Concordia Nowawes

Im Interview (Folge 6): Dembo Badjie

Vom 21.09.2022

Dembo Badjie ist in Gambia geboren und aufgewachsen, bevor er über Italien nach Deutschland kam. Er spielt seit den A-Junioren bei Concordia und gehörte nach einem kurzen Intermezzo bei der Zweiten von Nulldrei zum ersten Erwachsenenteam unseres Vereins. In diesem Team übt er seitdem die Funktionen als stellvertretender Kapitän und unentwegter Sonnenschein aus. Wir haben mit ihm über seine Liebe zu Concordia, seine Karriere bei Instagram und seine weiteren Lebenspläne gesprochen und können nur hoffen, dass der ganze Charme dieses Gespräches auch in der Schriftform erhalten geblieben ist.

Dembo Badjie in seiner Hauptfunktion: Sonnenschein für alle

Hallo Dembo, wann und wo hast Du mit dem Fußballspielen angefangen? Erinnerst Du Dich noch an Deinen ersten eigenen Fußball?

Dembo Badjie: Puh, das ist eine sehr interessante und gute Frage, weil ich zu dem Thema sehr viel erzählen kann. In meiner Heimat Gambia starten die meisten Kinder mit Straßenfußball, in meiner Sprache heißt das „Pos Bu Ndow“. Wir haben uns immer nach dem Beten am Nachmittag gegen 17 Uhr getroffen, wenn die Straßen nicht mehr so heiß sind. Dann haben wir Mannschaften gewählt, höchstens 3 gegen 3. Jedes Spiel dauert 10 Minuten und der Gewinner darf auf dem Feld bleiben. Es kann auch passieren, dass ein Team bis zum Schluss ungeschlagen bleibt. Da habe ich angefangen, Fußball zu spielen und hatte schnell den Traum, Fußballprofi zu werden. Ich habe damals sogar ein Probetraining bei einer senegalesischen Fußballschule gemacht und wurde auch angenommen. Natürlich habe mich extrem gefreut, aber leider hatte meine Familie nicht genug Geld, um mir meinen Traum zu finanzieren. So geht es leider vielen Kindern in meiner Heimat, weil es dort keine Fußballvereine, wie hier, gibt.

Dembo Badjie vor seiner Karriere bei Concordia und Instagram als 14-Jähriger in Gambia

Aber zurück zum Straßenfußball, wir haben damals unsere eigenen Mannschaften gebildet. Die Kinder aus einer Straße haben gegen die Kinder aus anderen Straßen gespielt. Jedes Wochenende haben wir uns getroffen und Geld von der Mannschaft gesammelt, dann haben wir kleine Wetten gemacht und um das Geld gespielt. Wenn wir das Geld gewonnen haben, haben wir entweder etwas zusammen gekocht oder haben eine große Feier gemacht und das Geld aufgeteilt. Das waren die Momente in denen ich mich wie ein Fußballstar gefühlt habe. Ich habe immer mehr Tricks geübt, um mich weiter zu verbessern. Manchmal haben wir uns auch zum Joggen getroffen und dann sind wir am Strand gelaufen bis es dunkel wurde. Damals habe ich jede Position ausprobiert aber lustigerweise habe ich schon damals als rechter Verteidiger gespielt. Deshalb macht es mir bis heute so viel Spaß, als rechter Verteidiger zu spielen. Für mich geht es in einem Spiel nicht nur ums Tore schießen, sondern auch darum, das Team abzusichern und von hinten zu unterstützen. Das ist meine Stärke, bis heute.

Ich hatte noch nie einen eigenen Fußball. In Afrika habe ich mir früher meinen eigenen Ball gebaut, aus Socken gestopft mit Tüten oder Lappen. Natürlich haben wir abends auch mit einem richtigen Fußball gespielt aber der hat meistens meinen Freunden gehört.

Wie bist Du zu Concordia gekommen?

Dembo Badjie: Als ich nach Deutschland gekommen bin, wollte ich unbedingt Fußball spielen und mein Ziel war es immer, noch ein Fußballprofi zu werden. Die erste Frage, die ich hier an meine Betreuer gestellt habe war, ob es für mich eine Möglichkeit gibt, Fußball zu spielen. Mein damaliger Betreuer hat mir dann erzählt, dass es viele Möglichkeiten gibt, Fußball zu spielen - sogar in einer richtigen Mannschaft und in einem Verein. Ich war sofort extrem begeistert, weil ich so etwas wie einen Fußballverein gar nicht kannte. Dann habe ich im Internet geguckt, welche Vereine es hier so gibt und der erste Verein, den ich gefunden habe, war Babelsberg 03. Ich habe meinen Betreuer sofort gefragt ob es eine Möglichkeit gibt, bei Babelsberg zu spielen und er hat für mich eine Email geschrieben. Ich war sehr aufgeregt, doch leider war das Team von Babelsberg schon voll. In der Antwort-Mail haben sie mir dann vorgeschlagen, mich doch einmal bei Concordia zu melden und das haben wir dann auch getan. Zum Glück habe ich von Concordia sofort ein Ja bekommen und wurde zu einem Probetraining eingeladen. Als ich zu meinem ersten Probetraining gegangen bin, war ich ganz aufgeregt. Doch als ich Roman gesehen habe, war ich sofort etwas beruhigt, weil ich Ihn sehr sympathisch fand. Die Trainer Christian und Roman waren richtig nett und Roman hat sogar für mich die Aufgaben auf Englisch erklärt, weil ich damals noch kein Deutsch konnte. Mein erster Eindruck von Concordia war, wie nett und offen die Leute sind. Balthi, Franz und Jakob 0. sind mir im Gedächtnis geblieben, weil ich mich bei Ihnen sofort sicher gefühlt habe und sie mir auch geholfen haben, alles zu verstehen. Es kann sein, dass sie sich gar nicht mehr daran erinnern können, aber ich werde nie vergessen, wie alle mir geholfen haben und wie lieb ich im Team aufgenommen wurde.

Erinnerst Du Dich noch an Dein erstes Spiel im Trikot unseres Vereins?

Dembo Badjie: Das ist meine absolute Lieblingsfrage, weil ich immer lächeln muss, wenn ich die Frage höre. Dieser Tag war einer der besondersten Tage in meiner Fußballkarriere. Ich fange erstmal von Anfang an. Mein erstes Spiel war im Trainingslager in Gnewikow gegen TSV Wustrau. Dort hatten wir ein Testspiel. Ich hatte zwar noch keinen Fußballpass aber trotzdem war das der Tag, an dem ich mein allererstes Spiel im Cordi-Trikot gemacht habe. Ich war total aufgeregt und habe mich unglaublich gefreut, endlich mal auf einem richtigen Platz zu spielen. Das Spiel lief super, wir hatten alles im Griff und ich habe eine Vorlage für ein Tor gemacht und danach sogar selber mein erstes Cordi-Tor geschossen.

Kurz vor dem ersten Spiel im Trainingslager in Gnewikow mit anderen Concordia-Stars

Aber nun zu meinem ersten richtigen Punktspiel. Das war ein Derby gegen Fortuna Babelsberg und wisst ihr, wieso das eines meiner besten Spiele in der A-Jugend war? Weil mein damaliger Mitbewohner bei Fortuna gespielt hat und mir vor dem Spiel noch gesagt hat, dass er uns richtig fertigmachen wird. Das konnte ich so natürlich nicht akzeptieren, vor allem bei meinem ersten Punktspiel im Cordi-Trikot. Deshalb wollte ich es ihm richtig zeigen und war sehr motiviert und voller Vorfreude. In dem Spiel habe ich mein erstes Punktspieltor geschossen und eine Vorlage gemacht. In dem Moment war ich überglücklich, weil ich meinen Mitbewohner geschlagen und dem Team geholfen habe, zu gewinnen.

Vor dem ersten Punktspiel gegen Fortuna Babelsberg beim Fototermin mit Gegenspieler und Mitbewohner

Bei Concordia geht es ja weniger um die Championsleague als um Freundschaft, Zusammenhalt und Freude am Fußball. Aber auch in der 2. Kreisklasse träumen Spieler von der Bundesliga. Kennst Du solche Ambitionen auch von Dir selbst?

