über die linke Offensivseite und Mobus Schlatter, über den Reiz des Trainings mit Jugendlichen und Erwachsenen, über sportliche Highlights und emotionale Verabschiedungen, über die Niederlage der B-Junioren im Pokalfinale, über Lern- und Entwicklungsprozesse im Erwachsenenteam, über die Fair Play Wertung, über die bevorstehende Saison in der 1. Kreisklasse und über seine persönlichen und sportlichen Pläne geredet.

Hallo Josef, seit wann interessierst Du Dich für Fußball? Hast Du selbst einmal gespielt?

Josef Bauer: Fußball hat mich bereits seit der Grundschule sehr interessiert. Ich habe jede freie Minute auf dem Bolzplatz verbracht, war in jeder Schulmannschaft bei Turnieren dabei. Dennoch war die organisierte Freizeit-gewichtung bei mir lange anders verteilt. Ich habe an der Musikschule 13 Jahre lang Violine spielen gelernt. Das hatte nicht bei mir aber bei meinen Eltern immer oberste Priorität. Und ich war zunächst im Leichtathletikverein angemeldet. In einem Fußballverein bin ich erst in der C-Jugend beim FV Turbine Potsdam 55 in der Landesklasse aktiv geworden. Dort habe ich mir in kurzer Zeit einen Stammplatz auf dem linken offensiven Flügel, später ganz alleine auf der linken Seite, erspielt. Irgendwann hörte ich aufgrund von dauerhaften Knieproblemen bei zu hoher Belastung (Morbus Schlatter), wegen einer Verletzung, aus persönlichen Gründen und wegen vielen anderen Interessen mit dem aktiven Vereinsfußball auf. Meine Liebe zum Fußball ist aber immer ganz groß geblieben. So lange es mein linkes Knie zuließ, hat man mich trotzdem auf den Bolzplätzen der Stadt mit dem Ball am Fuß rumlaufen sehen.

2000 Meter-Lauf im Luftschiffhafen
Siegerehrung im Luftschiffhafen nach der Stadtmeisterschaft über 2000 Meter 1995
Wandern im Stubaital 1995
Im Ötztal 1998

Wie bist Du zu Concordia gekommen?

Josef Bauer: Das ist schon sehr lange her mittlerweile. Ich weiß noch, dass mich die damalige Freundin unseres großen Präsidenten, die liebe Ulla, auf unserer Arbeit angesprochen hat, ob ich nicht Lust hätte mal rein zu schnuppern, weil ein neuer alternativer Jugendverein noch Übungsleiter sucht für seine neuen Punktspiel-mannschaften. Sie kannte meine damalige brennende Leidenschaft für den SV Babelsberg 03 und den Sport. Dann wurde ich von unserem Präsidenten zu einem Probetraining eingeladen und schon stand ich mit Steffen, zusammen (er war kurz vor mir dazu geholt worden) vor einer kleinen Gruppe 7-jähriger Kinder und leitete ein kleines Training an. Am Ende des Trainings wurde dann von unserem lieben Steffen vor den Kindern verkündet, ohne mich vorher nochmal zu fragen, dass Steffen und ich die neuen Übungsleiter sind. Natürlich gab es danach nochmal ein kurzes Gespräch mit Steffen, unserem Präsidenten, Lutz und Olli. Aber nach der lieben Ansage von Steffen vorher vor den Kindern, konnte ich dann nicht mehr nein sagen, auch wenn ich mir in dem Moment noch gar nicht sicher war, ob ich das zeitlich und inhaltlich überhaupt stemmen kann. So bin ich also mit eingestiegen und bis heute geblieben.

Was hat Dich an der Aufgabe, ein Jugendteam zu trainieren, gereizt?

Josef Bauer: Es war in erster Linie nicht die Aufgabe ein Jugendteam zu trainieren, sondern es war meine Liebe zum Fußball, die mich gereizt hat, auch Aufgaben in diesem Bereich zu übernehmen. Zudem war es auch die alternative Herangehensweise von Cordi, die mich angesprochen hat. Die Freude in den Kinderaugen während und nach meinem ersten Training hat dann die letzte Überzeugungsarbeit geleistet.

Welche Teams hast Du bei Concordia trainiert, bevor Du das Erwachsenenteam mit Roman übernommen hast?

Josef Bauer: Das erste Team war der Jahrgang 2004, den ich mit Steffen zusammen 4 Jahre trainiert habe. Wir sind damals als einziges Team von Cordi als F2-Jugend in den Punktspielbetrieb gestartet. Das war ein sehr schweres Jahr, und ich finde es gut und sinnvoll, dass das nie wieder gemacht wurde und die Kinder bei uns frühestens erst ein Jahr später in den Wettbewerb starten [Anmerkung der Redaktion: Inzwischen meldet Concordia sogar erst ab den E-Junioren für den Spielbetrieb, weil die neuen Spielformen im F-Alter nicht zu unserer Vereinsphilosophie passen]. Nach den 4 Jahren mit den 2004ern habe ich den Jahrgang 2006, zusammen mit Balthi und Franz als meine Co-Trainer, übernommen. 5 Jahre habe ich diese Aufgabe mit ganz viel Herz und Leidenschaft gemacht. Ichhabe die 2006er im ersten Corona-Jahr noch aufs Großfeld geführt. Danach brauchte die Mannschaft wieder neuen Input und ich eine neue Aufgabe oder Herausforderung.

2015 mit dem Jahrgang 2006

An welche Spiele oder Erlebnisse aus dieser Zeit wirst Du Dich noch in 20 Jahren erinnern?

Josef Bauer: Es gibt viele schöne Erlebnisse aus der Zeit. Sportlich war natürlich der erste 2. Platz mit den 2004ern als F1 bei einem Turnier in Saarmund ein tolles Erlebnis. Auch die Meisterschaft und der Aufstieg später mit den 2006ern als E1 sind mir in schöner Erinnerung geblieben oder auch die Reise mit den 2006ern zu einem Turnier in Dänemark, wo sich die Mannschaft überraschend gegen viele Leistungsmannschaften aus Dänemark in die Goldrunde gespielt hat und am 2. Turniertag die Möglichkeit hatte, um den Turniersieg zu spielen.

Aber viel mehr als diese sportlichen Erlebnisse sind es die kleinen Dinge, die wirklich in meinem Herzen verankert sind. Die Auswärtsfahrten mit Steffen und Claudia (Mutter von Bela Boehlke aus dem Jahrgang 2004) waren immer ein Fest. Meine Verabschiedungen von den 2004ern und von den 2006ern waren auch sehr emotional. Ich habe beide Teams nur schweren Herzens verlassen, weil ich meine Mannschaften und Spieler immer geliebt habe. Die Verabschiedungen haben immer gezeigt, dass das stets auf Gegenseitigkeit beruht hat.

Ebenso tolle Momente sind aber immer die gewesen, wenn es uns gelungen ist, einen Spieler, der bei anderen Vereinen gespielt hat und verdrossen aufhören wollte, weil er den Spaß am Sport verloren hatte, wieder für den Fußball zu begeistern und zu motivieren, wieder bei uns gegen den Ball zu treten. Zum Beispiel bei den 2006ern unser lieber Emil, der nach 2 Jahren Nulldrei dort nicht in die C-Jugend übernommen wurde und aufhören wollte. Ich konnte Emil damals zum Glück überzeugen, wieder zu uns zurück zu kommen. Nun kickt Emil immer noch bei uns in der A-Jugend. Auch bei den Erwachsenen freue ich mich sehr, dass unser A-Jugendtrainer Bille durch Cordi wieder Lust bekommen hat, am Wochenende für den Verein die Töppen zu schnüren. Ich könnte da noch deutlich mehr Spieler aufzählen, aber das würde jetzt hier den Rahmen sprengen. Jeder, der so eine Geschichte hat, darf sich angesprochen fühlen.

