Unser Erwachsenenteam hat am Sonntagmittag auf dem Lok-Sportplatz an der Glienicker Brücke einen wichtigen Auswärtssieg erkämpft. Die Mannschaft drehte einen 0:2-Rückstand in der Schlussphase noch und verschaffte sich durch einen 3:2-Erfolg Luft an der Tabellenspitze. Ausgerechnet Blau-Weiß Stücken leistete Schützenhilfe durch ein 4:3 über unseren Verfolger UNITED TELTOW F.C.
In der ersten Woche der Herbstferien fanden nun schon zum zehnten Male die Concordia-Ferienspiele statt. Diesmal bildeten 22 Kinder die Teams Concordia Power Play, Strafraumreiniger Nowawes und Tiki Taka 06.
Vier Tage lang trainierten alle fleißig unter der Anleitung unserer B2- und C1-Spieler Jimmy, Mostafa, Abdul und Leo, malten mit dem Trainer unseres Erwachsenenteams Josef Bauer Team-Banner, probierten sich an der Graffiti-Wand und druckten in der Siebdruckwerkstatt Studio 114 im freiLand ihre eigenen T-Shirts.
Wir reisten in die Soccer World nach Berlin, besuchten das Kiezkino Thalia, absolvierten das traditionelle Concordia-Quiz und erkundeten den Babelsberger Park mit Karte und Fotoapparat.
Am Freitag gab es dann das große Abschlussturnier mit viel Fußball und Zusatzspielen. Erst nach dem allerletzten Spiel konnte sich Team Power Play Concordia vor Tiki Taka 06 und Strafraumreiniger Nowawes durchsetzen. Medaillen und Siegerpokal übergab der Mannschaftskapitän unseres Erwachsenenteams, Balthasar Kogge, der sich selbst noch an seine erste Ferienspielteilnahme 2012 erinnert.
Leider erhielten wir in diesem Jahr keine Mittel aus der Sportförderung der Stadt. Unser Verein konnte die Ferienspiele dennoch organisieren und finanzieren - weil wir Concordia sind.
Wir bedanken uns bei den Vereinsmitgliedern und Unterstützer:innen, die diese erlebnisreiche Woche ermöglicht haben:
unserem C1-Trainer Merten für den Graffiti-Workshop und die Turnierleitung am Freitag,
unserem Erwachsenen-Trainer Josef Bauer für die Unterstützung beim Malen der Banner,
dem Filmstadt Inferno 99 für den Entwurf der Team-Logos,
Die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes hat bei Recherchen ein historisches Mannschaftsfoto des SV Concordia Nowawes 06 gefunden und unserem Verein zur Verfügung gestellt. Für diesen Schatz aus unserer Vereinsgeschichte bedanken wir uns ganz herzlich.
Gleichzeitig bitten wir alle, die Hinweise dazu geben können, welche Personen auf dem Foto sind, uns unter vorstand@concordia-nowawes.de zu kontaktieren.
Rodrigo Dembo Afonso kommt aus Angola und lebt seit mehr als zwei Jahren in Potsdam. Auf den Fußballplätzen im Havelland überfordert unsere Nr. 24 mit schnellen Sprints regelmäßig die Gegenspieler und hat sich in kürzester Zeit zum Torjäger unseres Erwachsenenteams entwickelt. Rodrigo macht gerade im KFZ-Meisterbetrieb Erol seine Ausbildung als Automechatroniker. Wir haben uns mit ihm über seinen Weg zum Fußball und zu Concordia, über La Remontada gegen United Teltow F.C. und den Spielabbruch gegen Blau-Weiß Stücken, über die Erreichbarkeit einer Saison ohne Niederlage und über zielloses Fahrradfahren mit HipHop in den Ohren ausgetauscht.
Hallo Rodrigo, wann und wo hast Du mit dem Fußballspielen angefangen? Was war Dein erster richtiger Verein?
Rodrigo Afonso: Gute Frage, haha. Als ich kleiner war, mochte ich eigentlich keine Sportart, vor allem nicht Fußball. Aber als ich in meiner Heimat mit meinem Cousin gewohnt habe, hat er mich immer gezwungen, mit ihm im Hinterhof des Hauses Fußball zu spielen. Dadurch wurde dann auch mein Interesse an Fußball geweckt. Wenn ich mich richtig erinnere, war ich 10 Jahre alt. Mein erster Verein ist Concordia Nowawes 06. Früher habe ich in keiner richtigen Mannschaft gespielt.
