Kinder beim Fußballspielen auf Kunstrasen

Aktuelles

Im interview (folge 4): der präsident

Vom 14.09.2022

Seit der Neugründung des SV Concordia Nowawes 06 ist Alexander Kallenbach Vorsitzender unseres Vereins. Seine Brötchen verdient er mit seiner Hauskrankenpflegefirma. Über sein Privatleben ist nur bekannt, dass er Artikel für das Stadionheft des SV Babelsberg 03 schreibt, dass er dessen Fanclub "Stehplatz ermässigt" in einer Zeit mitgründete, als die Eintrittspreise im Karli noch mäßig waren und dass ihn seine Freunde aus unerfindlichen Gründen Lepetit nennen. Wir haben ihn gefragt, wie bei Concordia alles begann und wohin es noch führen soll.

Man hört ja einige Geschichten der Vereins(neu)gründung zum Jahresende 2006 in der Stadtteilkneipe Nowawes, aus der Du als 1.Vorsitzender hervorgegangen bist. Erzähl doch nochmal wie das war.

Der Präsident: Wir hatten damals die Idee, auch nach Erfahrungen bei anderen Vereinen, etwas grundsätzlich anderes zu schaffen und sind mit vielen neuen Ideen gestartet. Dazu fanden sich knapp zwei Hand voll Leute zusammen und gründeten am 19.12.2006 diesen Verein. Gerade noch rechtzeitig, um wieder als „06“ eingetragen werden zu können. Wir sehen uns natürlich auch in der „Tradition“ des 1906 gegründeten Arbeitersportvereins.

Es hält sich beharrlich das Gerücht, ich hätte die damals anwesenden Gründungsmitglieder mit einer nicht unerheblichen Menge an Süßigkeiten dazu gebracht, mich zu wählen. Ich weiß nicht, wer diese ungeheuerlichen Gerüchte in die Welt gebracht hat. Ich kann hier nur mit aller Deutlichkeit sagen, dass diese Behauptungen ganz klar und in allen ihren Details ... stimmen. Natürlich hatte ich alle sachlichen Argumente auf meiner Seite. Aber sicher ist ja bekanntlich sicher.

Seitdem bist Du durchgängig der 1. Vorsitzende des Vereins geblieben. Von solchen Amtszeiten träumen ja viele Diktatoren dieser Welt. Was ist dein Erfolgsgeheimnis?

Der Präsident: Ich habe diesen „Job“ nach außen hin immer als unglaublich anstrengend und zeitraubend dargestellt. Auch deshalb hat sich niemand gefunden, der sich aufgedrängt hätte. Ich denke, durch eine Mischung aus merkelscher Gelassenheit und pragmatischer Lösung der Anforderungen und Herausforderungen ist uns als Gruppe gelungen, diesen Verein zu dem zu machen, was er heute ist. Wir wollten von Anfang an keine Hierarchien haben und alles gemeinsam entscheiden. Ich denke, das ist uns sehr gut gelungen. Deshalb sehe ich diese Funktion mehr als Mittel zum Zweck. Letztlich sind die anfallenden Aufgaben auf viele Schultern verteilt.

Du hast in deinen Jahren bei Concordia schon einiges erlebt. Was waren deine Highlights?

Der Präsident: Neben der durchaus rasanten Entwicklung mit mittlerweile deutlich mehr als 350 Mitgliedern gab es durchaus auch Erfolge abseits vom sportlichen Bereich. Einer unserer größten Erfolge war sicher die Entwicklung der Nowawiese. Zunächst begann alles mit der Besetzung einer Wiese. Die von uns selbst liebevoll gebauten Tore wurden kurze Zeit später durch die Stadt wieder entfernt. In der Folge errichteten wir feste Tore, dabei kam dann auch reichlich Beton zum Einsatz. Das zahlte sich aus. Immerhin schaffte es dieses Projekt in den offiziellen Kinderstadtplan der Stadt. Das war schon eine schöne Geschichte. Auch unsere gemeinsamen Feste mit unseren Freunden der Datscha und wirksame Aktionen und Demonstrationen in der Stadt brachten Aufmerksamkeit und zeigten, dass wir über den Tellerrand eines Sportvereins hinausschauen wollen.