Aus meiner Zeit als Trainer der Erwachsenen bleiben solche Ereignisse wie die Spendenaktion für unseren Sonnenschein Dembo oder auch die Verabschiedungszeremonie für Roman in Göttingen immer ganz tief in meinem Herzen verankert.

Gibt es etwas, was Dir im Umgang mit Jugendlichen besonders wichtig ist?

Josef Bauer: Zuhören, Vertrauen, Ehrlichkeit, Offenheit, Empathie, die Fähigkeit verzeihen zu können, Fairness, Selbstreflexion und eine Gesprächsführung auf Augenhöhe. All das sind Dinge, die mir nicht nur im Umgang mit Jugendlichen ganz wichtig sind und wo ich selbst auch immer wieder ganz viel lernen kann und will.

Zuhören und Augenhöhe auch mit Jugendlichen

Unsere 2006er haben durch Corona und große personelle Umbrüche einige schwere Jahre hinter sich. In diesem Jahr hat das Team sich für das Pokalfinale qualifiziert. Du warst einer der Ersten, die sich ein Ticket für den Fanbus nach Falkensee gesichert haben. Wie hat Dir als ehemaligem Trainer das Spiel gefallen? War vielleicht sogar mehr drin als die 1:2-Niederlage?

Josef Bauer: Erstmal möchte ich den 2006ern und 2007ern ein großes Kompliment für diesen starken Erfolg, als erstes Team von Cordi ein Pokalfinale bestreiten zu dürfen, aussprechen. Für mich seid ihr trotz der knappen Niederlage große Gewinner! Dass ich einer der Ersten war, der sich ein Ticket gekauft hat, das halte ich für ein Gerücht, denn mir wurde beim Kauf gesagt, es wären schon über 30 Karten weg und die Ticketnummer 16 hat nichts zu sagen. Zum Spiel: ich glaube, Werder hat das Finale verdient gewonnen. Sie waren fußballerisch schon deutlich stärker als Cordi. Aber mit dem Anschlusstreffer und dem berühmten Moment hätte das Spiel auch nochmal kippen können. Dennoch war das sportlich schon richtig so, wie es ausgegangen ist. Ich war und bin aber immer wieder davon begeistert, wie Cordi-Mannschaften trotz Rückschlägen nie aufgeben. Das hat die B-Jugend in diesem Spiel auch wieder bewiesen. Das Spiel war ein tolles Erlebnis, für die B-Jugend und den ganzen Verein.

Warum wolltest Du vor drei Jahren unbedingt in den Erwachsenenbereich wechseln?

Josef Bauer: Es gab viele Gründe. Erstmal wollte ich gerne die 2006er nach 5 Jahren abgeben. Ich glaube, es schadet keiner Mannschaft, im Jugendbereich auch von neuen Trainern andere Techniken, Taktiken und Umgangs-weisen zu lernen. Das macht die Spieler am Ende nur vielseitiger und stärker. Warum der Erwachsenenbereich mich interessiert hat? Zum einen wollte ich immer gerne mal ein Erwachsenenteam trainieren, denn Fußball im Erwachsenenbereich ist eine ganz andere Herausforderung als im Jugendbereich. Die Spieler sind älter, hinterfragen mehr. Viele Spieler haben auch schon ganz klare eigene Vorstellungen davon, wie sie spielen wollen und davon was sie können oder halt noch nicht. Ich habe schon immer im Jugendbereich gerne den 2001ern beim Training zugeschaut und hatte richtig Bock auf die Truppe. Dazu kam noch, dass Balthi, Franz, Jonathan und ich - ähnlich wie unser lieber Zetti - schon länger gesagt hatten, wir würden gerne den Schritt in den Erwachsenenbereich zusammen gehen und dort etwas zusammen aufbauen. Aufbauen, das ist auch ein Stichwort - ich liebe es, Pionierarbeit zu leisten. neue Wege zu gehen, etwas wachsen zu lassen. Auch deshalb war das Erwachsenenteam sehr interessant für mich. Und mich reizt auch die multikulturelle Zusammensetzung der Mannschaft, das findet man im unterklassigen Bereich im Fußball in Brandenburg relativ selten.

Wie bewertest Du im Rückblick die schwere erste Saison bei den Erwachsenen mit einer jungen Mannschaft? Wo lagen die größten Probleme für die Spieler und das Trainerteam? Was würdest Du anders machen, wenn Du noch einmal in dieser Situation wärst?

Josef Bauer: Naja, ich finde das erste Jahr kann schwer bewertet werden. Die Saison wurde ja bereits nach 8 Spieltagen abgebrochen. Dass ein Team, welches komplett aus der A-Jugend kommt, Anlaufschwierigkeiten bei den Erwachsenen hat, finde ich nicht verwunderlich oder problematisch. Die Umstellung auf die Physis der Gegner und die Erfahrungswerte der Gegner braucht halt seine Zeit und ist auch heute noch nicht abgeschlossen. Ich glaube aber, das größte Problem waren die eigenen Erwartungshaltungen der Spieler, die sich - glaube ich - mehr erhofft hatten aus den ersten Spielen. Das hat man ganz stark auf dem Platz gesehen, wie verkrampft und gezwungen sich auch tragende Spieler auf dem Platz bewegt haben. Die vielen Zuseher machten es in diesem Moment auch nicht leichter, sondern erzeugten schon ein wenig Druck bei der Mannschaft. Auch damit musste die junge Truppe erst mal lernen umzugehen. Dennoch würde ich nicht sagen, dass wir etwas hätten großartig anders machen können und sollen. Die negativen Erfahrungen aus den ersten Spielen waren für die Mannschaft extrem wichtig, um zu lernen. Zudem war ich ja auch erst neu bei der Mannschaft und mit Roman noch der alte Trainer da. Ich habe zu Beginn auch erst mal mehr zugesehen, die Spieler kennengelernt und eine Beziehung zu ihnen aufgebaut. Später habe ich dann auch immer mehr im Training meine Gedanken mit eingebracht. Mit der Idee, auf eine 3er-Kette umzustellen, kamen ja dann auch die ersten Erfolgserlebnisse - das 4:4 gegen Lok 2 und der Sieg in Michendorf. Aber ich glaube, dass auch die Spiele davor, wenngleich noch sehr wild, nicht schlecht waren. Nur die Gegner waren cleverer und wir noch grün hinter den Ohren.

Inzwischen ist Concordia auch im Erwachsenenbereich angekommen. Nach einer aufregenden Saison mit vielen gedrehten Spielen und wirklich ansehnlichem Fußball hat es letztlich für den zweiten Platz und den Aufstieg in die 1. Kreisklasse gereicht. Wie schätzt Du den Saisonverlauf in unserer Staffel ein?