Dembo Badjie: Ja, klar kenne ich solche Ambitionen. Seit ich ein kleines Kind bin, träume ich davon, ein Fußballprofi zu werden. Deswegen habe ich auch versucht, bei Nulldrei in der 2. Mannschaft zu spielen. Aber nach ein paar Spielen habe ich gemerkt, dass die Konkurrenz untereinander für eine unangenehme Stimmung sorgt und dass ich aus einer anderen Motivation heraus Fußball spiele.

Bei Cordi geht es um Freundschaft, um die Beziehung zum Trainer und auch untereinander. Wir sind nicht nur Fußballkollegen, wir sind wie eine Familie und unterstützen uns gegenseitig auch bei privaten Angelegenheiten. Cordi interessiert sich nicht nur für deine Leistung beim Fußball oder für dein Potential, sondern auch dafür, wer du als Mensch bist, welche Eigenschaften dich ausmachen, was deine Stärken und Schwächen sind und auch dafür, was für Sorgen du hast. Sie sind nicht nur an guten Tagen für dich da, sondern unterstützen dich auch in schwierigen Zeiten, egal vor welcher Herausforderung du stehst. Als ich die Kosten für meine Anwältin nicht bezahlen konnte, habe ich Balthi von dem Problem erzählt und Concordia hat in kürzester Zeit einen Spendenaufruf für mich gestartet. Innerhalb von 2 Tagen haben wir mehr als das benötigte Geld gesammelt. Daran sieht man, dass nicht nur das Team untereinander zusammenhält, sondern auch die Fans und der Verein insgesamt große Unterstützung zeigen. Bei meinem Gerichtstermin in Cottbus sind mein Trainer Josef und meine Freunde extra hingefahren, um mich zu unterstützen und für mich dazusein. Das finde ich richtig gut an Concordia, auch die legendäre Fahrt nach Göttingen hat den Teamgeist unserer Mannschaft gezeigt und wie stark wir zusammen sind - als Team, als Freunde, als Familie. Hier fühle ich mich sicher und zu Hause und meine Karriere strebe ich eher im beruflichen Bereich als Dachdecker an. Fußball bedeutet für mich Freundschaft und Spaß und ist nicht mehr Ziel meiner Karriere.

Selbst das Nulldrei-Trikot bekommt durch Dembo Badjie neuen Glanz.

Du gehörst zu den Spielern, die aus unseren A-Junioren in den Erwachsenenbereich gewechselt sind und dort das erste Concordiateam nach der Vereinsneugründung gebildet haben. Ihr habt es da sicher nicht immer einfach gehabt. Was unterscheidet die A-Jugend vom Erwachsenenfußball?

Dembo Badjie: Ich bin sehr dankbar und froh, dass ich zu den Spielern gehöre, die das Erwachsenenteam gebildet haben. Damals stand ich vor der Entscheidung, entweder zu Babelsberg 03 zu wechseln oder bei Cordi zu bleiben. Ich habe an Cordi geglaubt und danke Roman dafür, dass er mir gezeigt hat, wo ich hingehöre und dass ich ein Teil von Cordi bin. Damals war ich noch sehr jung und naiv und dachte ich könnte vielleicht bei Nulldrei etwas Besseres finden. Jetzt weiß ich, wieso ich bei Concordia bleibe - weil ich mich hier wohlfühle, richtig unterstützt werde und stolz darauf bin, Teil dieses Teams zu sein.

Aber kommen wir zurück zur Frage, das erste Spiel im Erwachsenenbereich war eines der geilsten Spiele - mit 500 Zuschauern! Wir Spieler waren alle sehr nervös, weil eine neue Erfahrung vor uns stand. Ich erinnere mich noch gut daran, dass Roman zu uns in der Kabine sagte, wir sollen keine Angst vor den Gegnern haben, wir bleiben positiv und spielen Fußball, so wie wir es können. Natürlich war es nicht einfach für uns, aber wir haben uns richtig gut durchgekämpft und das hat uns als Team noch mehr zusammengeschweißt. In dem Spiel hat USV nach 11 Minuten ein Tor geschossen, aber wir haben uns davon nicht verunsichern lassen. Balthi und ich haben die Mannschaft nach 35 Minuten zurück ins Spiel gebracht, indem ich so schnell gerannt bin, wie ich nur konnte und eine Vorlage direkt in Balthis Laufweg gepasst habe und dann hat Balthi das geilste Tor ever reingehauen. Das bleibt mir für immer als bestes Tor in Erinnerung.

Beim Torjubel auf der Sandscholle

Was die A-Jugend vom Erwachsenenfußball unterscheidet, ist meiner Meinung nach, der Körperkontakt. Bei den Erwachsenen spielt jeder mit viel Körperkontakt und es wird keine Rücksicht genommen, ob Du groß oder klein bist. Außerdem werden viele lange Bälle gespielt, man darf ausgewechselte Spieler nicht mehr einwechseln und es wird viel mehr gepöbelt. In der A-Jugend ist es viel entspannter, erstmal darfst du so viel wechseln, wie du willst und dort läuft das Spiel weniger aggressiv und mit wenig Körperkontakt ab.

An welchen Sieg und welche Niederlage erinnerst Du Dich noch besonders?

Dembo Badjie: Die schlimmste Niederlage war für mich das erste Spiel gegen USV. An dem Tag haben wir unser erstes Erwachsenenspiel gespielt und wussten, dass unsere Gegner nicht besser als wir spielen. Obwohl wir wirklich gekämpft haben, haben wir 1:3 verloren. Man muss auch sagen, dass wir uns aufgrund unserer mangelnden Erfahrung bei den Erwachsenen erst einmal an die aggressive Spielweise und an den Körperkontakt gewöhnen mussten.

Das erste Spiel gegen Stücken in Stücken, in dem wir 2:6 verloren haben, war auch ganz schlimm für uns. Wir waren uns 100% sicher, dass wir besser als unsere Gegner spielen und deshalb haben wir auch nicht mit einer Niederlage gerechnet. Der Fußballplatz von Stücken ähnelt mehr einem Acker als einem Fußballplatz und wir haben mit manchen Toren einfach nicht gerechnet. Trotzdem waren viele Zuschauer dort und haben uns angefeuert. Aber das hat die Niederlage für uns noch schlimmer gemacht, weil wir unsere Fans nicht enttäuschen wollten. Aber so ist halt Fußball.

An den 5:1-Sieg in Michendorf gegen Michendorfs Dritte kann ich mich noch besonders gut erinnern, weil es der erste Sieg im Erwachsenenbereich war und gleichzeitig das letzte Spiel vor der langen Coronapause. Das war ein richtig legendäres Spiel, weil so viele Zuschauer da waren. Die Stimmung war richtig richtig geil. Alle waren wach, die Spieler, die Fans, die Trainer. Es war wie ein Champions-League-Finale für mich.

Das Spiel letzte Woche [Anmerkung der Redaktion: 4:1 gegen USV II] war ebenfalls einer der größten Siege für uns, weil wir es endlich geschafft haben, den USV zu besiegen und weil wir einfach schönen und guten Fußball gespielt haben. Wir haben das, was wir im Training gelernt haben, gut umgesetzt und gezeigt, was wir als Team draufhaben. Das schönste daran war, dass uns dieses schöne Spiel auf den Spitzenreiterplatz gebracht hat. Wir sind jetzt offiziell die Ersten in der Tabelle, da gehören wir auch hin!

Der Start in den Erwachsenenfußball war immer wieder durch längere Spiel- und Trainingspausen wegen der Corona-Pandemie getrübt. Wie hast Du diese Zeit erlebt?

Dembo Badjie: Die Corona Zeit war ganz schwierig für uns und besonders für mich, weil Fußball einfach Teil meines Lebens ist und ich mir nicht vorstellen konnte, so eine lange Zeit nicht zu trainieren. Ich fand es einfach unfair, dass der Staat auch den Amateur-Fußballbetrieb eingestellt hat und wir nicht die Chance bekommen haben, sichere Maßnahmen für unser Training zu schaffen und umzusetzen, mit denen wir vielleicht trotzdem einigermaßen sicher hätten trainieren können. Aber trotz der schwierigen Umstände haben die Trainer und ich auch ein Online-Training erstellt, welches mehrere Challenges beinhaltet hat. Es gab jede Woche eine Aufgabe und wer die beste Leistung gezeigt hat, bekam einen Preis von den Trainern. Ich habe auf Instagram meine Joggingrouten geteilt, Einblicke in meine Home Workouts gegeben und ich habe auch andere motiviert, gemeinsam mit mir zu trainieren. Ich bin dann mit meinen Freunden zu Outdoor Sportmöglichkeiten gejoggt und wir haben dort gemeinsam trainiert. Das kommt natürlich nicht dem Training bei Cordi gleich, aber wir mussten einfach das Beste aus der Situation machen und positiv bleiben.