Gab es auch Sachen, die nicht so gut liefen?

Der Präsident: Da fällt mir wirklich nicht so viel ein. Natürlich gab es auch Probleme, die wir aber gemeinsam immer gut lösen konnten.

Nochmal zu Nowawiese, deren Prozess du ja schon kurz angesprochen hast. Da gab es damals auch einige Diskussionen mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, welche der Nowawiese nicht gerade positiv begegnete. Mit einigen baulichen Besonderheiten - wie der unzureichenden Beleuchtung oder fehlenden Sanitäreinrichtungen - haben wir ja immer noch zu kämpfen. Kannst du nochmal den Weg dahin beschreiben?

Der Präsident: Es war ein langer Weg. Vor allem die Position der Stiftung war einfach nicht zu verstehen. Die Stiftung möchte ein Potsdam wie vor langer Zeit. Doch eine Stadt entwickelt sich nun einmal. Deshalb sollten Anlagen wie die Parks oder die entsprechenden Vorflächen einfach auch für gemeinschaftliche Nutzungen mitgedacht werden. Dadurch würde sicher auch das Verständnis für den Erhalt historischer Gebäude und Anlagen steigen. Am Beispiel der Nowawiese konnte das gut beobachtet werden. Die Stiftung begründete die Ablehnung immer mit den gestörten Sichtbeziehungen aus dem Park Babelsberg. Doch was sehen die Besucher:innen? Durch den Sportplatz wird die Aussicht auf die Schnellstraße und das Zentrum Ost getrübt. Ich hatte damals schon zugesichert, dass wir den Sportplatz zurückbauen, wenn dort anstelle der Bebauung wieder Wiesen zu bestaunen sind.

Concordia wurde ja damals von euch bewusst als Kinder- und Jugendverein gegründet. Vor einigen Jahren wurde dann auch ein Erwachsenenteam gegründet. Wie kam es dazu?

Der Präsident: Als die Kinder der ersten Stunde nach mehr als zehn Jahren plötzlich keine Kinder mehr waren und sich einfach keinen anderen Verein suchen wollten, standen wir vor der Entscheidung, den Weg gemeinsam weiter bestreiten zu „müssen“. Also beschlossen wir, es den noch Jugendlichen selbst als Aufgabe zu geben. Sie sollten sich organisieren und den Spielbetrieb im Erwachsenenbereich gestalten. Das hat sehr gut geklappt und es fanden sich auch viele Unterstützende. Mittlerweile haben wir sogar eine ansehnliche Fangemeinschaft, die das Team auf der Sandscholle und regelmäßig auch auswärts unterstützt.

Concordia ist seit der Vereinsgründung kontinuierlich gewachsen. Über die Jahre kamen immer weitere Teams hinzu. Wie geht das in einer Stadt, die eigentlich schon immer akuten Mangel an Sportflächen hat?

Der Präsident: Das ist ja ein grundlegendes Problem in Potsdam. Alle Vereine kämpfen mit dem Mangel an Sportstätten. Da es eine freiwillige Leistung der Kommune ist, wurde in den letzten Jahren kein einziger wettkampffähiger Platz neu gebaut. Der Bedarf ist aber eher größer geworden. Das konnten und können wir nur mit viel Kreativität und Kompromissen lösen. Ein weiteres Problem ist, dass an neuen Schulstandorten keine Wettkampf-Flächen entstehen, sondern nur die Minimalanforderungen für Schulsportflächen erfüllt werden. Da muss sich an den (Förder)Richtlinien einiges ändern. Vielleicht sollte man auch daran denken, Gewerbeobjekte in den Blick zu nehmen und Investoren zu verpflichten, auch Flächen für die Gemeinschaft zu ertüchtigen. Ich denke da zum Beispiel an Sportflächen auf Dächern. In Berlin gibt es so etwas bereits.

Manchmal begegnet man dir auch im Karl-Liebknecht-Stadion sogar außerhalb der Nordkurve. Du stehst im Fanshop hinter dem Tresen und schreibst seit Jahren Texte für das Stadionheft. Lastet Dich Concordia nicht voll aus?