Josef Bauer: Erst einmal möchte ich United Teltow FC zum Staffelsieg und Aufstieg gratulieren. Aber wir haben gegen starke Konkurrenz lange mitgehalten. Also die Hinrunde haben wir wirklich tollen, attraktiven und erfolgreichen Fußball gespielt. Die jährlichen Anlaufschwierigkeiten kennen wir inzwischen. Da der Saisonbeginn in die Ferien und die vorlesungsfreie Zeit fällt, ist die Trainingsbeteiligung in einem jungen und reisefreudigen Team schwach. Aber obwohl ein großer Pool an neuen Spielern aus der A-Jugend ins Erwachsenenteam kam, haben wir uns schnell als Team gefunden. Nur eine Niederlage und zwei Unentschieden in der Hinrunde unterstreichen das. In der Rückrunde haben wir leider kaum noch Fortschritte gemacht. Die Gegner hatten sich auf uns eingestellt und haben uns das Leben oft mit sehr defensivem Fußball schwer gemacht. Dazu kamen Undiszipliniertheiten in den Spielen, keine Konstanz im Training und der selbstauferlegte Druck, gerne die Meisterschaft holen zu wollen, wenn wir die Chance dazu haben. Da kam dann auch wieder zum Vorschein, dass wir halt doch noch eine ganz junge Mannschaft sind, die noch nicht konstant genug spielen kann und mit Druck immer noch ihre Probleme hat. Auch ich als Trainer habe mich stark unter Druck gesetzt. Ich persönlich hatte in der letzten Saison auch sehr große private Probleme, habe eine kleine Lebenskrise durchgemacht, mich immer weiter zurückgezogen, was auf alle Bereiche in meinem Leben stark abgefärbt hat. Auch auf die Mannschaft, die gerade in dieser schwierigen Phase einen starken Coach gebraucht hätte. Gerade am Ende der Hinrunde und zu Beginn der Rückrunde hat ein Co-Trainer gefehlt, der unterstützt und Last und Druck abnimmt, da hat sich das Fehlen vonRoman bei mir und damit bei der Mannschaft stark bemerkbar gemacht. Es kam vieles zusammen. Dennoch haben wir am Ende wieder die Kurve bekommen und die letzten Spiele haben gezeigt, dass wir uns jetzt wieder in die richtige Richtung bewegen. Der zweite Platz und der Aufstieg sind am Ende auch der verdiente Lohn für eine starke Saison in einer schweren Staffel, auch wenn noch mehr drin gewesen wäre. Auch dass wir Max im Laufe der Rückrunde als Co-Trainer dazu gewinnen konnten, ist sehr erfreulich.

Wo liegen die Stärken Deines Teams und wo müssen wir noch zulegen?

Josef Bauer: ... unseres Teams ... das würde jetzt echt zu lange werden, wenn ich alle Stärken und alle verbesserungswürdigen Punkte aufzählen würde. Von beidem haben wir ganz viel. Ich nenne mal exemplarisch 4 Stärken:

  1. der Wille nie aufzugeben, den ich vorhin bereits angesprochen habe, bei allen Cordi-Mannschaften – das heißt Teamgeist
  2. Laufstärke oder auch Fitness im Vergleich zu den vielen alten Männern bei den Gegnern
  3. individuelle technische Stärken. zum Beispiel im Dribbling
  4. eine junge Mannschaft, die noch ganz viel Entwicklungspotenzial hat.

Verbesserungswürdige Punkte haben wir auch noch ganz viele. Die möchte ich aber nicht alle nennen, denn eventuell liest ja auch der eine oder andere Gegner dieses Interview. Dennoch hier exemplarisch auch mal 2:

  1. Disziplin auf dem Platz und Cleverness
  2. präzise Abschlüsse und der Wille, ein einfaches Tor machen zu wollen.

Das soll jetzt erst mal reichen. Ich glaube, es ist halt wie in fast jeder Fußballmannschaft. Es gibt noch viel zu verbessern, aber vieles ist auch schon gut und macht Spaß.

Welche Bedeutung hat der Support unserer Fans für das Team und für Dich als Trainer? Was sollte den Support bei Concordia von dem auf anderen Sportplätzen unterscheiden?

Josef Bauer: Oha, unsere lieben Fans, ein schönes Thema. Wir lieben unsere Fans und ich hoffe doch sehr, wir haben auch in jeder Sekunde das Gefühl, unsere Fans lieben uns auch. Es ist toll, immer wieder vor so vielen Zuschauern zu spielen. Da kann sich so mancher Oberligist noch etwas abschauen. Viele Fans motivieren auf der einen Seite immer sehr, auf der anderen Seite erzeugt das aber auch ein wenig Druck, denn niemand will sich vor vielen Zuschauern blamieren. Dass unsere Fans aber fast immer zahlreich da sind, egal ob es gut oder schlecht läuft, zeigt nur, dass das Gefühl, unter Druckzu stehen, oft unbegründet ist. Das mussten wir als Team auch erst lernen. Der Zusammenhalt zeigt, was mit der Cordi-Familie gemeint ist. Ich finde der Support unterscheidet sich schon deutlich von anderen Vereinen, da wir Support mit sozialer und politischer Haltung haben und eben als Cordi-Familie auftreten. Das Pokalfinale der B-Junioren gegen Werder oder das Spiel der C1 zum Ende der Saison gegen Roskow haben das auch gezeigt.

Ich würde mir wünschen, dass auch die Jugendspiele noch häufiger so gut besucht sind, wie die der Erwachsenen, denn da liegen die Wurzeln und die Prioritäten im Verein. Das würde uns noch deutlicher von anderen Fanszenen abheben. Ebenso würde ich mir wünschen, dass die vereinzelten Sprüche gegen Gegner oder Schiedsrichter gar nicht mehr stattfinden, sondern nur das eigene Team angefeuert wird. Auch das sollte uns von anderen Vereinen unterscheiden, dann wäre unsere Fanszene noch einzigartiger.

Warum können wir in Stücken einfach nicht gewinnen?

Josef Bauer: (schmunzelt) ... weil wir jetzt nicht mehr gegen sie spielen. Ich denke, dass in Stücken jeder in der 2. Kreisklasse verlieren kann. Stücken hat immer mal für Überraschungen gesorgt die letzten 2 Jahre, und die Mannschaft ist bei guter Besetzung auch nicht schlecht. Es gab dort für uns immer sehr besondere Umstände, was Platz - ein echter Acker -, Zuschauer und Atmosphäre angeht. Immer wenn wir in Stücken waren, wurden wir von so vielen Zuschauern begleitet, dass es für Stücken zum Spiel des Jahres werden konnte. Das motivierte den Gegner stets zu Höchstleistungen und erzeugte mehr Druck auf unser Team. Die Vorgeschichte mit Stücken, beonders der Spielabbruch auf der Sandscholle letztes Jahr mit anschließender Niederlage vor dem Sportgericht und der Umstand, als qualitativ bessere Mannschaft dort eigentlich gewinnen zu müssen, hat sicherlich auch dazu beigetragen, innerlich zu verkrampfen. Ein so junges Team steckt das vielleicht noch nicht ganz so gut weg. Dass der Platz in Stücken es kaum zulässt, ein ordentliches Aufbauspiel zu betreiben und eigentlich nur Kick and Rush ermöglicht, war sicherlich auch nicht hilfreich. ABER: Ich glaube wir können in Stücken gewinnen, auch wenn es momentan nur im Pokal noch die Möglichkeit geben könnte. Die Frage ist einfach falsch gestellt, das Wort „bisher“ fehlt dabei.

Nach einer Aufstiegsfeier mit ganz viel Pathos und Euphorie freut sich der ganze Verein auf die neue Liga. Welche Zielstellung gibt das Trainerteam aus?

Josef Bauer: Fandet ihr wirklich, dass der Aufstieg mit so viel Pathos und Euphorie gefeiert wurde? Empfindungen sind dann doch immer sehr subjektiv. Aber okay, ihr habt Romans Abschied in Göttingen nicht miterlebt.

Als Zielstellung geben wir keinen Tabellenplatz oder Ähnliches aus. Die Mannschaft darf die nächste Saison als Belohnung für diese Saison betrachten. Wir wollen erst einmal in der Liga ankommen. Wir haben keinen Druck und wollen einfach jedes Spiel mit großer Freude angehen. Natürlich wollen wir nicht gleich wieder absteigen, aber da sind wir sehr zuversichtlich, dass das nicht passieren wird.

Auf welches Spiel freust Du Dich besonders? Welche Gegner schätzt Du am stärksten und welche am sympathischsten ein?

Josef Bauer: Mir fehlt ein wenig die Grundlage, um die Stärken unserer zukünftigen Gegner wirklich beurteilen zu können, schließlich spielen wir gegen viele neue Gegner und Kreisklassenfußball ist kein Profifußball, wo wir viel Videomaterial hätten, um die Gegner vorher zu beobachten. Zudem wird für uns jedes Spiel schwer und eine neue Herausforderung. Da macht es für mich keinen Sinn, schon vorher in der Öffentlichkeit über starke Gegner zu spekulieren. Wer stark ist, werden wir in der Saison sehen.
Aus dem selben Grund fällt es mir auch schwer, etwas über Sympathie zu sagen, weil wir die meisten Gegner gar nicht kennen. Ich kann aber schon sagen, dass ich mich freue wieder auf die Schlaatzer - Juventas Crew - zu treffen, weil ich dort einige Menschen im Verein persönlich kenne und mag. Auch auf Eiche Ragösen freue ich mich. Wegen meiner eigenen Vergangenheit freue ich mich auch auf Turbine Potsdams erste Vertretung.