Offenbar hast Du diese Zeit genutzt, um eine Karriere bei Instagram zu starten. Bisher hast Du schon mehr als 1.000 Follower gesammelt. Davon träumen manche Influencer. Was ist Dein Erfolgsgeheimnis?

Dembo Badjie: Hahaha, ihr seid mir ja welche. Naja, also Instagram ist eine gute Plattform für mich, um mit anderen zu kommunizieren und meinen Lifestyle zu teilen. Natürlich zeige ich auch nicht alles, aber wenn es um Sport geht, teile ich gerne meine Erfolge oder hole mir Motivation von meinen Kumpels. Vor jedem Spiel mache ich zum Beispiel ein Post und bitte um Unterstützung von unseren Freunden und Fans und teile Ihnen dort auch mit, wann und wo die Spiele stattfinden. Das ist wichtig, damit niemand die Spiele verpasst und auch damit neue Leute aus meinem Freundeskreis zu Cordi kommen. Mein Erfolgsgeheimnis verrate ich natürlich nicht, aber ich glaube, dass mein Humor und meine offene, fröhliche Art einen großen Teil dazu beitragen.

Neben dem Fußball ist Dembo unter seinem Künstlernamen Lixen Bi bei Instagram erfolgreich.

Was bedeutet Lixen Bi?

Dembo Badjie: Viele Leute haben mich gefragt, was Lixen Bi bedeutet. Manche denken sogar, dass ich bi bin. Das ist aber völliger Quatsch. Lixen ist mein Spitzname. So haben mich früher in Gambia meine Freunde genannt, weil es einen richtig guten Verteidiger bei uns in Gambia gab, der keinen Ball durchgelassen hat und ich damals so gespielt habe wie er. Man nannte mich Junior Lixen. Als ich mich dann damals auf Instagram angemeldet habe, wurden mir unterschiedliche Usernamen mit Lixen vorgeschlagen und lixen_bi gefiel mir einfach am besten.

Concordia ist in erster Linie immer noch ein Kinder- und Jugendfußballverein. In der neuen Saison sind mehrere Spieler des Jahrgangs 2003 aus den A-Junioren in Euer Team aufgerückt. Wie kommt Ihr miteinander klar?

Dembo Badjie: Ich finde es sehr gut, dass Concordia so viel Liebe in die Jugendmannschaften steckt. Ich hätte mir damals gewünscht, mit einem so tollen Verein wie Concordia aufzuwachsen und die Werte wie Freundschaft und Integration schon in frühem Kindheitsalter zu lernen. Die neuen Spieler, die aus der A-Jugend zu uns hochgekommen sind, spielen schon echt gut. Wir kommen super miteinander klar. Aber sie können von uns noch etwas Selbstvertrauen und Sicherheit lernen, da es bei den Erwachsenen ganz neue Herausforderungen gibt. Ich finde es richtig gut, dass wir unsere eigenen guten Spieler ausbilden und so immer neue Talente in unser Team aufrücken. Die Neuen haben schon in den ersten Trainingsstunden gezeigt, dass sie richtig Bock haben, ein wichtiger Bestandteil unseres Teams zu werden. Ich finde es richtig gut, dass wir jetzt einen neuen jungen Torwart haben, der sich echt gut durchkämpft. Natürlich braucht er auch noch etwas Sicherheit, aber das kommt noch. Bei jedem Spiel sieht man die Verbesserung der jungen Spieler und das freut uns sehr. Wir können noch viel voneinander lernen und sie sind eine wichtige Ergänzung zu unserem bisherigen Team.

Was machst Du, wenn Du nicht auf dem Fußballplatz stehst?

Dembo Badjie: Na, die Dächer von Potsdam decken. Also ich gehe arbeiten, mache meinen Schulkram und verbringe viel Zeit mit meiner Freundin und meinen Freunden. Dieses Jahr bin ich endlich mal mit meiner Freundin in den Urlaub gefahren. Dort habe ich mich ein bisschen auf die Saison vorbereitet. Das Gute ist, dass meine Freundin mir immer zeigt, wie ich richtig trainieren muss, damit ich mich nicht verletze.

Auch bei Dachschaden hilft Dembo Badjie.

Welche Pläne hast Du für die nächsten Jahre persönlich und beruflich? Wo willst Du leben? Was brauchst Du, um glücklich zu sein?

Dembo Badjie: Also für die Zukunft wünsche ich mir, meine Ausbildung erfolgreich zu beenden und als Dachdecker zu arbeiten. Davor möchte ich natürlich in Deutschland bleiben. Im Dezember bekomme ich endlich meinen Aufenthaltstitel. Und wir sind gerade auf Wohnungssuche. Leider ist das als Flüchtling nicht immer so einfach, da die Vermieter eine sichere Bleibeperspektive fordern, die ich so in der Form noch nicht vorlegen kann. Deshalb bitte ich Euch, falls jemand Verbindungen hat, sich bei mir zu melden.

Natürlich wünsche ich mir auch, ein stabiles Leben in Potsdam aufzubauen, eine Familie zu gründen und mir ein eigenes Haus zu bauen. Ich brauche eigentlich nicht so viel, um glücklich zu sein. Das Wichtigste ist für mich Freude, Liebe, Menschen die mich respektieren und mich ernst nehmen und meine Familie.

Auf Deinem Instagram-Account schrieb jemand unter eines Deiner Fotos: „Strahlt eigentlich die Sonne oder Du?“. Du hast geantwortet: „Beide“. Warum hast Du eigentlich ständig gute Laune?

Dembo Badjie: lacht Das war Leo, der das gefragt hat. Ich weiß es nicht genau, aber ich glaube, so bin ich einfach. Ich liebe es, zu lachen oder andere zum Lachen zu bringen und wenn ich lache, werde ich glücklich. Ich bin immer für alles dankbar, was ich habe und ich trage viel Liebe in meinem Herzen. Deshalb sage ich auch, dass ich nicht viel brauche, um glücklich zu sein. Ich mache mich selbst glücklich, indem ich mich daran erinnere, was ich alles Tolles habe und wie dankbar ich dafür bin. Ich glaube Dankbarkeit ist der Schlüssel zum Glück.

Wir danken ganz herzlich für das Interview und wünschen Dir, dass Du uns noch lange so erhalten bleibst, wie wir Dich kennen und lieben.


Alle anderen Interviews der Reihe findet ihr hier: concordia-nowawes.de/kiosk/concordia-im-interview

Im Interview (Folge 5): Robert Weber

Vom 17.09.2022

Robert Weber ist seit 2009 als Jugendtrainer bei Concordia tätig. Oft erwischte er schwierige Jahrgänge, die er aber stets mit Geduld, klarer Linie und trockenem Humor zu fußballverrückten Teams formte. Wenn es irgendwo im Verein hakt, ist er einer der ersten, die mit anpacken - ob als Vorstandsmitglied, als Organisator der Ferienspiele oder beim Brötchenschmieren an unseren Heimspieltagen. Wir freuen uns, dass Robert, der nicht viel Gewese um seine Verdienste für Concordia macht, ein paar Interviewfragen für uns beantwortet hat.

Trainerlegende Robert Weber

Hallo Robert, Du bist einer der Mitgründer unseres Vereins. Was hat Dich an dem Experiment Concordia gereizt?

Robert Weber: Ehrlich gesagt ist das inzwischen so lange her, dass ich gar nicht mehr hundertprozentig sagen kann, wie meine Neugier für das Projekt Concordia Nowawes geweckt wurde. Es war zumindest ein Haufen von Menschen (nett gemeint), welche ich bereits aus dem Umfeld der Orga-Crew des antirassistischen Stadionfestes kannte. Interessant fand ich die regelmäßigen Treffen, bei denen der eigene Anspruch und die Bedürfnisse sehr intensiv und konstruktiv diskutiert wurden. In diesen Wochen wurde eine gemeinsame Präambel erarbeitet.