Der Präsident: Nulldrei-Fan bin ich schon seit Ende der Neunziger, das war einfach schon vor meiner Concordia-Zeit. Das legt man natürlich nicht ab. Außerdem gibt es ohnehin eine große Schnittmenge zwischen beiden Vereinen, sowohl inhaltlich als auch personell. Viele Spieler unseres Erwachsenenteams stehen regelmäßig in der Nordkurve und viele Nulldreier:innen schauen sich Spiele von Concordia an. Es gibt sogar einige Menschen, die sich vom großen Bruder abgewandt haben und lieber Spiele auf der Sandscholle besuchen. Trotzdem bleibt Nulldrei für mich unterstützenswert und eine Herzensangelegenheit, auch wenn ich nicht immer einverstanden bin mit dem, was dort passiert.

Was hast du noch vor mit Concordia?

Der Präsident: Ich denke, wir haben schon echt viel erreicht. Gerade der Aspekt, dass wir im Verein den Erfolg nicht nur an sportlichen Ergebnissen messen, ist eine tolle Sache. In Zukunft wollen wir dafür sorgen, dass sich diese Ansicht vielleicht weiter verbreitet. Ob das in den bestehenden Strukturen wirklich möglich ist, weiß ich nicht. Die Vorstellung, sich von den aktuell notwendigen Vorgaben der Fußballverbände zu lösen und etwas komplett Neues zu machen, ist faszinierend. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich auch andere Vereine finden lassen, die auf diese verkrusteten Organisationen einfach keinen Bock mehr haben. Das System (Kinder)Fußball neu zu denken, dafür ist unser Verein doch geradezu berufen.

Vielen Dank für das Interview.


Alle anderen Interviews der Reihe findet ihr hier: concordia-nowawes.de/kiosk/concordia-im-interview

Im interview (folge 3): denny müller

Vom 07.09.2022

Zwischen Paulinenaue und Niemegk kennen die Fußballfans des Havellandes ihn als Kreisschiedsrichter Denny Müller. Sie haben ihm den Beinamen KSRDM1 gegeben und eine eigene Fanseite auf Facebook eingerichtet. Denny "arbeitet" auf dem Sportplatz Sandscholle als Platzwart und ist dort auch als Trainer, Betreuer und Karussell unserer E1 tätig. Zuletzt musste er allerdings heftige Kritik unseres Vereinsfotografen Jan Kuppert einstecken, der in einem Interview auf dieser Homepage Müllers mangelnde Fitness und dessen Vorliebe für einen sächsischen Absteigerverein kritisierte.
Wir haben Denny Müller vor der Saison zu einigen der Mythen und Funktionen, die ihn umranken, befragt. Nun hat er - trotz Terminfülle und beruflichem Leistungsdruck - die Zeit gefunden, unsere Fragen zu beantworten.

Hallo Denny, obwohl Dich ja eigentlich die meisten Fußballfans als Kreisschiedsrichter kennen, hat Deine Karriere in unserem Verein eigentlich als Kindertrainer begonnen. Wie ist das zustandegekommen?

KSRDM1: Das ist ein gute Frage, ich glaube vor ca. 11 Jahren wurde ich gefragt ob ich mal aushelfen kann, da ein Trainer beim Hallentraining fehlte. Obwohl damals sogar die Tochter unseres Präsidenten in dieser Trainingsgruppe war, blieb es mir nicht nur in bleibender sondern auch in positiver Erinnerung. Tja und schwupps begann die Trainerkarriere.

Warum bist Du bis heute bei Concordia geblieben und nicht zum höherklassigen SV Babelsberg 03 gewechselt?

KSRDM1: Puhhh, klar hat der SV Babelsberg versucht, mich mit viel Geld und auch mit einer Topleistungsmannschaft zu überreden. Ich finde zwar auch, dass der SV Babelsberg 03 sportlich höherklassig ist ... aber menschlich ist Concordia dem Verein Lichtjahre voraus.