Welche Spieler verlassen das Team und wer wird uns verstärken?

Josef Bauer: Verlassen werden uns leider Jonathan, Konny, Souleymane, Base, Lukas und Tristan - teilweise weil sie aus Potsdam wegziehen, teilweise aus persönlichen Gründen. Wir danken euch allen für das, was ihr für Cordi geleistet habt und wünschen eine tolle Zukunft! Die Tür zu Cordi bleibt für euch offen.
Mit Josua wird uns im Verlauf der Hinrunde leider noch ein weiterer wichtiger Spieler verlassen, wenn er seinen Studienplatz in Hamburg bekommt. Natürlich wünschen wir uns, dass er dort abgelehnt wird und hier studiert und bei Cordi bleibt. Insgeheim haben wir bereits alles in die Wege geleitet, um seinen Gang nach Hamburg zu verhindern. Nein, Scherz beiseite, auch Josua werden wir zum gegebenen Zeitpunkt noch ordentlich verabschieden.

Einige uns schon bekannte Gesichter werden die Mannschaft wieder verstärken. Jannis Stefanis wechselt nach einem Jahr Kreisliga bei Viktoria Potsdam zurück zu Concordia und Jakob Ortlepp verstärkt das Team, wenn er von seiner Südamerika-Tour zurück ist, Ebenso möchte Rahime nach halbjähriger Pause wieder einsteigen. Wir freuen uns sehr, euch wieder begrüßen zu dürfen. Mit Carl Winterhagen werden wir auch noch eine externe Verstärkung bekommen. Carl hat zum Ende dieser Saison bereits mittrainiert und ich persönlich freue mich schon sehr darauf, ihn im Corditrikot auf dem Platz zu sehen. Ein herzliches Willkommen an alle neuen und alle neuen alten Gesichter! Damit ist der Kader jetzt auch groß und voll. Die Kaderplanung ist damit auch abgeschlossen und wir nehmen keine weiteren Spieler mehr auf.

In den letzten Saison ist es sehr gut gelungen, die Spieler, die aus den A-Junioren herauswuchsen, im Erwachsenenteam zu integrieren. Wie ist das gelungen? Auf welche Spieler aus dem eigenen Jugendbereich können wir uns diesmal freuen?

Josef Bauer: Das ist ein Ergebnis aus dem gesamten Team heraus. Jeder, der Bock auf das Team hat und selbst gewillt ist, sich einzubringen und zu integrieren, hat es eigentlich einfach, im Team Fuß zu fassen. Die Mannschaft ist sehr offen und herzlich zu allen neuen Gesichtern. Es gibt kaum Neid oder Gerangel um Einsatzzeiten. Jeder gönnt dem anderen auch seinen Platz in der Mannschaft. Zudem ist es uns wichtig, bereits schon vor dem ersten Saisontraining mit allen aufrückenden A-Junioren in Kontakt zu kommen, um ihnen eventuelle Ängste zu nehmen und ihre Vorfreude auf den Erwachsenenbereich zu stärken. Auch half es sicherlich, dass die Erwachsenen und A-Junioren im Winter oft nebeneinander und sogar miteinander trainiert haben. Das haben wir auch die letzte Saison wieder probiert. Leider gelingt die Integration aber natürlich nicht immer im vollem Umfang bei Jedem, was sehr traurig ist. Dennoch finde ich, dass es in der letzten Saison bei den meisten sehr gut geklappt hat

Freuen dürft ihr euch auf drei A-Junioren: Paul Obst, Jacfar Abdinasir Issa und Bela Boehlke. Wir als Team kennen die drei bereits aus dem Wintertraining und freuen uns auf sie, herzlich Willkommen. Wir hoffen sehr, dass alle drei bei uns gut ankommen und schnell ihren Weg bei uns finden werden. Es ist nicht ganz ausgeeschlossen, dass es vielleicht noch einen weiteren A-Junioren gibt, der aufrutscht. Eine besondere Geschichte habe ich persönlich mit Bela Boehlke, der vor 9 oder 10 Jahren zu Steffen und mir ins Team kam, als ich noch Trainer der 2004er war. Jetzt schließt sich ein Kreis und er kommt wieder zu mir. Darauf freue ich mich persönlich ganz besonders.

Wann gewinnt Concordia im Erwachsenenbereich das erste Mal die Fair Play Wertung?

Josef Bauer: Böse Frage, die ich, glaube ich, mit „wahrscheinlich so schnell leider nicht“ beantworten muss. Es gibt viele Gründe dafür, warum wir so viele Karten und Strafen sammeln. An denen innerhalb des Teams, die wir beeinflussen können - Undiszipliniertheiten, Unerfahrenheit und junge aufbrausende Spieler - arbeiten wir natürlich auch. Aber es gibt auch Schiedsrichter, die nicht frei von subjektiven Beurteilungen der Spieler sind. Da gilt eine junge bunte Truppe schnell als wild und emotional und der Schiri greift dann lieber mal früher zur Karte. Leider gibt es auch Gegenspieler, die es sich zunutze machen, junge Gegenspieler so lange zu provozieren, bis da die Geduldsschnur reißt. Ich glaube wegen all dieser Gründe werden noch einige Saisons ins Land ziehen müssen, bis Cordi im Erwachsenenbereich mal die Fair Play Wertung gewinnt. Ich lasse mich aber gerne vom Gegenteil überraschen.

Kann ein Verein wie Concordia die Fußballwelt ein bisschen besser machen?

Josef Bauer: Wenn es nur um ein bisschen geht, dann Ja. In unserer Region können wir versuchen, mit gutem Vorbild voran zu gehen, was Philosophie, Einstellung zum Sport und den sozialem Umgang angeht. Vielleicht kann unser Modell auch etwas auf andere Vereine abfärben. Leider ist die große Fußballwelt aber in vielen Dingen schon so kaputt, dass ich kaum Hoffnung habe, dass sich dort wirklich vieles zum Guten verbessert, auch nicht durch Cordi. Aber, wäre die Fußballwelt teilweise nicht so kaputt, wäre ein Verein wie unserer auch nicht nötig. Alleine das es diesen Verein gibt, macht die Fußballwelt schon ein bisschen besser.

Welche Wünsche hast Du für die weitere Entwicklung unseres Vereins?

Josef Bauer: Wie auch alle anderen Trainer im Verein würde es mich freuen, wenn sich die Sportplatzsituation etwas entspannen würde. Desweiteren würde ich uns mehr Frauenpower in den Gremien, sowie auch auf der Trainerebene wünschen. Auch die Entwicklung einer Frauenmannschaft fände ich super. Ansonsten wünsche ich mir, dass wir als Verein einfach unserer Philosophie treu bleiben.

Was machst Du eigentlich, wenn Du nicht auf dem Fußballplatz stehst?

Josef Bauer: Ich studiere soziale Arbeit an der Fachhochschule und arbeite in der Stadtteilkneipe Nowawes, wo unser lieber Verein gegründet wurde, kommt gerne vorbei. Ich liebe es an der frischen Luft unterwegs zu sein, mal eine Wander- oder Radtour zu machen. Ich mag die Berge. Ansonsten zeichne ich sehr gerne, renne über die Fußballplätze und schaue mir Spiele an oder genieße ein kühles Getränk mit Freunden.

Welche Pläne hast Du für die nächsten Jahre – ganz persönlich, beruflich und mit Concordia?