Welche Deiner Wünsche haben sich bis heute erfüllt und welche sind noch offengeblieben?

Robert Weber: Ein Wunsch, welcher erfüllt wurde, ist auf jeden Fall, dass wir aus unseren Spielern der älteren Jahrgänge zum Teil neue Übungsleiter für die steigende Anzahl der Nachwuchsteams im Verein generieren konnten. Aber ich denke da ist definitiv noch mehr Potential, welches besser abgerufen werden sollte. Ansonsten bin ich mit meinen Wünschen eher bescheiden.

Robert Weber mit dem ersten Jugendteam seit Neugründung des SV Concordia Nowawes 06.

Du hast 2009 das erste Jugendteam nach der Vereinsneugründung in den Spielbetrieb geführt. Bitte liefere doch mal einen kurzen Zeitzeugenbericht, wie alles begann.

Robert Weber: Das eigentliche Thema war ja, dass die Sportstadt Potsdam es nicht geschafft hat, uns Trainingszeiten für die Kids anzubieten. Da wir zu diesem Zeitpunkt noch kein Team im offiziellen Spielbetrieb hatten, war klar, dass wir nur Druck aufbauen können und ernst genommen werden würden, wenn wir das ändern. Gesagt, getan. Ein gewisser Herr Boede fragte mich, ob ich dabei bin. Ja, na gut. Bin dabei. ( ist evtl. nicht der O–Ton ). Also meldeten wir zur Spielzeit 2009/2010 ein F-Junioren-Team für den Spielbetrieb an. Es fehlten uns zu diesem Zeitpunkt (Mai 2009) aber noch Spieler für dieses Team. Mit ein paar Flyern an Bushaltestellen und etwas Mundpropaganda ging es dann aber doch recht schnell. Woche für Woche fanden sich mehr Kids auf dem damals zum Teil als Parkplatz genutzten Hartplatz des Karli zum Training ein. Mit dabei war u.a. auch ein kleiner Junge, welcher ein blau-weißes Marko-Pantelic-Trikot trug. Inzwischen trägt der Bengel vernünftige Trikots und hört auf den Spitznamen Balthi (keine Klarnamen). Ein Trikotsatz für die 1. Saison wurde uns von einem liebenswürdigen Papa auch noch spendiert. Die Sache nahm also Fahrt auf.

Erinnerst Du Dich noch an das erste Spiel?

Robert Weber: Ich erinnere mich zumindest daran, dass wir beim RSV Eintracht auf dem Rasenplatz in den Kiebitzbergen gespielt haben. Das Ergebnis war relativ unwichtig (ich glaube, wir haben 0:2 verloren). Schöner waren die kleinen Szenen auf dem Platz, als z.B. ein RSV Spieler an einem während des Spiels Blumen pflückenden Jungen unseres Teams einfach vorbei laufen konnte. Oder wie unser Torwart versuchte, sich seine Schuhe mit Torwarthandschuhen an den Händen zuzubinden. Ich weiß gar nicht, ob wir überhaupt eine Art Torschuss hatten. Übrigens, der Blumen pflückende Spieler knipst inzwischen regelmäßig für die Erwachsenen im Spielbetrieb und auch der Torwart ist dort irgendwie angekommen.

Spielbetreuung bewältigt Robert notfalls auch im Rollstuhl.

Was unterscheidet Concordia in den Anfangsjahren von unserem heutigen Verein?

Robert Weber: In den Anfangsjahren war natürlich der größte Unterschied, dass wir nur einmal anstatt - wie jetzt üblich - zweimal pro Woche trainiert haben. Ein Unterschied ist definitiv auch, dass wir damals noch mehr als heute mit den Trainingszeiten und Platzkapazitäten improvisieren mussten. Wir waren zum Teil auf dem Karli-Hartplatz, auf der alten Anlage in der Kurfürstenstraße (Hartplatz oder Tartan), beim BBW des Oberlinhauses in der Steinstraße, auf der Sandscholle und später auf dem von Bäcker Frank Fahland eigens für Concordia gebauten Sportplatz an der Wetzlarer Straße ... Mit der Sandscholle haben wir inzwischen eine Art Heimstätte gefunden und vertragen uns aus meiner Sicht auch gut mit dem kleineren Kiezverein.

Auch neben dem Platz wird die größte Herausforderung angenommen.

Obwohl Du beruflich stark eingespannt bist, hast Du immer wieder schwierige Teams übernommen. Reizen Dich solche Herausforderungen besonders oder hat sich das eher so ergeben?

Robert Weber: Es ist wohl eher zweiteres. Beim ersten Mal war es zum Beispiel so, dass wir die Jahrgänge 2005 und 2006 erst nach den F-Junioren getrennt haben und wir nur mit 7 oder 8 spielberechtigten Spielern in die E-Jugend gegangen sind. Da hieß es natürlich viel zu improvisieren und zu probieren, um die Quantität im Team zu erhöhen. Das war zum Teil sehr zeit- und kraftaufwendig. Mehr Spieler:innen zu haben, hieß leider nicht gleichzeitig, regelmäßig genug Kids am Wochenende für die Spiele zu haben. Bei Concordia verreist man gerne, spielt noch mindestens ein Instrument oder bereitet sich intensiv auf die Konfirmation oder Jugendweihe vor.

Der Coach gibt die Linie vor.

Aktuell gehörst Du zum Trainerstab des Jahrgangs 2008. Das Team hatte in der letzten Saison ein schweres erstes Jahr auf dem Großfeld. In der neuen Saison konntet Ihr bisher drei Siege in den ersten drei Spielen verbuchen. Hast Du damit gerechnet und wo liegen die Gründe dafür?

Robert Weber: Aktuell ist es glücklicherweise so, dass der Jahrgang 2008 mit Merten einen neuen, jungen und motivierten Trainer dazu gewinnen konnte. Das passt im Paket mit Germar sehr gut, so dass ich mich seit dieser Saison in die 2. Reihe zurückziehen konnte und nur eine Betreuerrolle einnehme oder an den Wochenenden einspringe, falls es doch mal bei den anderen beiden zeitlich nicht passt. Dass die Jungs motiviert sind und sich stetig verbessern wollen, hat man schon trotz der schweren letzten Saison an der wirklich guten Trainingsbeteiligung sehen können. Die letzten Spiele in der Saison 2021/2022 wurden auch nur knapp verloren. Der positive Trend war also schon klar zu erkennen. Der Start in die neue Saison lief natürlich sehr gut, aber fairerweise muss man auch sagen, dass wir bisher überwiegend jüngere Jahrgänge als Spielgegner hatten. Die richtigen Wahrsager kommen jetzt mit Nauen, Schönwalde und Ketzin/Falkenrehde. Wenn das Team weiterhin abruft, was es bisher gezeigt hat, dann ist in dieser Saison viel möglich.

Applaus fürs eigene Team ...

Was machst Du eigentlich persönlich, wenn Du nicht auf dem Fußballplatz stehst?

Robert Weber: Da ich im Arbeitsalltag meistens sehr lange im Büro bin, probiere ich in meiner Freizeit, viel Zeit draußen zu verbringen. Ich bin viel mit dem Rad unterwegs oder erkunde die Region auch gerne mal zu Fuß. Natürlich interessiere ich mich auch für den regionalen Fußball und schaue mir deshalb gern Spiele in unseren Gefilden an. Eine Zeit lang bin ich viel mehr durch Europa gereist, um andere Länder, Städte und auch Fußballstadien zu besuchen. Das ist aber in den letzten Jahren (auch schon vor Covid 19) weit zurückgegangen. Wir wohnen ja hier in einer wunderschönen Region, in der es sich gut aushalten lässt.

Was hast Du Dir für die nächsten Jahre vorgenommen?

Robert Weber: Das ist eine interessante Frage. Definitiv habe ich mir vorgenommen, mal eine komplette Auszeit vom Ehrenamt zu nehmen. Ich mache das sehr gerne, aber man merkt nach so vielen Jahren doch, dass eine Pause mal ganz gut wäre. Vorgenommen habe ich mir auch, weniger zu arbeiten (Work Life Balance) - aber das ist leichter gesagt als getan.