Nun bist Du schon einige Jahre als Schiedsrichter für Concordia im Havelland unterwegs. Zeitzeugen erinnern sich noch heute an Deinen ersten Schirieinsatz. Es soll in Teltow gewesen sein. Ein Unterstützer musste die Zeit stoppen, weil Deine umgehängte Stoppuhr stehengeblieben war. Und ein Spieler des Teltower FV kam um die Gelbe Karte herum, weil Du sie nicht unter dem engen Leibchen herausbekommen hast. Wann jährt sich dieses erste Spiel zum 10. Mal? Oder haben wir das Jubiläum schon verpasst?

KSRDM1: Am 3.10.2022 werden es genau 11 Jahre. Leider muss auch unser Schiedsrichterobmann sparen. So gab es bis heute keinen Presentkorb, keinen Blumenstrauß, keinen Wecker ( FLB-Auszeichung) - ja nicht einmal einen Kugelschreiber oder etwa nette Worte. Danke Merkel, kann ich da nur sagen :).
[Anm. d. Redaktion: Bei Concordia werden Schiedsrichter nach dem Leistungsprinzip entschädigt.]

Was reizt Dich besonders am Amt des Schiedsrichters?

KSRDM1: Es ist natürlich diese unglaubliche Ausübung der MACHT ... Nein es macht mir Tatsache noch Spaß. Ich habe viele verrückte und nette Menschen dadurch kennen gelernt.

Warum nennst Du Dich eigentlich KSRDM1?

KSRDM1: STOP!!! Ich bin vielleicht nicht die hellste Kerze auf der Torte, aber auf solch eine Idee komm ich nun wirklich nicht. Diesen Namen habe ich meinem ehemaligen Mitbewohner Lutz zu verdanken.

Du bist der einzige Schiedsrichter des Havellandes, der einen eigenen Fanklub hat. Auf der Facebook-Seite "Schiedsrichter Denny Müller" kann sich der ganze Fußballkreis über Deine Faserrisse und Spieleinsätze informieren, aber auch pikante Details aus Deinem "Arbeits"- und Privatleben erfahren. Überwiegt da bei Dir die Freude über die vielen Unterstützer:innen oder wünschst Du Dir manchmal auch etwas mehr Privatsphäre?

KSRDM1: Es ist schwer darauf eine passende Antwort zu geben. Ich denke aber, dass mich der harte Arbeitsalltag ablenkt. Ja klar, es ist beruflich die Hölle, aber einer muss es ja machen.

In unserem Sommerinterview vor zwei Wochen äußerte der Vereinsfotograf Jan Kuppert zwar Anerkennung für Deinen trotz aller Gewichtsprobleme gezeigten Einsatz auf dem Platz. Er äußerte aber auch Bedenken an Deiner Vorliebe für den sächsischen Drittligaverein Dynamo Dresden. Teilst Du seine Befürchtung, dass ein Dynamowäscheträger die Concordiafans vergrämen könnte?

KSRDM1: Ich denke, das dürfte für Concordiafans kein Problem sein. Viele gehen ja auch zum SV Babelsberg 03. Also sind sie nicht nur tolerant, sondern auch schmerzerfahren.

Wie verbringt eigentlich ein Kreisschiedsrichter die Saisonpause? Schwitzt Du eher im Gym auf dem Laufband oder geht es erstmal mit einem Band Kafka oder Gogol in den Liegestuhl?

KSRDM1: Ein Kreisschiedsrichter hat keine Pause, wir sind hier an der Basis. Liegestuhl ist eher im Bereich des DFB oder bei der FIFA Thema.

Wann beginnt die intensive Vorbereitungsphase für die Schiedsrichter des Havellandes?

KSRDM1: Sie beginnt nicht, sie endet einfach nie.

Bleibt da noch genügend Zeit für Deinen Job als Platzwart auf der Sandscholle?

KSRDM1: Ja klar, Zeitmanagment ist schon gefragt.

Wir hoffen, Du bekommst auch weiter alles unter einen Hut! Vielen Dank für die aufschlussreichen Antworten.