Josef Bauer: Ich möchte gerne bald mein Studium beenden, um mal ins Berufsleben ein zu steigen. Bei Cordi werde ich weiterhin als Trainer tätig sein, so lange es die Kraft, Zeit und Motivation zulässt. Und persönlich möchte ich mich stets weiter entwickeln, meine Dämonen aus dem Winter und Frühjahr weiter hinter mir lassen und das Leben wieder mit Freude und einer gewissen Leichtigkeit genießen.

Ich danke meinem Team für die tolle Unterstützung in dieser Zeit. Gerade das regelmäßige Training ist zwar hin und wieder anstrengend, aber es ist auch eine Konstante im Leben. Ihr habt mir sehr geholfen, ihr seid eben die Cordi-Familie.

Ich bedanke mich für die sehr vielen Fragen und wir sehen uns auf der Scholle, Bleibt gesund und freut euch auf eine aufregende neue Saison.

Hallo Josef, wir bedanken uns für die vielen Antworten auf unser bisher wohl längstes Interview und freuen uns auf die nächste große Saison mit rauschenden Fußballfesten und entspannten Menschen.

Ein Baum zum ersten Aufstieg

Vom 21.07.2023

Zum ersten Aufstieg eines Erwachsenenteams in der jüngeren Vereinsgeschichte pflanzte der SV Concordia Nowawes 06 einen Amberbaum auf der heimischen Sportanlage an der Sandscholle. Die auch als Seesternbaum bezeichnete Laubbaumart soll pflegeleicht sein, im Herbst ein prächtiges Rot zeigen und mit den heißer werdenden Sommern gut zurechtkommen.

Wir hoffen, dass der Baum in den nächsten Jahrzehnten mindestens so gut gedeiht wie Concordia.

Concordias B-Junioren vertreten das Havelland im Landespokal

Vom 15.07.2023

Der Vorsitzende des Kreisjugendausschusses informierte uns darüber, dass Concordias B-Junioren den Fußballkreises Havelland in der neuen Saison im Landespokal vertreten können.

Dies ergibt sich daraus, dass der Kreispokalsieger Werderaner FC Viktoria in der kommenden Saison eine Spielgemeinschaft mit FSV Eintracht Glindow bildet und daher nicht startberechtigt ist. Als Finalist ist Concordia der erste Nachrücker.

Wir freuen uns auf die neue Herausforderung und hoffen auf einen attraktiven Gegner zum Heimspiel auf der Sandscholle.

Concordias B-Junioren verlieren und feiern fulminantes Pokalfinale

Vom 10.07.2023

Bei hochsommerlicher Hitze fand am Sonntagnachmittag in Falkensee das Pokalfinale der B-Junioren zwischen unseren 2006ern und dem Werderaner FC Viktoria statt. Das Spiel war wegen der großen Nachfrage und der hohen Temperaturen auf den großen Rasenplatz an der Ringpromenade verlegt worden, auf dem es deutlich mehr Platz und vor allem Schatten für die gut 300 Zuschauer:innen gab.

Concordia präsentierte auf und neben dem Platz Zusammenhalt und Freude am Fußball. Die mit 2 Sonderbussen, Rad, Bahn und privaten PkW angereisten etwa 250 Concordias-Fans machten das Spiel zu einem großen Spektakel und verschafften den Grün-Schwarzen lautstark einen klaren Heimvorteil.

Dennoch erwischte Werder den besseren Start und kam nach 5 Minuten zur 1:0-Führung. Auch danach hatten die Werderaner zunächst die besseren Möglichkeiten. Erst Mitte der ersten Halbzeit kam auch Concordia zu ersten Chancen, traf aber nur die Latte. Obwohl unsere B-Junioren nach der Pause offensiver agierten und öfter gefährlich vor dem Strafraum des Spielgegners auftauchten, gelang Werder in der 49. Minute das 2:0 durch ein sehenswertes Kopfballtor. Als in der 66. Minute aber Muthana der Anschlusstreffer gelang, wurde es für die favorisierten Werderaner noch eine heiße Schlussphase. In dem nun offenen Schlagabtausch hatte Concordia in den Schlussminuten noch 3 gute Chancen zum Ausgleich. Letztlich blieb es aber beim 1:2 und der Pokalsieg ging nicht unverdient nach Werder.

Concordia feierte noch lange seine Pokalhelden: auf dem Platz und bei der Ankunft in Babelsberg. Dort gab es noch einen kleinen Empfang auf dem Nowaweser Rathausbalkon - stilvoll eingerahmt von Rauch und Feuerwerk. Letztlich klang der Pokalabend mit einem Ausflug auf die Nowawiese aus.

Die Abteilung Kinder- und Jugendfußball bedankt sich bei allen, die zu diesem fulminanten Saisonabschluss beigetragen haben. Wir wünschen ein paar erholsame fußballfreie Tage.

Mehr Fotos gibt es HIER.

Update: Pokalfinale der B in Falkensee!

Vom 08.07.2023

UPDATE: Wegen der heißen Temperaturen und dem stattlichen Zuschaueraufkommen findet das Spiel auf dem schattig gelegenen Rasenplatz NEBEN dem Sportpark Rosenstraße statt.

Wir bitten alle Fans, die in unseren Bussen anreisen, rechtzeitig am Treffpunkt zu sein.
Die Busse fahren 13.30 Uhr ab.

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Die 106 Karten für die Fanbusse zum Pokalfinale der B-Junioren am 09.07.2023 in Falkensee sind leider restlos ausverkauft.

Um eine reibungslose Anreise zu garantieren und allen einen erfolgreichen Pokaltag zu ermöglichen, bitten wir um pünktliches Erscheinen zum Treffpunkt, der auf den Buskarten vermerkt ist. Die Abfahrt erfolgt pünktlich 13.30 Uhr.
Bitte denkt daran, dass wir nicht ins Olympiastadion, sondern zu einem Concordia-Jugendspiel fahren und bereitet euch darauf vor, unsere B lautstark und trotzdem entspannt zu unterstützen.

Für alle, die sich keinen Platz im Bus mehr sichern konnten, empfehlen wir die gemeinsame Anreise mit dem ÖPNV:

anreise-aus-potsdam-und-babelsberg.pdf

Für Fans aus dem Bundesgebiet stehen die folgenden Bus- und Zugverbindungen zur Verfügung:

anreise-rostock.pdf
anreise-muenchen.pdf
anreise-hamburg.pdf

Bereits gegen 12 Uhr ab Lutherplatz startet der Vereinspräsident mit der Fahrradstaffel zum Pokalfinale.

Im Interview (Folge 26): Norman Jahnke

Vom 05.07.2023

Norman Jahnke kam nach dem Mauerfall als 15-Jähriger aus dem Weserbergland nach Ostberlin. Wenig später zog er nach Potsdam und erlebte 20 Jahre einer bewegten Umbruchzeit in der Jugend- und Kulturszene. Inzwischen sind seine zwei Kinder erwachsen und machen ihr Ding in Weimar und Stralsund. Obwohl Norman im Wedding lebt und beruflich viel unterwegs ist, hat ihn seine Sehnsucht nach Fußball auf die Trainerbank bei Concordia gebracht. Wir haben mit ihm über seine ersten Trainingseinheiten als erst 5-Jähriger bei den D-Junioren, über die Freizeitliga mit dem Rhoten Rhombus, über seine Suche nach dem, was fehlt und die spontane Idee am Café-Tresen beim Frühlingsfest, über den Reiz des Jugendtraineramtes, über die Qualitäten unserer B-Junioren, über fehlende Trainingszeiten und einen eigenen Sportplatz für Concordia, über seine persönlichen und sportlichen Zukunftspläne und natürlich über das Pokalfinale der B-Junioren am 9.7.2023 in Falkensee gesprochen.

Hallo Norman, seit wann interessierst Du Dich für Fußball? Hast Du selbst einmal gespielt? Bei welchem Verein und auf welcher Position?