Vielen Dank für das Interview und natürlich für alles, was Du für Concordia geleistet hast.


Alle anderen Interviews der Reihe findet ihr hier: concordia-nowawes.de/kiosk/concordia-im-interview

Im Interview (Folge 4): Der Präsident

Vom 14.09.2022

Seit der Neugründung des SV Concordia Nowawes 06 ist Alexander Kallenbach Vorsitzender unseres Vereins. Seine Brötchen verdient er mit seiner Hauskrankenpflegefirma. Über sein Privatleben ist nur bekannt, dass er Artikel für das Stadionheft des SV Babelsberg 03 schreibt, dass er dessen Fanclub "Stehplatz ermässigt" in einer Zeit mitgründete, als die Eintrittspreise im Karli noch mäßig waren und dass ihn seine Freunde aus unerfindlichen Gründen Lepetit nennen. Wir haben ihn gefragt, wie bei Concordia alles begann und wohin es noch führen soll.

Eine seltene Aufnahme aus dem Privatleben unseres Präsidenten ...

Man hört ja einige Geschichten der Vereins(neu)gründung zum Jahresende 2006 in der Stadtteilkneipe Nowawes, aus der Du als 1.Vorsitzender hervorgegangen bist. Erzähl doch nochmal wie das war.

Der Präsident: Wir hatten damals die Idee, auch nach Erfahrungen bei anderen Vereinen, etwas grundsätzlich anderes zu schaffen und sind mit vielen neuen Ideen gestartet. Dazu fanden sich knapp zwei Hand voll Leute zusammen und gründeten am 19.12.2006 diesen Verein. Gerade noch rechtzeitig, um wieder als „06“ eingetragen werden zu können. Wir sehen uns natürlich auch in der „Tradition“ des 1906 gegründeten Arbeitersportvereins.

Training auf dem Bolzplatz in der Donarstraße. Unsere erste Trainingsgruppe mit Präsident und Sohn aber ohne Spielbetrieb.

Es hält sich beharrlich das Gerücht, ich hätte die damals anwesenden Gründungsmitglieder mit einer nicht unerheblichen Menge an Süßigkeiten dazu gebracht, mich zu wählen. Ich weiß nicht, wer diese ungeheuerlichen Gerüchte in die Welt gebracht hat. Ich kann hier nur mit aller Deutlichkeit sagen, dass diese Behauptungen ganz klar und in allen ihren Details ... stimmen. Natürlich hatte ich alle sachlichen Argumente auf meiner Seite. Aber sicher ist ja bekanntlich sicher.

Seitdem bist Du durchgängig der 1. Vorsitzende des Vereins geblieben. Von solchen Amtszeiten träumen ja viele Diktatoren dieser Welt. Was ist dein Erfolgsgeheimnis?

Der Präsident: Ich habe diesen „Job“ nach außen hin immer als unglaublich anstrengend und zeitraubend dargestellt. Auch deshalb hat sich niemand gefunden, der sich aufgedrängt hätte. Ich denke, durch eine Mischung aus merkelscher Gelassenheit und pragmatischer Lösung der Anforderungen und Herausforderungen ist uns als Gruppe gelungen, diesen Verein zu dem zu machen, was er heute ist. Wir wollten von Anfang an keine Hierarchien haben und alles gemeinsam entscheiden. Ich denke, das ist uns sehr gut gelungen. Deshalb sehe ich diese Funktion mehr als Mittel zum Zweck. Letztlich sind die anfallenden Aufgaben auf viele Schultern verteilt.

Vereinsboss im Wahlkampf: Jährlich übergibt Kallenbach beim traditionellen Winterfest im Kiezkino Thalia Geschenke an Kinder.

Du hast in deinen Jahren bei Concordia schon einiges erlebt. Was waren deine Highlights?

Der Präsident: Neben der durchaus rasanten Entwicklung mit mittlerweile deutlich mehr als 350 Mitgliedern gab es durchaus auch Erfolge abseits vom sportlichen Bereich. Einer unserer größten Erfolge war sicher die Entwicklung der Nowawiese. Zunächst begann alles mit der Besetzung einer Wiese. Die von uns selbst liebevoll gebauten Tore wurden kurze Zeit später durch die Stadt wieder entfernt. In der Folge errichteten wir feste Tore, dabei kam dann auch reichlich Beton zum Einsatz. Das zahlte sich aus. Immerhin schaffte es dieses Projekt in den offiziellen Kinderstadtplan der Stadt. Das war schon eine schöne Geschichte. Auch unsere gemeinsamen Feste mit unseren Freunden der Datscha und wirksame Aktionen und Demonstrationen in der Stadt brachten Aufmerksamkeit und zeigten, dass wir über den Tellerrand eines Sportvereins hinausschauen wollen.

Geschickter Einsatz der Hüfte im Zweikampf ...

Gab es auch Sachen, die nicht so gut liefen?

Der Präsident: Da fällt mir wirklich nicht so viel ein. Natürlich gab es auch Probleme, die wir aber gemeinsam immer gut lösen konnten.

Nochmal zu Nowawiese, deren Prozess du ja schon kurz angesprochen hast. Da gab es damals auch einige Diskussionen mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, welche der Nowawiese nicht gerade positiv begegnete. Mit einigen baulichen Besonderheiten - wie der unzureichenden Beleuchtung oder fehlenden Sanitäreinrichtungen - haben wir ja immer noch zu kämpfen. Kannst du nochmal den Weg dahin beschreiben?

Der Präsident: Es war ein langer Weg. Vor allem die Position der Stiftung war einfach nicht zu verstehen. Die Stiftung möchte ein Potsdam wie vor langer Zeit. Doch eine Stadt entwickelt sich nun einmal. Deshalb sollten Anlagen wie die Parks oder die entsprechenden Vorflächen einfach auch für gemeinschaftliche Nutzungen mitgedacht werden. Dadurch würde sicher auch das Verständnis für den Erhalt historischer Gebäude und Anlagen steigen. Am Beispiel der Nowawiese konnte das gut beobachtet werden. Die Stiftung begründete die Ablehnung immer mit den gestörten Sichtbeziehungen aus dem Park Babelsberg. Doch was sehen die Besucher:innen? Durch den Sportplatz wird die Aussicht auf die Schnellstraße und das Zentrum Ost getrübt. Ich hatte damals schon zugesichert, dass wir den Sportplatz zurückbauen, wenn dort anstelle der Bebauung wieder Wiesen zu bestaunen sind.

Mit Verhandlungsgeschick beim Fanartikelverkauf konnte die Vereinskasse immer wieder gefüllt werden.

Concordia wurde ja damals von euch bewusst als Kinder- und Jugendverein gegründet. Vor einigen Jahren wurde dann auch ein Erwachsenenteam gegründet. Wie kam es dazu?

Der Präsident: Als die Kinder der ersten Stunde nach mehr als zehn Jahren plötzlich keine Kinder mehr waren und sich einfach keinen anderen Verein suchen wollten, standen wir vor der Entscheidung, den Weg gemeinsam weiter bestreiten zu „müssen“. Also beschlossen wir, es den noch Jugendlichen selbst als Aufgabe zu geben. Sie sollten sich organisieren und den Spielbetrieb im Erwachsenenbereich gestalten. Das hat sehr gut geklappt und es fanden sich auch viele Unterstützende. Mittlerweile haben wir sogar eine ansehnliche Fangemeinschaft, die das Team auf der Sandscholle und regelmäßig auch auswärts unterstützt.

Concordia ist seit der Vereinsgründung kontinuierlich gewachsen. Über die Jahre kamen immer weitere Teams hinzu. Wie geht das in einer Stadt, die eigentlich schon immer akuten Mangel an Sportflächen hat?