Weitere Interviews gibt es hier: Concordia im Interview

Im interview (folge 2): bela losch

Vom 11.08.2022

Viel mehr Concordia geht eigentlich nicht. Bela Losch gehört seit Jahren zu den Gesichtern unseres Vereins. Seitdem er 2012 bei den F-Junioren zum ersten Mal die Töppen für Concordia schnürte, hat er hier alle Altersklassen durchlaufen und vom Stürmer bis zum Torwart fast alles mal gespielt - zuletzt war er zumeist als Außenverteidiger in der Landesklasse der A-Junioren eingesetzt. 2021 stieg Bela als Trainer bei den D-Junioren ein. In der bevorstehenden Spielserie wird er unser Erwachsenenteam verstärken. Vor dem Saisonstart haben wir ihn zu einem Interview eingeladen.

Hallo Bela, wie bist Du eigentlich zu Concordia gekommen?

Bela Losch: So genau weiß ich das gar nicht mehr. Ich glaube über einen Nachbarn kannten wir den Verein und daraufhin haben ich und ein Freund uns damals dann angemeldet.

Erinnerst Du Dich noch an Dein erstes Spiel?

Bela Losch: Nicht genau. Wir hatten davor auf jeden Fall schon eine Weile an der Kurfürstenstraße auf einem Schotterplatz Training gehabt bevor es auf den (Kunst-)Rasen ging. Das erste Spiel (damals mit Denny Müller als Trainer) haben wir - soweit ich weiß - ziemlich deutlich mit 0:8 verloren. Ein großer Erfolg, wie sich in den nächsten paar Saisons rausstellte, da es nicht zweistellig war.

Du hast in unserem Verein alle Altersklassen von den F- bis zu den A-Junioren durchlaufen. Das klingt ja sehr nach Fußballromantik und einer Bilderbuchkarriere im Kiez. Warum hast Du es so lange mit Concordia ausgehalten?

Bela Losch: Das frage ich mich auch schon lange. Aber ich glaube, es gibt keinen Grund, warum man es nicht hier aushalten sollte. Unsere Leistung war nie wirklich wichtig, abgesehen davon, dass man als Spieler natürlich gerne gewonnen hat. Ansonsten hatte man vor allem Spaß daran und war schnell Teil eines Teams und des ganzen Vereins. Dadurch wird es dann auch irgendwie ein Teil des eigenen Lebens.

Der Jahrgang 2003 rückt in der neuen Saison aus den A-Junioren zu den Erwachsenen auf. Wie fühlt Ihr Euch im neuen Team aufgenommen?

Bela Losch: Bisher sind wir richtig gut aufgenommen und integriert worden. Unser Zusammenspiel funktioniert auch immer besser und wird inzwischen schon ziemlich ansehnlich. Josef arbeitet auch daran, dass wir uns dabei stetig verbessern. Insgesamt sind wir alle ziemlich positiv für die kommende Saison eingestellt.

Einige A-Junioren haben ja schon die ersten Einsätze bei den Erwachsenen absolviert. Wie groß ist die Umstellung? Was läuft auf dem Platz anders als in der Landesklasse A-Junioren?

Bela Losch: Es wird natürlich deutlich körperlicher und man hat Gegenspieler, die mal gut 10 kg mehr wiegen. Darauf muss man sich dann auch erst mal einstellen. Ein anderer großer Unterschied ist aber auch, dass wir jetzt immer vor einigen Fans spielen. Es macht auf jeden Fall nochmal mehr Spaß, wenn man vor über 100 Zuschauern spielt anstatt vor so 15. Vor allem, weil wir letzte Saison selber immer mal Zuschauer waren.

In der letzten Saison hast Du zusammen mit Johannes Emken die D1, also den Jahrgang 2009 trainiert. Meistens läuft es ja so, dass die Abteilung Kinder- und Jugendfußball auf der Suche nach Trainern ist und bestimmte Spieler anspricht. Bei Dir war es anders herum. Du hast Dich gemeldet, weil Du gern ein Jugendteam trainieren willst. Was hat Dich an dieser Aufgabe gereizt?