Erinnerst Du Dich noch an Deinen ersten eigenen Fußball?
Rodrigo Afonso: Meine Mutter hat mir meinen ersten Fußball geschenkt, als ich 10 Jahre alt war und mit dem Fußballspielen angefangen hatte.
Wie bist Du nach Potsdam und wie zu Concordia gekommen?
Rodrigo Afonso: Als ich nach Deutschland kam, wohnte ich zuerst ungefähr sechs Monate in Berlin. Als mir gesagt wurde, dass ich nicht in Berlin weiterleben kann, war ich auf jeden Fall traurig, weil ich in Berlin wohnen wollte und da schon ein paar Freunde hatte. Aber ich musste nach Potsdam in die Breite Straße umziehen. Da habe ich meine Betreuerinnen (besonders Laura ist ein toller Mensch ❤️) kennengelernt und hab sie gefragt, wo ich einen Fußballverein finden kann und sie haben mir Concordia Nowawes empfohlen. Ein Betreuer hat eine Email an Concordia geschickt, dass ich da ein Probetraining machen möchte und Concordia hat geantwortet und mich eingeladen. Mein erstes Training war richtig Katastrophe, hahah, ich hatte keine Ausdauer und war beim ersten Sprint schon K.O.
Erinnerst Du Dich noch an Dein erstes Spiel im Trikot unseres Vereins?
Rodrigo Afonso: Ich glaube, das war in der Saison 2021/22 gegen USV. Da saß ich auf der Bank - entweder 50 Minuten oder 60 Minuten. Das Spiel ist 1:1 ausgegangen.
Du hast bei den A-Junioren ein Jahr in Wannsee gespielt. Warum bist Du dahin gewechselt?
Rodrigo Afonso: Ich bin zum FV Wannsee gewechselt, weil ich in einer hohen Liga spielen wollte. Damals hatte ich auch meinen Trainer Roman gefragt, ob ich das schaffe und er meinte zu mir, dass ich Potenzial habe. Früher habe ich viel trainiert, um in einer besseren Liga spielen zu können. Aber leider habe ich meinen Traum nicht erreicht.
Und warum spielst Du nun wieder für den SV Concordia 06?
Rodrigo Afonso: In der Zeit litt ich unter Depressionen, weil mein Asylantrag abgelehnt wurde. Ich wollte unbedingt eine Ausbildung machen und hatte auch sofort einen Ausbildungsplatz bekommen. Damals wohnte ich in Marquardt und konnte nicht mehr zum Training fahren, weil der Weg nach Wannsee weiter weg war. Deshalb habe ich Roman gefragt, ob ich wieder bei Cordi spielen könnte und er sagte zu mir: "Du bist immer bei Concordia willkommen".
Wie hast Du den Wechsel von den A-Junioren ins Erwachsenenteam erlebt?
Rodrigo Afonso: Ooh, ich persönlich war am Anfang nicht so fit. Ich hatte keine starke Mentalität. Mein erstes Spiel fand ich nicht so gut, weil ich wusste, dass ich mehr abliefern konnte. Der Unterschied zwischen A-Junioren und Männerteam ist, dass bei Männerteams die Gegner keine Rücksicht nehmen. Die spielen härter und die Gegner sind die ganze Zeit am Labern. Bei den A-Junioren ist das ganz anders. Unser Problem war, dass wir noch nicht gewohnt waren, gegen Männerteams zu spielen. Wir waren nicht so ganz fit. Durch viel Training haben wir es geschafft, uns zu verbessern.
An welchen Sieg und welche Niederlage erinnerst Du Dich noch besonders?
Rodrigo Afonso: Auf jeden Fall an den Sieg gegen United Teltow F.C. ( SuS). Da haben wir in der letzten Saison im Auswärtsspiel in den letzten Minuten zwei Tore geschossen und das Spiel gedreht (La Remontada auf Spanisch) und in dieser Saison ist die Geschichte wieder passiert.