Der Präsident: Das ist ja ein grundlegendes Problem in Potsdam. Alle Vereine kämpfen mit dem Mangel an Sportstätten. Da es eine freiwillige Leistung der Kommune ist, wurde in den letzten Jahren kein einziger wettkampffähiger Platz neu gebaut. Der Bedarf ist aber eher größer geworden. Das konnten und können wir nur mit viel Kreativität und Kompromissen lösen. Ein weiteres Problem ist, dass an neuen Schulstandorten keine Wettkampf-Flächen entstehen, sondern nur die Minimalanforderungen für Schulsportflächen erfüllt werden. Da muss sich an den (Förder)Richtlinien einiges ändern. Vielleicht sollte man auch daran denken, Gewerbeobjekte in den Blick zu nehmen und Investoren zu verpflichten, auch Flächen für die Gemeinschaft zu ertüchtigen. Ich denke da zum Beispiel an Sportflächen auf Dächern. In Berlin gibt es so etwas bereits.

Präsident Kallenbach eröffnet das Frühlingsfest auf der Nowawiese.

Manchmal begegnet man dir auch im Karl-Liebknecht-Stadion sogar außerhalb der Nordkurve. Du stehst im Fanshop hinter dem Tresen und schreibst seit Jahren Texte für das Stadionheft. Lastet Dich Concordia nicht voll aus?

Der Präsident: Nulldrei-Fan bin ich schon seit Ende der Neunziger, das war einfach schon vor meiner Concordia-Zeit. Das legt man natürlich nicht ab. Außerdem gibt es ohnehin eine große Schnittmenge zwischen beiden Vereinen, sowohl inhaltlich als auch personell. Viele Spieler unseres Erwachsenenteams stehen regelmäßig in der Nordkurve und viele Nulldreier:innen schauen sich Spiele von Concordia an. Es gibt sogar einige Menschen, die sich vom großen Bruder abgewandt haben und lieber Spiele auf der Sandscholle besuchen. Trotzdem bleibt Nulldrei für mich unterstützenswert und eine Herzensangelegenheit, auch wenn ich nicht immer einverstanden bin mit dem, was dort passiert.

Was hast du noch vor mit Concordia?

Der Präsident: Ich denke, wir haben schon echt viel erreicht. Gerade der Aspekt, dass wir im Verein den Erfolg nicht nur an sportlichen Ergebnissen messen, ist eine tolle Sache. In Zukunft wollen wir dafür sorgen, dass sich diese Ansicht vielleicht weiter verbreitet. Ob das in den bestehenden Strukturen wirklich möglich ist, weiß ich nicht. Die Vorstellung, sich von den aktuell notwendigen Vorgaben der Fußballverbände zu lösen und etwas komplett Neues zu machen, ist faszinierend. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich auch andere Vereine finden lassen, die auf diese verkrusteten Organisationen einfach keinen Bock mehr haben. Das System (Kinder)Fußball neu zu denken, dafür ist unser Verein doch geradezu berufen.

Vielen Dank für das Interview.


Alle anderen Interviews der Reihe findet ihr hier: concordia-nowawes.de/kiosk/concordia-im-interview

Im Interview (Folge 3): Denny Müller

Vom 07.09.2022

Zwischen Paulinenaue und Niemegk kennen die Fußballfans des Havellandes ihn als Kreisschiedsrichter Denny Müller. Sie haben ihm den Beinamen KSRDM1 gegeben und eine eigene Fanseite auf Facebook eingerichtet. Denny "arbeitet" auf dem Sportplatz Sandscholle als Platzwart und ist dort auch als Trainer, Betreuer und Karussell unserer E1 tätig. Zuletzt musste er allerdings heftige Kritik unseres Vereinsfotografen Jan Kuppert einstecken, der in einem Interview auf dieser Homepage Müllers mangelnde Fitness und dessen Vorliebe für einen sächsischen Absteigerverein kritisierte.
Wir haben Denny Müller vor der Saison zu einigen der Mythen und Funktionen, die ihn umranken, befragt. Nun hat er - trotz Terminfülle und beruflichem Leistungsdruck - die Zeit gefunden, unsere Fragen zu beantworten.

Neues Spielzeug für den Platzwart: KSRDM1 mit Rasentrecker auf der Sandscholle.

Hallo Denny, obwohl Dich ja eigentlich die meisten Fußballfans als Kreisschiedsrichter kennen, hat Deine Karriere in unserem Verein eigentlich als Kindertrainer begonnen. Wie ist das zustandegekommen?

KSRDM1: Das ist ein gute Frage, ich glaube vor ca. 11 Jahren wurde ich gefragt ob ich mal aushelfen kann, da ein Trainer beim Hallentraining fehlte. Obwohl damals sogar die Tochter unseres Präsidenten in dieser Trainingsgruppe war, blieb es mir nicht nur in bleibender sondern auch in positiver Erinnerung. Tja und schwupps begann die Trainerkarriere.

Warum bist Du bis heute bei Concordia geblieben und nicht zum höherklassigen SV Babelsberg 03 gewechselt?

KSRDM1: Puhhh, klar hat der SV Babelsberg versucht, mich mit viel Geld und auch mit einer Topleistungsmannschaft zu überreden. Ich finde zwar auch, dass der SV Babelsberg 03 sportlich höherklassig ist ... aber menschlich ist Concordia dem Verein Lichtjahre voraus.

Der sportliche Höhepunkt in der Trainerkarriere Denny Müllers war bislang der 2. Platz mit dem Team Dribbelkönige bei den Concordia-Ferienspielen 2016.

Nun bist Du schon einige Jahre als Schiedsrichter für Concordia im Havelland unterwegs. Zeitzeugen erinnern sich noch heute an Deinen ersten Schirieinsatz. Es soll in Teltow gewesen sein. Ein Unterstützer musste die Zeit stoppen, weil Deine umgehängte Stoppuhr stehengeblieben war. Und ein Spieler des Teltower FV kam um die Gelbe Karte herum, weil Du sie nicht unter dem engen Leibchen herausbekommen hast. Wann jährt sich dieses erste Spiel zum 10. Mal? Oder haben wir das Jubiläum schon verpasst?

KSRDM1: Am 3.10.2022 werden es genau 11 Jahre. Leider muss auch unser Schiedsrichterobmann sparen. So gab es bis heute keinen Presentkorb, keinen Blumenstrauß, keinen Wecker ( FLB-Auszeichung) - ja nicht einmal einen Kugelschreiber oder etwa nette Worte. Danke Merkel, kann ich da nur sagen :).
[Anm. d. Redaktion: Bei Concordia werden Schiedsrichter nach dem Leistungsprinzip entschädigt.]

Was reizt Dich besonders am Amt des Schiedsrichters?

KSRDM1: Es ist natürlich diese unglaubliche Ausübung der MACHT ... Nein es macht mir Tatsache noch Spaß. Ich habe viele verrückte und nette Menschen dadurch kennen gelernt.

Läuferische Defizite kaschiert KSRDM1 auf dem Platz durch eindrucksvolle Gesten.

Warum nennst Du Dich eigentlich KSRDM1?

KSRDM1: STOP!!! Ich bin vielleicht nicht die hellste Kerze auf der Torte, aber auf solch eine Idee komm ich nun wirklich nicht. Diesen Namen habe ich meinem ehemaligen Mitbewohner Lutz zu verdanken.

Du bist der einzige Schiedsrichter des Havellandes, der einen eigenen Fanklub hat. Auf der Facebook-Seite "Schiedsrichter Denny Müller" kann sich der ganze Fußballkreis über Deine Faserrisse und Spieleinsätze informieren, aber auch pikante Details aus Deinem "Arbeits"- und Privatleben erfahren. Überwiegt da bei Dir die Freude über die vielen Unterstützer:innen oder wünschst Du Dir manchmal auch etwas mehr Privatsphäre?

KSRDM1: Es ist schwer darauf eine passende Antwort zu geben. Ich denke aber, dass mich der harte Arbeitsalltag ablenkt. Ja klar, es ist beruflich die Hölle, aber einer muss es ja machen.

Auf der von Fans betriebenen Facebookseite Schiedsrichter Denny Müller werden immer wieder pikante Details aus dem Privatleben Denny Müllers verraten. Dieses Foto belegt, dass Mitbewohner versuchen, ein Gedenkgesteck für Max Dortu vor dem Appetit des KSRDM1 zu schützen. Ob die Bitte erfolgreich war, ist nicht überliefert.