Bela Losch: Ich hatte nach der Schule erst mal nicht so wirklich einen Plan, was ich machen könnte. Da ich aber in die Richtung Sport evtl. auch als Lehrer gerne etwas machen wollte und Fußball auch eine große Leidenschaft ist, hatte ich daran Interesse. Und dafür kam dann natürlich Cordi als erstes in Frage.

Wie lief die erste Saison? Was hat sich in dem Team verbessert? Und was hast Du selbst noch gelernt?

Bela Losch: Im Großen und Ganzen sind wir mit der Saison zufrieden. Wir hatten schon einige gute Phasen mit schönem Fußball. Klar gab es auch mal schlechtere, aber die gehören eben auch dazu und wir konnten sie auch immer überwinden. Das Zusammen- spiel untereinander hat sich schon deutlich verbessert und auch technisch ist die Mannschaft größtenteils schon sehr fortgeschritten. Über die Saison bekommt man viele neue Erfahrungen mit. Man sieht das ganze Spiel mehr von außen, lernt wie man anderen etwas erklären und beibringen kann. Dadurch entwickelt man sich bei der Aufgabe auch weiter.

Nun steht den 2009ern die erste Großfeldsaison bevor. Der Schritt ist ja mindestens so groß wie der Wechsel von der A in den Erwachsenenbereich. Erinnerst Du Dich noch an Dein erstes Spieljahr auf dem Großfeld und hilft Dir diese Erfahrung, Dein Team gut darauf vorzubereiten?

Bela Losch: Unser erstes Jahr auf dem Großfeld lief ziemlich gut. Lutz hatte uns schon das Jahr davor immer wieder intensiv vorbereitet und das versuchen Jo und ich jetzt natürlich auch. Da wir beide bisher noch nicht wirklich erfahren sind als Fußballtrainer, lassen wir uns auch immer von unseren Kollegen inspirieren und ich versuche auch möglichst meine bisherigen Erfahrungen mit einfließen zu lassen.

Was machst Du eigentlich persönlich, wenn Du nicht auf dem Fußballplatz stehst?

Bela Losch: Aktuell arbeite ich in Teilzeit und möchte ab Oktober anfangen, zu studieren. Ansonsten bin ich mit Freunden unterwegs, gehe gerne ins Kino und ich bin häufig im Fitnessstudio.

Was hast Du Dir für die nächsten Jahre vorgenommen?

Bela Losch: Wenn es klappt, möchte ich im Oktober anfangen, Sport und Mathe auf Lehramt zu studieren. Ansonsten im Fußball weitermachen, sowohl als Spieler als auch als Trainer. Und natürlich wäre es auch für uns ein großer Erfolg wenn wir in den nächsten Jahren mit dem Erwachsenenteam den Aufstieg schaffen würden.

Vielen Dank für das Gespräch. Wir hoffen, dass alles genau so kommt!

Weitere Interviews gibt es hier: Concordia im Interview


Concordia startet dauerkartenverkauf

Vom 03.08.2022

In den letzten Wochen wurde schon mehrfach nach dem Start des Dauerkartenverkaufes bei Concordia 06 gefragt.

Nun ist es soweit: Am Sonntag, 7.8. öffnen auf der Sandscholle die Kassenschalter.
Also räumt Eure Konten und investiert in sichere Wärme, Freundschaft und Zukunft - also in Concordia.

Concordia fordert vom flb: vereinswechsel im breitensport muss zum saisonende ohne sperrfrist und zustimmung möglich sein!

Vom 14.07.2022

Die Abteilung Kinder- und Jugendfußball hat einen Brief an die Mitglieder des Präsidiums des Fußball-Landesverbandes Brandenburg (FLB) gerichtet, um auf die inakzeptable Einschränkung von Vereinswechseln im Kinder-, Jugend- und Freizeitfußball hinzuweisen.

Wir fordern eine Änderung der Spielordnung, um sicherzustellen, dass Spieler:innen, die ohne Vertrag Fußball spielen, zum Saisonende den Verein wechseln können, ohne sich von ihren alten Vereinen bei der Vereinswahl bevormunden lassen oder Sperrfristen fürchten zu müssen. Eine Zustimmung zum Vereinswechsel soll nur möglich sein, wenn und solange Beiträge offen sind oder materielle Verpflichtungen nicht erfüllt wurden.