Bei den Niederlagen würde ich sagen, die gegen Blau-Weiß Stücken - als das Spiel abgebrochen wurde. Da hab ich zwar nicht gespielt, aber diese Niederlage war so unfair.
Du fällst auf den Fußballplätzen auch durch Deine unglaubliche Schnelligkeit auf. Wie schnell läufst Du über 60 und 100 Meter?
Rodrigo Afonso: Um ehrlich zu sein, das weiß ich selber nicht. Ich muss das wohl mal ausprobieren und die Zeit stoppen, die ich für 60 und 100 Meter brauche.
Unser Erwachsenenteam steht derzeit an der Tabellenspitze. Hast Du damit vor der Saison gerechnet? Wo siehst Du die Stärken und Schwächen der Mannschaft? Was traust Du dem Team in dieser Saison zu?
Rodrigo Afonso: Ja, natürlich hab ich damit gerechnet. Wir haben viele starke Spieler und jeder hat seine Qualität. Unsere Stärken sind Schnelligkeit, Ausdauer, Technik - und wir geben nie auf. Unsere Schwächen - wir lassen uns von Gegnern schnell provozieren und gegen schwache Mannschaften haben wir zu viel Schwierigkeiten, das Spiel zu gewinnen. Was wir erreichen können, ist die Saison zu beenden, ohne zu verlieren - (unbesiegbar) wie Arsenal in 2003/2004.
Was machst Du, wenn Du nicht auf dem Fußballplatz stehst?
Rodrigo Afonso: (Saufen gehen, haha war nur als Spaß gemeint.) Ich liebe Fahrradfahren, einfach durch die Stadt fahren, Kopfhörer in den Ohren (höre am meisten HipHop). So fühle ich mich woanders, hah. Ich mag es, spazieren zu gehen, zum Friseur zu gehen oder zu Hause einfach bei Netflix zu chillen.
Welche Pläne hast Du für die nächsten Jahre persönlich und beruflich? Wo willst Du leben? Was brauchst Du, um glücklich zu sein?
Rodrigo Afonso: Ich hab nicht so viele Pläne, denke nicht so viel an die Zukunft. Auf jeden Fall möchte ich meine Ausbildung mit Erfolg abschließen. Ich lebe zurzeit in Potsdam, es gefällt mir gerade, hier zu wohnen. Heute will ich hier bleiben, aber das kann sich natürlich später ändern, das ist doch normal. Ich brauche nur Gesundheit, um glücklich zu sein.
Wir sagen Dankeschön für dieses Interview und wünschen Dir noch viele Tore für Concordia. Am besten gleich am Wochenende gegen Blau-Weiß Stücken.
Leonard Jahnke fing bei Jockel Nachtigalls Fußballschule früh mit dem Fußballspielen an. Allerdings brauchte er ein paar Jahre, bis er den Weg über die Kickers zu Concordia fand. Mit Leo haben wir nicht nur einen wichtigen Spieler auf den zentralen Defensivpositionen, sondern auch einen mehr oder weniger aktiven Schiedsrichter gewonnen. Wir haben ihn über seinen Weg zu Concordia, die Zuschauer:innen auf der Sandscholle und seine Zukunftspläne als Hobbyfotograf und Erlebnispädagoge befragt.
Hallo Leo, wann und wo hast Du mit dem Fußballspielen angefangen? Wie bist Du zu Concordia gekommen?
Leonard Jahnke: Angefangen mit Fußball habe ich zu Kindergartenzeiten. Wahrscheinlich so um die WM 2006 herum. Damals fing ich an, einmal die Woche mit Freunden aus meinem Kindergarten bei Nachtigalls Fußballschule zu trainieren. Natürlich bolzte ich auch außerhalb des Trainings, immer wenn es möglich war im Kindergarten. Damals schon mit der späteren Cordi-Legende Erik Müller. Dann später mit 8 Jahren kam ich durch Klassenkameraden zu den Potsdamer Kickers und spielte dort 8 Jahre lang in ständig wechselnden Teams. Kam aber nie so wirklich irgendwo an.