In unserem Sommerinterview vor zwei Wochen äußerte der Vereinsfotograf Jan Kuppert zwar Anerkennung für Deinen trotz aller Gewichtsprobleme gezeigten Einsatz auf dem Platz. Er äußerte aber auch Bedenken an Deiner Vorliebe für den sächsischen Drittligaverein Dynamo Dresden. Teilst Du seine Befürchtung, dass ein Dynamowäscheträger die Concordiafans vergrämen könnte?

KSRDM1: Ich denke, das dürfte für Concordiafans kein Problem sein. Viele gehen ja auch zum SV Babelsberg 03. Also sind sie nicht nur tolerant, sondern auch schmerzerfahren.

Wie verbringt eigentlich ein Kreisschiedsrichter die Saisonpause? Schwitzt Du eher im Gym auf dem Laufband oder geht es erstmal mit einem Band Kafka oder Gogol in den Liegestuhl?

KSRDM1: Ein Kreisschiedsrichter hat keine Pause, wir sind hier an der Basis. Liegestuhl ist eher im Bereich des DFB oder bei der FIFA Thema.

Wann beginnt die intensive Vorbereitungsphase für die Schiedsrichter des Havellandes?

KSRDM1: Sie beginnt nicht, sie endet einfach nie.

Auf der Sandscholle gegen jede Naturgewalt im Einsatz ...

Bleibt da noch genügend Zeit für Deinen Job als Platzwart auf der Sandscholle?

KSRDM1: Ja klar, Zeitmanagment ist schon gefragt.

Wir hoffen, Du bekommst auch weiter alles unter einen Hut! Vielen Dank für die aufschlussreichen Antworten.


Weitere Interviews gibt es hier: Concordia im Interview

Im Interview (Folge 2): Bela Losch

Vom 11.08.2022

Viel mehr Concordia geht eigentlich nicht. Bela Losch gehört seit Jahren zu den Gesichtern unseres Vereins. Seitdem er 2012 bei den F-Junioren zum ersten Mal die Töppen für Concordia schnürte, hat er hier alle Altersklassen durchlaufen und vom Stürmer bis zum Torwart fast alles mal gespielt - zuletzt war er zumeist als Außenverteidiger in der Landesklasse der A-Junioren eingesetzt. 2021 stieg Bela als Trainer bei den D-Junioren ein. In der bevorstehenden Spielserie wird er unser Erwachsenenteam verstärken. Vor dem Saisonstart haben wir ihn zu einem Interview eingeladen.

Hallo Bela, wie bist Du eigentlich zu Concordia gekommen?

Bela Losch: So genau weiß ich das gar nicht mehr. Ich glaube über einen Nachbarn kannten wir den Verein und daraufhin haben ich und ein Freund uns damals dann angemeldet.

Erinnerst Du Dich noch an Dein erstes Spiel?

Bela Losch: Nicht genau. Wir hatten davor auf jeden Fall schon eine Weile an der Kurfürstenstraße auf einem Schotterplatz Training gehabt bevor es auf den (Kunst-)Rasen ging. Das erste Spiel (damals mit Denny Müller als Trainer) haben wir - soweit ich weiß - ziemlich deutlich mit 0:8 verloren. Ein großer Erfolg, wie sich in den nächsten paar Saisons rausstellte, da es nicht zweistellig war.

Frühes Karriere-Highlight: Mit dem Team Gummibärenbande gewinnt Bela Losch die erste Auflage der Concordia-Ferienspiele. Die Goldmedaille überreicht Almedin Civa.

Du hast in unserem Verein alle Altersklassen von den F- bis zu den A-Junioren durchlaufen. Das klingt ja sehr nach Fußballromantik und einer Bilderbuchkarriere im Kiez. Warum hast Du es so lange mit Concordia ausgehalten?

Bela Losch: Das frage ich mich auch schon lange. Aber ich glaube, es gibt keinen Grund, warum man es nicht hier aushalten sollte. Unsere Leistung war nie wirklich wichtig, abgesehen davon, dass man als Spieler natürlich gerne gewonnen hat. Ansonsten hatte man vor allem Spaß daran und war schnell Teil eines Teams und des ganzen Vereins. Dadurch wird es dann auch irgendwie ein Teil des eigenen Lebens.

Motiviert bis in die Zungenspitze schon als E- und D-Junior

Der Jahrgang 2003 rückt in der neuen Saison aus den A-Junioren zu den Erwachsenen auf. Wie fühlt Ihr Euch im neuen Team aufgenommen?

Bela Losch: Bisher sind wir richtig gut aufgenommen und integriert worden. Unser Zusammenspiel funktioniert auch immer besser und wird inzwischen schon ziemlich ansehnlich. Josef arbeitet auch daran, dass wir uns dabei stetig verbessern. Insgesamt sind wir alle ziemlich positiv für die kommende Saison eingestellt.

Einige A-Junioren haben ja schon die ersten Einsätze bei den Erwachsenen absolviert. Wie groß ist die Umstellung? Was läuft auf dem Platz anders als in der Landesklasse A-Junioren?

Bela Losch: Es wird natürlich deutlich körperlicher und man hat Gegenspieler, die mal gut 10 kg mehr wiegen. Darauf muss man sich dann auch erst mal einstellen. Ein anderer großer Unterschied ist aber auch, dass wir jetzt immer vor einigen Fans spielen. Es macht auf jeden Fall nochmal mehr Spaß, wenn man vor über 100 Zuschauern spielt anstatt vor so 15. Vor allem, weil wir letzte Saison selber immer mal Zuschauer waren.

Einsatzstarker Außenverteidiger bei den A-Junioren

In der letzten Saison hast Du zusammen mit Johannes Emken die D1, also den Jahrgang 2009 trainiert. Meistens läuft es ja so, dass die Abteilung Kinder- und Jugendfußball auf der Suche nach Trainern ist und bestimmte Spieler anspricht. Bei Dir war es anders herum. Du hast Dich gemeldet, weil Du gern ein Jugendteam trainieren willst. Was hat Dich an dieser Aufgabe gereizt?

Bela Losch: Ich hatte nach der Schule erst mal nicht so wirklich einen Plan, was ich machen könnte. Da ich aber in die Richtung Sport evtl. auch als Lehrer gerne etwas machen wollte und Fußball auch eine große Leidenschaft ist, hatte ich daran Interesse. Und dafür kam dann natürlich Cordi als erstes in Frage.

Wie lief die erste Saison? Was hat sich in dem Team verbessert? Und was hast Du selbst noch gelernt?

Bela Losch: Im Großen und Ganzen sind wir mit der Saison zufrieden. Wir hatten schon einige gute Phasen mit schönem Fußball. Klar gab es auch mal schlechtere, aber die gehören eben auch dazu und wir konnten sie auch immer überwinden. Das Zusammen- spiel untereinander hat sich schon deutlich verbessert und auch technisch ist die Mannschaft größtenteils schon sehr fortgeschritten. Über die Saison bekommt man viele neue Erfahrungen mit. Man sieht das ganze Spiel mehr von außen, lernt wie man anderen etwas erklären und beibringen kann. Dadurch entwickelt man sich bei der Aufgabe auch weiter.

Nun steht den 2009ern die erste Großfeldsaison bevor. Der Schritt ist ja mindestens so groß wie der Wechsel von der A in den Erwachsenenbereich. Erinnerst Du Dich noch an Dein erstes Spieljahr auf dem Großfeld und hilft Dir diese Erfahrung, Dein Team gut darauf vorzubereiten?

Bela Losch: Unser erstes Jahr auf dem Großfeld lief ziemlich gut. Lutz hatte uns schon das Jahr davor immer wieder intensiv vorbereitet und das versuchen Jo und ich jetzt natürlich auch. Da wir beide bisher noch nicht wirklich erfahren sind als Fußballtrainer, lassen wir uns auch immer von unseren Kollegen inspirieren und ich versuche auch möglichst meine bisherigen Erfahrungen mit einfließen zu lassen.

Fußballverrückter und zuverlässiger Jugendtrainer

Was machst Du eigentlich persönlich, wenn Du nicht auf dem Fußballplatz stehst?

Bela Losch: Aktuell arbeite ich in Teilzeit und möchte ab Oktober anfangen, zu studieren. Ansonsten bin ich mit Freunden unterwegs, gehe gerne ins Kino und ich bin häufig im Fitnessstudio.