Den Brief im Wortlaut gibt es unter dem folgenden Link:

brief-an-flb-praesidium-freier-wechsel-zum-saisonende.pdf

Im interview: sportfotograf jan kuppert

Vom 12.07.2022

Mit dem Bundesliga-Fotografen Jan Kuppert gelang dem SV Concordia Nowawes 06 mitten in der Corona-Pandemie eine der spektakulärsten Verpflichtungen im Fußballkreis Havelland. Nun hat Kuppert sein Engagement bei Concordia überraschend gleich um fünf Jahre verlängert. Nach der Vertragsverlängerung konnten wir ihn zu einem Exklusiv-Interview begrüßen:

Guten Tag, Jan Kuppert. Concordia hat beim Poker um Deine Vertragsverlängerung prominente Vereine wie den 1. FFC Turbine, Hertha BSC, den VfL Wolfsburg oder den HSV ausgestochen. Warum hast Du ausgerechnet hier unterschrieben?

Jan Kuppert: Ich könnte jetzt sagen: "In der neuen Saison habe ich mir vorgenommen, mich mit der Rikscha zu den Spielen fahren zu lassen. Leider gab es keinen Anbieter, der mir Reisen nach Hamburg oder Wolfsburg mit dem 9 Euro-Ticket angeboten hat. Daher blieb am Ende eben nur Concordia in der Verlosung. Manchmal muss man solche Schicksalsschläge eben akzeptieren und nimmt dann eben den Spatz in der Hand". Die Wahrheit ist, ich mag Concordia einfach und wenn ich den Verein mit meinen Fotos unterstützen kann, mache ich das gern.

Gab es in Deiner Fotografenlaufbahn Spiele und Situationen an die Du Dich besonders gern erinnerst?

Jan Kuppert: Als ich noch jung war, bin ich gerne mit dem Fahrrad zu Landespokalspielen gefahren. Ob Templin oder Schöneiche, das waren schon tolle Erlebnisse. Das Highlight war aber, zum Spiel Wolfsburg gegen Sand mit dem Fahrrad anzureisen. 200 km und 9 Stunden volle Lotte in die Pedale treten - und auf den Spuren von Jan Ullrich [Anm. d. Red.: früherer Teilnehmer der Apothekenrundfahrt] wandeln.

Deine ikonischen Fotos haben bei Concordia längst Kultstatus erreicht. Worauf kommt es bei einem guten Spielfoto an?

Jan Kuppert: Ein gutes Foto muss die Dynamik und Atmosphäre eines besonderen Momentes einfangen. Bei Concordia muss man ja eigentlich nur draufhalten. Ich denke, wenn die Fotos in Farbe sind, gibt es keine Probleme. Vielleicht noch etwas Schärfe, wobei man da zu Hause am Computer mit Pfefferspray noch etwas nachbearbeiten kann.

Wir haben uns gewundert, dass es am Ende gleich ein Fünfjahreskontrakt geworden ist. Wie hältst Du Dich fit, um auch 2027 noch erstklassige Fotos liefern zu können? Das Spiel wird ja schneller und Concordia wird nicht mehr lange im Kreismaßstab spielen.

Jan Kuppert: Vom Tempo her kann ich ja heute schon nicht mehr mithalten. Einiges lässt sich mit Erfahrung ausgleichen. Aber natürlich beschäftige ich mich auch damit, wie ich die Konditionslücke dauerhaft durch Einsatz moderner Technik kompensieren kann.

Auf den Fußballplätzen zwischen Premnitz und Schönwalde halten sich hartnäckig die Gerüchte, dass Dein Gehalt nur durch eine intensivere Vermarktung des im Verein tätigen Kreisschiedsrichters Denny Müller bezahlbar ist? Kennst Du entsprechende Planungen?