Mit 13 wurde ich in meiner ersten Großfeldsaison zum Beispiel in die B gesteckt, weil in der C nach zwei Probetrainings entschieden wurde, dass sie mit mir nichts anfangen können. Darauf folgte ein Jahr C-Brandenburgliga gegen den Abstieg. Dann kam das gleiche Jahr, in dem Johann [Anmerkung der Redaktion: Johann Macht, siehe auch Interview Folge 8] nur 20 Minuten spielen durfte (mir ging es nicht groß anders). Im Jahr danach ging es in der B-Brandenburgliga mit einem 15-Mann-Kader gegen den Abstieg. Dann lernte ich in der Schule Finn Kirch kennen. Ich kam mit ihm ins Gespräch über Concordia und der Gedanke, dorthin zu wechseln, erschien mir wesentlich besser als ein weiteres Jahr bei den Kickers. Leider konnte ich nie mit Finn zusammenspielen, da er durch eine Verletzung mit dem Fußballspielen aufhören musste. Aber in der Mannschaft kannte ich trotzdem noch ein paar Jungs durch die Schule oder eben Johann von den Kickers vorher. Es dauerte nicht lange und das erste Mal war ich in einer Fußballmannschaft so richtig angekommen.
Erinnerst Du Dich noch an Dein erstes Spiel im Concordia-Trikot?
Leonard Jahnke: Mein erstes Spiel im Concordia-Trikot war dann entsprechend am Anfang der A. Wir haben damals auswärts bei Juventas Crew Alpha gespielt und auch 6:1 gewonnen. Das war mein erstes richtiges Spiel mit Erik zusammen. Gerade mal 10 Jahre nach dem Kindergarten. An viel mehr kann ich mich leider auch nicht erinnern. Außer, dass ich damals von Christian [Anmerkung der Redaktion: Trainerlegende Christian Trinks] auf die Sechs gepackt wurde, ohne dass ich es jemals zuvor gespielt hätte. Scheinbar lief es aber trotzdem ganz gut, denn ich habe dort in den letzten 4 Jahren relativ häufig gespielt.
In den letzten Jahren hast Du meistens auf zentralen Positionen gespielt. War das immer so? Wo spielst Du am liebsten und wo am besten?
Leonard Jahnke: Ja, wie gesagt, seitdem ich bei Concordia bin, findet man mich hauptsächlich auf der Sechs oder als Innenverteidiger. Davor habe ich wahrscheinlich jede Position mindestens einmal gespielt. Im Kindergarten war ich noch begeisterter Torwart. Später im Verein wurde ich dann aber zum Feldspieler. Auf dem Kleinfeld war ich auf allen möglichen Verteidigerpositionen mal unterwegs. Später auf dem Großfeld dann eher im äußeren Mittelfeld und teilweise sogar als Stürmer. Dann bei Cordi lange Zeit ausschließlich im zentralen defensiven Mittelfeld, bis ich irgendwann mal als Innenverteidiger aushelfen musste. Seitdem sind das meine beiden Hauptpositionen und ich spiele eben dort, wo ich vom Team gebraucht werde. So wirklich eine Lieblingsposition habe ich nicht. Solange ich irgendwo im Zentrum bin, fühle ich mich wohl auf dem Platz.
Du gehörst zu den Spielern, die das erste Concordiateam nach der Vereinsneugründung gebildet haben. Wir hatten den Eindruck, dass Spieler wie Johann Macht und Du besser als andere Spieler mit dem Wechsel in den Männerfußball zurechtgekommen sind und dem Team viel Struktur und Zusammenhalt gegeben haben. Siehst Du das auch so und wie erklärst Du Dir das?