Norman Jahnke: Mit 5 Jahren bin ich in den Verein VfL Dielmissen eingetreten, obwohl es damals erst für Schulkinder erlaubt war, in dem Verein zu spielen. Es gab zu meiner Zeit keine E-, oder F-Jugend. Deswegen habe ich in der D-Jugend angefangen, zu spielen. Ich musste mich lange gegen Ältere durchsetzten. Auf dem Kleinfeld war ich Stürmer, später auf dem Großfeld war ich mit der Nummer elf die rechte Sturmpitze. Mit dreizehn Jahren spielte ich in der Kreisauswahl und wurde zum Training der Landesauswahl eingeladen. In der Freizeitliga beim Rhoten Rhombus habe ich dann auf dem Kleinfeld in der Verteidigung gespielt.

Normalerweise suchen unsere Jugendkoordinatoren Jahr für Jahr Trainer, die zu unserem Verein passen. Du hast Dich aktiv gemeldet und von Dir aus Interesse bekundet, als Trainer einzusteigen. Was reizt Dich an der Aufgabe, ein Jugendteam zu trainieren? Und warum hast Du ausgerechnet bei Concordia angefragt?

Norman Jahnke: Trotz meiner abwechslungsreichen Freizeitbeschäftigung hat mir etwas im Leben gefehlt. Lange wusste ich nicht, was genau mir fehlte. Damals spielte ich gelegentlich am Sonntag beim FC Bierholn im Karli mit. Auch Roman hatte ich angesprochen, ob ich montags bei den Erwachsenen ohne Spielbetrieb mittrainieren darf. Das hatte aber alles keine Verbindlichkeit. Bis ich beim Cordi-Frühlingsfest 2020 Lutz am Café-Tresen wiedergetroffen habe. Den Großteil der Menschen aus dem Verein kenne ich aus meiner Zeit in Potsdam. Da kam mir die spontane Idee, als Trainer bei Cordi mitzumachen. Lutz sagte, es käme gleich ein Trainer, der Unterstützung beim Training der B-Jugend benötigt. Ingmar und ich haben uns kennen gelernt und uns für die nächste Woche verabredet. Mit meinem ersten Training war klar, das ist das, was mir gefehlt hat: auf dem Platz meine Zeit mit Menschen zu teilen, die Lust auf Fußball haben und ihnen mein Wissen und mein Verständnis vom Spiel zu vermitteln. Der eigentliche Reiz besteht darin, sie in Siegen und Niederlagen zu begleiten und mit den Menschen, die zum Team gehören, ein Spielsystem zu finden, das zu dem Team passt und allen ermöglicht, ihre fußballerischen und menschlichen Fähigkeiten auf den Platz zu bringen.

Wie bist Du im Team aufgenommen worden? Wie kommst Du im Trainerteam zurecht?

Norman Jahnke: Sehr gut! Dafür, dass ich noch wenig Verantwortung trage und in die Rolle als Trainer wachsen darf, bin ich Roman (in dieser Saison) und Ingmar (in der letzten Saison) sehr dankbar. Es ist eine große Verantwortung, ein Team zu trainieren und bei den unterschiedlichen Wettbewerben an der Seitenlinie zu stehen. Das durfte ich erfahren, als ich alleine mit dem B2-Team zu einem Auswärtsspiel gefahren bin. Es lief alles ohne erwähnenswerte Zwischenfälle. Aber zu entscheiden, wer spielen darf und wer nicht, und wann wer eingewechselt wird und wie viel Spielzeit er bekommt, ist nicht immer leicht.

An welches Spiel oder an welchen Moment bei Concordia wirst Du Dich wahrscheinlich in 20 Jahren noch erinnern?

Norman Jahnke: An das Pokalspiel in Lehnin. Wir haben, mit Unterstützung der B2, immer wieder einen Rückstand ausgeglichen, um dann im Elfmeterschießen das Viertelfinale zu gewinnen. Das war mein erstes Pokalspiel als Trainer und ich bin sehr stolz auf das Team, denn es hat schon mehrfach gezeigt, dass es eine starke „Steh-Auf-Mentalität“ hat. Die Jungs sind super!

Unsere B-Teams trainieren ja in dieser Saison gemeinsam. Hat sich das aus Deiner Sicht bislang bewährt?

Norman Jahnke: Auf jeden Fall. Es hat auch die Herausforderung mit sich gebracht, dass wir montags manchmal zu wenig Platz auf der Scholle hatten, aber grundsätzlich war es eine sinnvolle Entscheidung, das B1- und das B2-Team zusammen trainieren zu lassen.

Zum Beginn dieser Saison hatten unsere 2006er oft Probleme, um genug Spieler für die Punktspiele zusammen zu kriegen. Ohne Unterstützung der 2007er hätte die B1 manche Spiele gar nicht absolvieren können. Inzwischen hat die B1 einige neue Spieler gewonnen und sich als Team gefestigt. Wie habt Ihr das hinbekommen?

Norman Jahnke: Haha… wie gut, dass wir die B1 nicht abgemeldet haben… Das hatte auch, aber nicht ausschließlich, mit dem gemeinsamen Training zu tun. Wir haben als Team die Zeit genutzt, die Spieler zu fragen, was ihnen wichtig ist und auch über Sachen zu sprechen, die uns wichtig sind. Die gemeinsame Fahrt nach Hamburg war ein wichtiger Faktor. Und es ist immer wieder wichtig, über das, was gut und über das, was schlecht läuft, zu sprechen.

Natürlich fiebert der ganze Verein dem Pokalfinale der B-Junioren am 9.7. in Falkensee entgegen. Zum ersten Mal in der jüngeren Vereinsgeschichte hat ein Concordia-Team sich für das Pokal-Endspiel qualifiziert. Der Vereinsvorstand hat zwei Sonderbusse bestellt, die Karten sind praktisch ausverkauft. Trotz dieser Euphorie bleibt der höherklassige Werderaner FC Viktoria aber in der Favoritenrolle. Was erwartest Du von Deinem Team?

Norman Jahnke: Dass die Spieler Spaß am Finale haben und das Beste auf den Platz bringen, was in ihnen steckt. Wie ich schon erwähnte, haben die Jungs eine Mentalität, die es ihnen ermöglicht, immer wieder ins Spiel zurück zu kommen. Damit ist im Pokalfinale alles möglich. Es wird ein spannendes Match!

Das 2:0 war die Vorentscheidung im Halbfinale des Kreispokals gegen die SG Michendorf.
Erstmals steht ein Concordia-Team im Pokalfinale.
Respekt für die unterlegenen Michendorfer für ein bis zuletzt faires Spiel ohne Gemecker und Frustfouls.

Und wie schätzt Du die Chancen ein, den Pokal am 9.7. auf dem Rathausbalkon zu präsentieren?

Norman Jahnke: Das Team hat alle Chancen. Bei der Unterstützung und bei diesem Dreamteam ist alles möglich.

Auch im Pokalfinale können sich unsere 2006er auf die Unterstützung durch den ganzen Verein und seine Fans verlassen.durch

Hast Du gelegentlich Spiele unseres Erwachsenenteams besucht? Wo siehst Du die Stärken und wo muss das Team noch zulegen?

Norman Jahnke: Dazu weiß ich zu wenig vom Erwachsenenteam. Ein Cordi-Thema, dass sich für mich durch alle Teams zieht, ist, dass vor dem Tor zu wenig der Abschluss gefunden wird. Ich wünsche mir mehr Geilheit ein Tor zu schießen.

Kann ein Verein wie Concordia einen Beitrag leisten, um die Welt ein bisschen besser zu machen?

Norman Jahnke: Absolut! Der Teamgeist steht im Vordergrund und gewinnen ist zweitrangig. Es gibt nur wenige Vereine, die das Herz am passenden Fleck haben. Die Unterstützung auch neben dem Platz ist beispielhaft und großartig. Dass ich ein Teil dieser Gemeinschaft sein darf, ist für mich ein Geschenk.