Jan Kuppert: Ich hoffe nicht, dass sich Concordia bei meiner Bezahlung auf so dünnem Eis bewegt. Früher habe ich Denny Müller auch sehr geschätzt, gerade weil er trotz seiner Gewichtsprobleme jedes Wochenende auf den Plätzen des Havellandes sein Bestes gegeben hat. Auf Dauer wird man mit diesem Dynamowäscheträger aber die Leute eher vergrämen, statt Wandteller mit seinem Porträt zu verkaufen. Wenn der Verein wirklich Geldsorgen hat, kann eine richtige Vermarktungsagentur helfen. Die Sportsman Group von Klaus Brüggemann soll sich in diesem Stadtteil gut auskennen.

Wie bereitet sich ein Spitzenfotograf eigentlich auf die neue Fußballsaison vor?

Jan Kuppert: Ich lasse den Fußball jetzt erst einmal hinter mir. Zuletzt bin ich mit einem Freund mit der Rikscha nach Sylt gefahren. Mitunter reicht aber auch ein Moskauer Eis unter Obstbäumen in der Alexandrowka, um neue Kräfte zu tanken. So macht der Sommer Spaß!

Wir danken für das Gespräch und wünschen noch ein paar erholsame Tage bis zum Saisonstart.

Concordia sucht verstärkung

Vom 23.06.2022

Für die neue Saison haben wir wieder einige freie Plätze in den folgenden Teams zu vergeben:

  • 2004/2005
  • 2006
  • 2009
  • 2013
  • 2014

Meldet euch, wenn ihr Teil von Concordia werden wollt!

Concordia-ferienspiele in der 1. woche der herbstferien

Vom 09.06.2022

Vor 10 Jahren fanden zum ersten Mal die Concordia-Ferienspiele statt (siehe Fotos). Vor allem aus dem Team der Green Turtles sind inzwischen einige Persönlichkeiten herausgewachsen, die damals mit der erforderlichen Mischung aus Teamgeist, Neugier und gutem Appetit die Bronzemedaille gewannen und heute auf dem besten Weg zur Vereinslegende sind.

In den Herbstferien 2022 finden die Ferienspiele vom 24. bis 28. Oktober für die Jahrgänge 2010 bis 2012 statt. Wer neue Freundschaften knüpfen, Fußball spielen und die Stadt erkunden will, ist in der ersten Woche der Herbstferien genau richtig bei uns und sollte den Termin schon mal vormerken.

Hier geht es zum Anmeldeformular. concordia-ferienspiele-2022-anmeldeformular.pdf

Solidarität mit iuventa

Vom 22.05.2022

Liebe Concordistas,

trotz des vollgepackten Programms beim Frühlingsfests war natürlich auch Zeit für eine kleine Solidaritätsbekundung für die Mitglieder_Innen der iuventa-Crew, denen aktuell in Italien der Prozess gemacht wird, weil sie flüchtenden Menschen in Seenot das Leben retteten anstatt sie ertrinken zu lassen. Die Concordia-Familie steht voll und ganz an der Seite der Crew! Wer etwas Geld übrig hat, kann die Crew mit einer Spende bei den Prozesskosten usw. unterstützen.
Genauere Infos unter: betterplace.org/de/projects/66104-iuventa-solidarity-at-sea

Liebe freund*innen der nowaweser fußballwelt!

Vom 07.05.2022

Regelmäßig verwöhnen die Kicker von Concordias Ersten euch mit feinster Kreisklassen-Akrobatik. Aber jetzt seid IHR gefragt!
Unser Flügelspieler, Teamleader und Kabinen-DJ Dembo muss bis Ende des Monats die stattlichen Anwaltskosten für sein Asylverfahren decken. Dabei benötigt er Unterstützung. Steckt daher am Sonntag zum Spiel gegen Stücken ein paar Groschen mehr ins Portemonnaie. Fragt eure Großeltern, Nachbarinnen und Freundinnen nach einer Spende! Sollte Geld übrig bleiben, wird es in eine Concordia Soli-Kasse fließen, die genau dafür gedacht ist. Weitere Aktionen folgen genauso wie die nächsten 3 Punkte!
Gemeinsam und solidarisch für Concordia! 💚🖤