Was hast Du Dir für die nächsten Jahre vorgenommen?

Bela Losch: Wenn es klappt, möchte ich im Oktober anfangen, Sport und Mathe auf Lehramt zu studieren. Ansonsten im Fußball weitermachen, sowohl als Spieler als auch als Trainer. Und natürlich wäre es auch für uns ein großer Erfolg wenn wir in den nächsten Jahren mit dem Erwachsenenteam den Aufstieg schaffen würden.

Vielen Dank für das Gespräch. Wir hoffen, dass alles genau so kommt!

Weitere Interviews gibt es hier: Concordia im Interview


Concordia startet Dauerkartenverkauf

Vom 03.08.2022

In den letzten Wochen wurde schon mehrfach nach dem Start des Dauerkartenverkaufes bei Concordia 06 gefragt.

Nun ist es soweit: Am Sonntag, 7.8. öffnen auf der Sandscholle die Kassenschalter.
Also räumt Eure Konten und investiert in sichere Wärme, Freundschaft und Zukunft - also in Concordia.

Concordia fordert vom FLB: Vereinswechsel im Breitensport muss zum Saisonende ohne Sperrfrist und Zustimmung möglich sein!

Vom 14.07.2022

Die Abteilung Kinder- und Jugendfußball hat einen Brief an die Mitglieder des Präsidiums des Fußball-Landesverbandes Brandenburg (FLB) gerichtet, um auf die inakzeptable Einschränkung von Vereinswechseln im Kinder-, Jugend- und Freizeitfußball hinzuweisen.

Wir fordern eine Änderung der Spielordnung, um sicherzustellen, dass Spieler:innen, die ohne Vertrag Fußball spielen, zum Saisonende den Verein wechseln können, ohne sich von ihren alten Vereinen bei der Vereinswahl bevormunden lassen oder Sperrfristen fürchten zu müssen. Eine Zustimmung zum Vereinswechsel soll nur möglich sein, wenn und solange Beiträge offen sind oder materielle Verpflichtungen nicht erfüllt wurden.

Den Brief im Wortlaut gibt es unter dem folgenden Link:

brief-an-flb-praesidium-freier-wechsel-zum-saisonende.pdf

Im Interview: Sportfotograf Jan Kuppert

Vom 12.07.2022

Mit dem Bundesliga-Fotografen Jan Kuppert gelang dem SV Concordia Nowawes 06 mitten in der Corona-Pandemie eine der spektakulärsten Verpflichtungen im Fußballkreis Havelland. Nun hat Kuppert sein Engagement bei Concordia überraschend gleich um fünf Jahre verlängert. Nach der Vertragsverlängerung konnten wir ihn zu einem Exklusiv-Interview begrüßen:

Guten Tag, Jan Kuppert. Concordia hat beim Poker um Deine Vertragsverlängerung prominente Vereine wie den 1. FFC Turbine, Hertha BSC, den VfL Wolfsburg oder den HSV ausgestochen. Warum hast Du ausgerechnet hier unterschrieben?

Jan Kuppert: Ich könnte jetzt sagen: "In der neuen Saison habe ich mir vorgenommen, mich mit der Rikscha zu den Spielen fahren zu lassen. Leider gab es keinen Anbieter, der mir Reisen nach Hamburg oder Wolfsburg mit dem 9 Euro-Ticket angeboten hat. Daher blieb am Ende eben nur Concordia in der Verlosung. Manchmal muss man solche Schicksalsschläge eben akzeptieren und nimmt dann eben den Spatz in der Hand". Die Wahrheit ist, ich mag Concordia einfach und wenn ich den Verein mit meinen Fotos unterstützen kann, mache ich das gern.

Gab es in Deiner Fotografenlaufbahn Spiele und Situationen an die Du Dich besonders gern erinnerst?

Jan Kuppert: Als ich noch jung war, bin ich gerne mit dem Fahrrad zu Landespokalspielen gefahren. Ob Templin oder Schöneiche, das waren schon tolle Erlebnisse. Das Highlight war aber, zum Spiel Wolfsburg gegen Sand mit dem Fahrrad anzureisen. 200 km und 9 Stunden volle Lotte in die Pedale treten - und auf den Spuren von Jan Ullrich [Anm. d. Red.: früherer Teilnehmer der Apothekenrundfahrt] wandeln.

Deine ikonischen Fotos haben bei Concordia längst Kultstatus erreicht. Worauf kommt es bei einem guten Spielfoto an?

Jan Kuppert: Ein gutes Foto muss die Dynamik und Atmosphäre eines besonderen Momentes einfangen. Bei Concordia muss man ja eigentlich nur draufhalten. Ich denke, wenn die Fotos in Farbe sind, gibt es keine Probleme. Vielleicht noch etwas Schärfe, wobei man da zu Hause am Computer mit Pfefferspray noch etwas nachbearbeiten kann.

Wir haben uns gewundert, dass es am Ende gleich ein Fünfjahreskontrakt geworden ist. Wie hältst Du Dich fit, um auch 2027 noch erstklassige Fotos liefern zu können? Das Spiel wird ja schneller und Concordia wird nicht mehr lange im Kreismaßstab spielen.

Jan Kuppert: Vom Tempo her kann ich ja heute schon nicht mehr mithalten. Einiges lässt sich mit Erfahrung ausgleichen. Aber natürlich beschäftige ich mich auch damit, wie ich die Konditionslücke dauerhaft durch Einsatz moderner Technik kompensieren kann.

Auf den Fußballplätzen zwischen Premnitz und Schönwalde halten sich hartnäckig die Gerüchte, dass Dein Gehalt nur durch eine intensivere Vermarktung des im Verein tätigen Kreisschiedsrichters Denny Müller bezahlbar ist? Kennst Du entsprechende Planungen?

Jan Kuppert: Ich hoffe nicht, dass sich Concordia bei meiner Bezahlung auf so dünnem Eis bewegt. Früher habe ich Denny Müller auch sehr geschätzt, gerade weil er trotz seiner Gewichtsprobleme jedes Wochenende auf den Plätzen des Havellandes sein Bestes gegeben hat. Auf Dauer wird man mit diesem Dynamowäscheträger aber die Leute eher vergrämen, statt Wandteller mit seinem Porträt zu verkaufen. Wenn der Verein wirklich Geldsorgen hat, kann eine richtige Vermarktungsagentur helfen. Die Sportsman Group von Klaus Brüggemann soll sich in diesem Stadtteil gut auskennen.

Wie bereitet sich ein Spitzenfotograf eigentlich auf die neue Fußballsaison vor?

Jan Kuppert: Ich lasse den Fußball jetzt erst einmal hinter mir. Zuletzt bin ich mit einem Freund mit der Rikscha nach Sylt gefahren. Mitunter reicht aber auch ein Moskauer Eis unter Obstbäumen in der Alexandrowka, um neue Kräfte zu tanken. So macht der Sommer Spaß!

Wir danken für das Gespräch und wünschen noch ein paar erholsame Tage bis zum Saisonstart.

Concordia sucht Verstärkung

Vom 23.06.2022

Für die neue Saison haben wir wieder einige freie Plätze in den folgenden Teams zu vergeben:

  • 2004/2005
  • 2006
  • 2009
  • 2013
  • 2014

Meldet euch, wenn ihr Teil von Concordia werden wollt!

Concordia-Ferienspiele in der 1. Woche der Herbstferien

Vom 09.06.2022

Vor 10 Jahren fanden zum ersten Mal die Concordia-Ferienspiele statt (siehe Fotos). Vor allem aus dem Team der Green Turtles sind inzwischen einige Persönlichkeiten herausgewachsen, die damals mit der erforderlichen Mischung aus Teamgeist, Neugier und gutem Appetit die Bronzemedaille gewannen und heute auf dem besten Weg zur Vereinslegende sind.

In den Herbstferien 2022 finden die Ferienspiele vom 24. bis 28. Oktober für die Jahrgänge 2010 bis 2012 statt. Wer neue Freundschaften knüpfen, Fußball spielen und die Stadt erkunden will, ist in der ersten Woche der Herbstferien genau richtig bei uns und sollte den Termin schon mal vormerken.

Hier geht es zum Anmeldeformular. concordia-ferienspiele-2022-anmeldeformular.pdf