Welche Wünsche hast Du für die weitere Entwicklung unseres Vereins?

Norman Jahnke: Mehr Platz für unsere Teams auf der Sandscholle. Mir würde es gefallen, wenn die Sandscholle uneingeschränkt von Concordia genutzt werden könnte und zudem die Nowawiese für den Spielbetrieb nutzbar gemacht wird.

Was machst Du, wenn Du nicht auf dem Fußballplatz stehst?

Norman Jahnke: Das Theater-Ensemble-Archiv ist eine weitere Beschäftigung in meiner Freizeit. Zudem will ich selber wieder Theater spielen. Und ich mache Musik, als Schlagzeuger.

Welche Pläne hast Du für die nächsten Jahre – ganz persönlich, beruflich und mit Concordia?

Norman Jahnke: In der nächsten Saison freue ich mich auf neue Herausforderungen als Trainer der B1. Außerdem würde ich gern die Trainer-C-Lizenz machen. Als Dozent arbeite ich an vielen verschiedenen Orten - sowohl theater-pädagogisch in Flecken Zechlin, als auch in Berliner Schulen. Das möchte ich ändern. Ab September werde ich mich weiterbilden, um als Arbeitspädagoge zu arbeiten. Vielleicht auch wieder mit einer hauptberuflichen Stelle.

Wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen uns noch viele gemeinsame Jahre bei Concordia.

Im Interview (Folge 25): Josua Teichmann

Vom 29.06.2023

Josua Teichmann wechselte als D-Junior vom Ludwigsfelder FC zu Concordia. Im Jahrgang 2003 entwickelte er sich schnell zum Spielmacher und Abwehrorganisator. Inzwischen ist er im Erwachsenenteam angekommen und beackert dort inzwischen souverän die Außenpositionen. Wir haben mit ihm über Jockel Nachtigalls legendäre Fußballschule, über überehrgeizige Jugendtrainer, über seine aufregende erste Großfeldsaison bei Concordia, über Timing und Körperspannung im Zweikampf gegen kräftigere Gegner, über die Perspektive unserer Ersten, über die Chancen für seine Trainerkarriere, über sein Doppelleben als Service-Mitarbeiter im Olympiastadion und über seine geplante Flucht aus Potsdam geplaudert.

Hallo Josua, seit wann interessierst Du Dich für Fußball? Wo hast Du mit dem Fußballspielen begonnen und warum gerade dort?

Josua Teichmann: Ich war schon super früh fußballbegeistert. Durch meinen Vater bin ich früh mit Fußball in Kontakt gekommen. Er hat mich mit ins Stadion genommen und manchmal, wenn ich Glück hatte, durfte ich die Sportschau oder sogar Spiele live im Fernsehen schauen. So war ich ziemlich schnell Fußball-Fan und habe überall, wo es ging, Fußball gespielt, sei es im Kindergarten, bei den Großeltern oder stundenlang mit meinem Bruder und meinen Cousins im Garten. Als ich dann in die Grundschule gekommen bin, haben alle meine Freunde bei Jörg Nachtigall (Jockel) Fußball gespielt und da wollte ich natürlich auch mitmachen. Mir hat es dann so viel Spaß gemacht, dass ich fast meine gesamte Grundschulzeit da gespielt habe, bis ich auch über Jörg Nachtigall zum Ludwigsfelder FC gekommen bin. Dort hat für mich eine durchwachsene Zeit mit vielen Höhen und Tiefen angefangen.

Die Fußball-Karriere Josua Teichmanns stand anfangs unter keinem guten Stern.
Concordia hatte alle Hände voll zu tun, um den talentierten Jungen in die Erfolgsspur zu bringen.

Wie kam der Entschluss zustande, zu Concordia zu wechseln? Kannst Du Dich noch an Deine ersten Wochen auf der Sandscholle erinnern?

Josua Teichmann: Wie eben schon gesagt, meine Zeit bei Ludwigsfelde war eher schwierig, denn obwohl ich da auch meinen Spaß hatte und mit vielen netten Leuten zusammen gespielt habe, war für mich irgendwann durch teilweise überehrgeizige Trainer, hohen Leistungsdruck und die langen Wege zum Training klar: ich will woanders Fußball spielen und im Endeffekt war es dann Ruben Reimer der ebenfalls mit mir von Ludwigsfelde weg wollte und mich dann mit zu Concordia gebracht hat. Ich weiß noch, wie aufgeregt und nervös ich vor dem ersten Training war, ich bin auf die Sandscholle gekommen und das Erste, was ich gesehen habe, war Lutz, der auf dem Kunstrasenplatz vor der Auswechselbank stand und Fritz dabei zusah, wie er einen perfekten Schuss nach dem anderen ins Tor schoss. Da war ich erstmal ein wenig eingeschüchtert. Das legte sich dann zum Glück schnell wieder, da alle nett waren und ich super aufgenommen wurde. So habe ich die ersten Wochen positiv in Erinnerung. Außerdem kannte ich schon einige bei Cordi - wie zum Beispiel Bela vorher durch die Grundschule. Das hat es auch noch mal einfacher gemacht.

Wie liefen Deine ersten Spiele im Concordia-Trikot?

Josua Teichmann: Nicht so gut (lachend). Damals noch auf dem Kleinfeld haben wir, glaube ich, fast jedes Spiel verloren, aber für mich war das in dem Moment eher nebensächlich, da ich endlich wieder Spaß am Fußball hatte. Dazu hatten wir wirklich viele gute Spieler in der Mannschaft und das Team hatte das Potenzial in der Zukunft Erfolge zu erzielen.

Als schüchterner D-Junior im schicken Concordiatrikot

Wenig später folgte ja der Wechsel Deines Teams auf das Großfeld. Wir hatten eigentlich eine ganz schwere Saison für unseren Jahrgang 2003 erwartet. Letztlich spielte die Mannschaft aber ordentlich mit und brachte viele der Favoriten richtig ins Schwitzen. Wo lagen die besonderen Stärken des Teams?

Josua Teichmann: An die Saison kann ich mich noch sehr gut erinnern. Es war eine echt aufregende Saison mit vielen Highlights. Dass wir uns entgegen der Erwartung so gut behaupten konnten lag, denke ich, zum einen daran, dass wir ohne Druck spielen konnten, weil wir in eigentlich jedem Spiel der Underdog waren. Außerdem, und das ist wahrscheinlich noch der viel wichtigere Grund, waren wir als Team schon nach kurzer Zeit so gut aufeinander abgestimmt, dass wir teilweise ältere Mannschaften auf dem Platz durch Teamgeist überraschen konnten. Vielen aus unserer Mannschaft fiel es auch deutlich leichter, auf dem Großfeld zu spielen, wodurch wir uns auch nochmal weiterentwickeln konnten. Durch die eher schwierigen Saisons davor war die Motivation im Team umso größer, diese Saison Erfolg zu haben und vor allem zu zeigen, dass wir Fußball spielen können. Diese Saison war auch eine Art Wendepunkt für den 2003er Jahrgang, denn danach haben wir, obwohl es nie für die ganz großen Erfolge gereicht hat, guten Fußball gespielt und anderen objektiv besseren Mannschaften das Leben wirklich schwer gemacht.

Auf welcher Position spielst Du am liebsten und auf welcher am besten?

Josua Teichmann: Das ist eine sehr gute Frage und darauf habe ich aktuell auch keine Antwort (lachend). Vor der
Saison bei den Erwachsenen hätte ich gesagt, dass ich am liebsten als Innenverteidiger spiele und das auch am besten kann. Jetzt in der Rückrunde habe ich jedoch ziemlich viel als linker Außenverteidiger gespielt, was mir auch ziemlich viel Spaß gemacht hat und das habe ich in der Regel auch gut gemacht. Und dann habe ich in den letzten beiden Spielen der Saison als Flügelspieler gespielt, was zwar erstmal auch wieder eine Umstellung war, aber auch gut gelaufen ist und Spaß gemacht hat. Das heißt, aktuell bin ich selbst nicht ganz sicher, welche Position für mich am besten ist und welche mir am meisten Spaß macht. Ich glaube aber, ich will mich da auch gar nicht so festlegen, sondern ruhig flexibel bleiben.