Leonard Jahnke: Gute Frage. Ich würde mal sagen, wir wurden in der Jugend ein wenig abgehärtet durch zwei Jahre Brandenburgliga und bei mir kommt wahrscheinlich noch das eine Jahr als 13-Jähriger gegen 16-Jährige dazu. Da haben wir wohl gelernt, mit Härte auf dem Platz umzugehen. Im Männerfußball wurde der Umgang eine ganze Ecke schärfer, als er in der A-Jugend war. Die Gegner versuchen dich oft mit Trashtalk und hartem Einsteigen aus dem Konzept zu bringen. Mich bringt kaum etwas aus der Ruhe und Johann ist einfach nur abgebrüht. Wahrscheinlich haben wir damit dem Team eine gewisse Grundsubstanz gegeben und mit der Zeit kamen alle immer besser im Erwachsenenfußball an. Natürlich sind wir lange nicht die Einzigen, die dafür gesorgt haben. Jeder aus dem Team hat dazu etwas beigetragen. Der Zusammenhalt war auch so schon stark und ich wurde einfach nur sehr gut darin eingebunden. Generell hat mir die gute Atmosphäre bei Concordia überhaupt erst das Selbstvertrauen gegeben, mit dem ich zu dem Spieler werden konnte, der ich heute bin. So bin ich an der Mannschaft gewachsen und die Mannschaft mit uns.
Die erste Saison im Erwachsenenfußball wurde mehrfach wegen der Corona-Pandemie unterbrochen und schließlich ganz abgebrochen. Wie habt Ihr dieses ständige Hin und Her als Team überstanden?
Leonard Jahnke: Der erste Corona-Winter war eine schwierige Zeit - ich denke mal für Einige von uns. Gerade waren wir dabei, so richtig loszulegen im Männerbereich und plötzlich konnten wir mehrere Monate nicht trainieren. Roman gab damals sein Bestes und versuchte, uns mit Online-Trainings und kleinen Aufgaben am Ball zu halten. Je länger die Zwangspause dauerte, desto unmotivierter wurde ich dabei. Im Nachhinein war das tatsächlich seit dem Kindergarten die längste Phase meines Lebens, in der ich keinen Fußball gespielt habe. Als es dann im Frühling irgendwann wieder mit dem Training losgehen konnte, war die Saison leider abgebrochen und wir mussten auf die nächste warten. Aber wenigstens konnten wir wieder kicken und endlich da weitermachen, wo wir ein halbes Jahr zuvor aufgehört hatten - uns stetig als Team zu verbessern und Stück für Stück in den Erwachsenenfußball reinzuwachsen.
In der letzten Saison seid Ihr im vorderen Mittelfeld der Tabelle gelandet, in der aktuellen Tabelle findet man Concordia in der Tabellenspitze. Welche Stärken und Schwächen siehst Du im Team? Wo erwartest Du die Mannschaft am Saisonende?
Leonard Jahnke: Auch wenn wir in der letzten Saison am Ende „nur“ auf Platz 5 waren - meiner Meinung nach haben wir teilweise schon gut oben mitgespielt. Nur fehlte es uns an Konstanz, an ordentlicher Chancenverwertung und wir haben zu leichte Gegentore bekommen. Daran haben wir das ganze Jahr über gearbeitet und große Schritte nach vorn gemacht. Jetzt war ich während des Saisonstarts eine Weile nicht in Potsdam und als ich wieder da war, habe ich ein noch stärkeres Team vorgefunden. Wir stehen mit 16 Punkten aus 6 Spielen auf der Spitzenposition und die ganzen Fehler, die uns früher einige Spiele gekostet haben, sind kaum noch vorhanden oder werden von Mitspielern direkt ausgebügelt. Wir haben in der nächsten Zeit noch einige schwere Gegner vor uns und auch ein paar absurd frühe Anpfiffzeiten (11 Uhr), die uns in der Vergangenheit nicht gerade geholfen haben. Bevor wir uns da noch nicht durchgekämpft haben, möchte ich keine genauen Voraussagen treffen. Jedoch ist die Mannschaft super drauf und ich wüsste auch nicht, warum sich das ändern sollte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir auch weiterhin ganz oben mitspielen. Ob wir dann am Ende dieser Saison wirklich auf einem Aufstiegsplatz stehen, wird sich zeigen. Aber Hauptsache wir haben Spaß am Spiel :)
Welche Rolle spielen die Zuschauer:innen bei den Heimspielen auf der Sandscholle für Dich und für das Team?