Der Jahrgang 2003 ist seit Beginn der Saison zu den Erwachsenen aufgerückt. Wie fühlt Ihr Euch vom Trainer und den Mitspielern im neuen Team aufgenommen?

Josua Teichmann: Ich kann natürlich nicht für alle sprechen, aber ich persönlich bin super ins Team aufgenommen worden und es gab nur eine kurze Zeit der Eingewöhnung. Die Menge an Spielern, die mit mir aufgerückt sind, hat sich natürlich positiv auf die Integration ausgewirkt.

Wie groß ist die Umstellung vom Juniorenbereich zum Männerfußball? Was läuft dort auf dem Platz anders als in der Landesklasse A-Junioren?

Josua Teichmann: Das Spiel wird enger und körperlicher. Für mich war die Körperlichkeit die größte Herausforderung. Ich bin ja nicht gerade dafür bekannt, ein Schrank auf dem Spielfeld zu sein (lachend) und da war es anfangs schwierig mitzuhalten. Doch man merkt schnell und das kriegt man auch von erfahrenen Mitspielern (Kevin und Bille) gesagt, dass hier vor allem Körperspannung und Cleverness wichtig sind. Mit genügend Körperspannung und dem richtigen Timing schiebt man auch einen kräftigeren Gegner im Zweikampf weg und gewinnt den Ball.

Das Erwachsenenteam steht derzeit auf Platz 2 in einer wirklich starken Staffel. Wo siehst Du Eure besonderen Stärken? Wo muss das Team noch zulegen, um irgendwann den ersehnten Aufstieg zu schaffen?

Josua Teichmann: Das Team hat in dem halben Jahr, in dem ich jetzt erst bei der Erwachsenenmannschaft spiele, schon große Schritte nach vorne gemacht. Spielerisch ist bei uns immer noch viel Luft nach oben. Nicht weil wir bis jetzt in dem Bereich so schlecht sind, sondern viel mehr, weil wir so viele gute Fußballer in der Mannschaft haben, mit denen die Erwachsenenmannschaft in den nächsten Jahren noch wirklich viel erreichen kann. Dazu müssen wir als Mannschaft noch geduldiger und cleverer werden. Wir spielen zu oft überhastete und unnötige Bälle oder gehen in Dribblings, die dann im Ballverlust enden. Aber daran arbeiten wir schon und ich bin zuversichtlich, dass wir auch das hinbekommen.

An welches Spiel oder welche Episode Deiner Fußballkarriere wirst Du Dich wahrscheinlich auch in 20 Jahren noch erinnern?

Josua Teichmann: Schwierig, da gibt es eigentlich viele. Schon alleine in dieser Saison hatten wir mehrere Spiele, die wir in den letzten Sekunden gewinnen konnten, zum Beispiel gegen Fortuna Babelsberg. Die Emotionen, die dann ausbrechen, daran werde ich mich immer erinnern. Wenn ich gerade so darüber nachdenke, kommen mir ganz viele Spiele in den Kopf. Vor allem Spiele, bei denen der Gegner uns unterschätzt hat und dann an uns verzweifelt ist.

Ansonsten werde ich mich an die Umbrüche immer gut erinnern können, das erste Mal Großfeld oder auch der Wechsel zum Erwachsenenteam. Welches Spiel mir auch in Erinnerung bleiben wird, ist das letzte Spiel meiner ersten Erwachsenensaison gegen den Teltower FV, nicht weil das Spiel etwas Besonderes war, sondern weil es den Abschluss einer guten Saison darstellt. Zu dem aktuellen Zeitpunkt wissen wir noch nicht, ob es damit für den Aufstieg reicht, aber so oder so war das eine starke Saison auf die wir stolz sein können.

3:2-Siegtreffer bei Fortuna Babelsberg III

Inzwischen sind mehrere Spieler der Ersten als Trainer im Jugendbereich aktiv. Wäre das nicht auch eine Herausforderung für Dich?

Josua Teichmann: Auf jeden Fall, ich finde Coachen von der Seitenlinie auch enorm spannend und hätte Lust, das zu machen. Aktuell ist das bei mir aber noch nicht so wirklich möglich, da ich wahrscheinlich erstmal zum Studieren woanders hingehe und dann schaue, wann und wo sich dann die Chance aufs Coachen nochmal eröffnet.

Wieviel kann ein Fußballverein dazu beitragen, die Welt besser zu machen?

Josua Teichmann: Sehr viel, schon allein das Angebot für Jugendliche Sport in einer Gruppe zu machen, in der jeder Willkommen ist, ist enorm wichtig und gibt vielen Halt. Dazu gibt es über den Fußballverein Möglichkeiten, gesellschaftliche Probleme zu bekämpfen und für mehr Gerechtigkeit zu sorgen. Dafür braucht es natürlich engagierte Vereinsmitglieder und Verantwortliche, aber dann ist vieles machbar. Und im Endeffekt sind es vor allem die kleinen Dinge die, die Welt zu einem besseren Ort machen.

Was wünschst Du Dir für die weitere Entwicklung unseres Vereins?

Josua Teichmann: Bei Concordia läuft schon vieles richtig gut. Das gilt es in erster Linie zu bewahren und an nächste Generationen zu übergeben, damit Cordi weiterhin so bleibt. Dazu muss ich mir auch an die eigene Nase fassen und überlegen, wie kann ich mich einbringen und wo kann ich helfen, um Cordi noch zu verbessern. Ein eigenes Vereinsheim wäre natürlich richtig cool, dadurch würden sich noch viele Türen öffnen, aber das Problem hängt auch zu einem Großteil nicht von uns ab.

Was machst Du persönlich, wenn Du nicht auf dem Fußballplatz stehst?

Josua Teichmann: Ich arbeite aktuell als Servicemitarbeiter im Olympiastadion, was allerdings jetzt, da die Fußballsaison vorbei ist, nicht so viel Zeit in Anspruch nimmt. In meiner Freizeit treffe ich mich oft und gerne mit Freunden im Park oder gehe zu 03-Spielen, wobei das letztere jetzt auch erstmal wegfällt. Ich interessiere mich dazu ziemlich für Politik und lese gerne Artikel oder höre mir Podcasts an. Jetzt, wo der Sommer langsam Fahrt aufnimmt, mache ich auch gerne Ausflüge wie Fahrradtouren, Kanu fahren oder auch mal über ein paar Tage zelten gehen.

Was hast Du Dir für die nächsten Jahre vorgenommen – persönlich, beruflich und mit Concordia?

Josua Teichmann: Es zieht es mich im Herbst erstmal raus aus Potsdam und wahrscheinlich nach Hamburg, um dort Politikwissenschaften zu studieren. Das wird für mich erstmal ein ziemlich großer Schritt, wodurch ich natürlich weniger bei Cordi sein werde als die Jahre zuvor. Das ist schade und ich bedaure es auch jetzt schon, aber ich habe das Gefühl, dass der Schritt für mich persönlich richtig ist. Da man von Hamburg schnell und einfach nach Berlin und Potsdam kommt, wird man mich trotzdem noch ab und zu an den Wochenenden auf der Sandscholle oder bei Auswärtsspielen der Erwachsenenmannschaft als Fan sehen. Was nach dem Studium passiert, lasse ich noch komplett offen und schaue, wie sich mein Leben bis dahin verändert hat. Ich bedanke mich für die Fragen und das Gespräch und wünsche allen einen schönen Sommer.

Wir bedanken uns auch für das Gespräch und wünschen alles Gute bei der Erkundung der Welt. Ach, und herzlichen Glückwiunsch zum Aufstieg in die 1. Kreisklasse.