Leonard Jahnke: Ich liebe es, mit eigenen Fans zu spielen. Es freut mich jedes Mal aufs Neue, immer wieder die gleichen Gesichter am Spielfeldrand zu sehen. Gewissermaßen haben sie uns von Anfang an im Männerfußball begleitet und uns immer unterstützt - ganz egal, wie es auf dem Platz lief. So haben wir zum Beispiel in der ersten Saison vor über 100 Leuten auswärts in Stücken 6:2 verloren. Aber die Fans hatten trotzdem ihren Spaß und sind auch weiterhin gekommen. Das motiviert dann natürlich nochmal extra, sich immer weiter zu verbessern. Danke an alle, die immer wieder zu unseren Spielen auftauchen und uns bei dem unterstützen, was wir lieben!
Neben Deiner Spielerkarriere bist Du auch als Schiedsrichter aktiv. Wie ist es dazu gekommen? Was reizt Dich an dieser doch manchmal ziemlich undankbaren Aufgabe?
Leonard Jahnke: Aktiv ist vielleicht ein bisschen zu viel gesagt. Ich werde noch ab und zu als Schiedsrichter (oder wie es mir lieber ist, als Linienrichter) auf den Plätzen unseres Fußballkreises eingesetzt. Aber es ist auch immer eine Zeitfrage, ob ich das überhaupt noch leisten kann. Ein Wochenende hat nur 2 Tage und es gibt tatsächlich auch andere Dinge als Fußball in meinem Leben. Angefangen habe ich damit als 14-Jähriger und seitdem war ich immer mal mehr oder mal weniger aktiv. Natürlich kann es teilweise sehr undankbar sein, von allen Seiten Gegenwind zu bekommen und grundsätzlich erstmal an allem Schuld zu sein. Aber es kann auch sehr dabei helfen, in seiner Persönlichkeit zu wachsen und besser mit Kritik umgehen zu können. Und natürlich würde ohne die vielen Schiedsrichter im Kreis gar nichts funktionieren. So oft, wie man auch berechtigte Kritik äußern kann, man sollte immer mitdenken, dass sie auch nur Menschen sind, die ihre Freizeit dafür aufbringen, um dafür zu sorgen, dass wir überhaupt spielen können.
Was machst Du, wenn Du nicht auf dem Fußballplatz stehst?
Leonard Jahnke: Zurzeit studiere ich Soziale Arbeit an der Fachhochschule in Potsdam und verbringe sehr gerne Zeit mit Freunden oder in der Natur. Dort fotografiere ich sehr gerne. Aber genauso mag ich es auch, Dinge zu erleben, ohne sie direkt festhalten zu müssen. Ansonsten beschäftige ich mich gerade noch viel mit technologischer Musik und möchte mich da auch mal selbst ausprobieren.
Wie Dembo Badjie bist Du auf Instagram präsent. Willst Du dort auch eine so rasante Karriere hinlegen wie er oder ist das aussichtslos?
Leonard Jahnke: Karriere kann man das nicht wirklich nennen, was ich auf Instagram mache. Ich nutze es viel mehr, um meine Fotografien mit interessierten Menschen zu teilen. Große Ambitionen habe ich dabei nicht wirklich. Ich habe gerade in diesem Jahr gelernt, dass es viel schöner ist, sich nicht ständig die Frage zu stellen, wie man etwas möglichst gut darstellen kann. Dann kann man viel mehr im Moment leben. Wenn ich mir ein größeres Publikum aufbauen würde, wären mir das viel zu viele Erwartungen und ich hätte wahrscheinlich nicht mehr das Gefühl, etwas wirklich für mich zu machen. Ganz davon abgesehen, dass Dembos Reichweite natürlich unerreichbar wäre für mich.
Welche Pläne hast Du für die nächsten Jahre persönlich und beruflich? Wo willst Du leben? Was brauchst Du, um glücklich zu sein?
Leonard Jahnke: In den nächsten Jahren werde ich mich erstmal darum kümmern, mein Studium zu bewältigen und nebenbei weiter an den Herausforderungen, die mir das Leben stellt, zu wachsen. Mein aktueller Traum wäre es, irgendwann erlebnispädagogisch arbeiten zu können. Zurzeit gibt es nichts, was mich an einen anderen Ort als Potsdam ziehen würde. Aber wer weiß, was die Zukunft bereithält. Ansonsten brauche ich um glücklich zu sein ein Umfeld mit guten Menschen um mich herum (was ich zum Glück mittlerweile habe) und immer genügend Ruhe, um auch mal zwischendurch nichts machen zu können.
Wir bedanken uns für die Antworten und wünschen uns allen, dass Dich noch lange nichts aus Potsdam und vom SV Concordia wegzieht.
Ike Borg kam 2009 als klassische Spielermutti zu Concordia und durchlitt mit ihren Kindern Niederlagen und Siege an den Spielfeldrändern des Havellandes. Beruflich organisiert sie die Schulsozialarbeit an den Potsdamer Schulen. Wir freuen uns, dass sie ihre langjährigen Erfahrungen im Kinderschutz auch in unserem Verein einbringt. Da bei Concordia mehr als 300 Kinder und Jugendliche Fußball spielen, ist uns eine fachlich versierte Kinderschutzbeauftragte besonders wichtig - auch wenn man sie nicht ständig auf der Sandscholle oder Nowawiese antrifft. Wir haben mit Ike über Kinderschutz in Sportvereinen, ihre Funktion und ihre persönlichen Pläne gesprochen:
Hallo Ike, Du bist ja eigentlich als klassische Spielermutti zu unserem Verein gekommen. Wieso hast Du für Deine drei zauberhaften Kinder eigentlich Concordia ausgesucht?
Ike Borg: Ehrlich gesagt kann ich mich gar nicht mehr so ganz genau erinnern und würde behaupten, dass meine Kinder sich den Verein ausgesucht haben! Ich habe mich als Mutter total über das Interesse meiner Kinder gefreut. Der damalige Vize-Präsident Borne ist ein Bekannter von mir. Daher hatte ich schon viel positives über Concordia gehört und war sehr glücklich darüber, dass meine Kinder hier landen konnten.
Erinnerst Du Dich noch an besondere Ereignisse aus der aktiven Laufbahn der drei?
Ike Borg: Besonders in Erinnerung geblieben sind mir zum Beispiel die Fußball-Feriencamps in den Herbstferien. Das war für meine Kinder immer ein besonderer Höhepunkt. Oder auch die Neujahrsfeier im Thalia. Das habe ich besonders genossen, weil wir da mit den Trainern und den Eltern in einen gemütlichen Austausch gekommen sind. Das war natürlich bei den Spieltagen am Spielfeldrand auch immer schön. Einmal hatte mein Sohn zum Auswärtsspiel seine Fußballschuhe vergessen und musste in seinen Straßenschuhen auf dem nassen Rasen spielen! Das war ein kleines Drama und natürlich eine besondere Herausforderung für meinen Sohn.
Du bist die Kinderschutzbeauftragte unseres Vereins. Wie kam es dazu, dass Du diese Aufgabe übernommen hast?
Ike Borg: Seitdem ich über meine Kinder den Verein zu lieben lernte, habe ich mich immer sehr verbunden gefühlt mit allen Akteur:innen, die am Vereinsleben teilgenommen haben. Ich habe es sehr begrüßt, dass Kinderschutz in diesem Sportverein eine große Rolle spielt und nicht nur die Trainer, sondern alle für dieses Thema sensibilisiert wurden. Da ich in meinem beruflichen Umfeld zu der Zeit unter anderem als Kinderschutzbeauftragte für die Landeshauptstadt Potsdam gearbeitet hatte, hat mich Lutz Boede gefragt, ob ich mir das auch für Concordia vorstellen könnte.
Was machst Du denn beruflich?
Ike Borg: Ich arbeite bei Paragraph 13 e.V. - Das ist ein Jugendhilfeträger, der sich in Potsdam um die Schulsozialarbeit an den Grund- und Förderschulen kümmert. Außerdem sind wir im Umland noch an einigen Gymnasien und Oberstufenzentren tätig und betreiben den Potsdamer Jugendklub Ribbeckeck. Meine Aufgabe ist es, mich um die vielen Kolleg:innen zu kümmern, die an den Potsdamer Schulstandorten eingesetzt sind. Ich sorge dafür, dass es ihnen gut geht und dass die Rahmenbedingungen so sind, dass sie ihre Arbeit gut und gerne machen können.
Worin siehst Du in dieser Funktion strukturelle Gefahren in Sportvereinen?
Ike Borg: Trainer:innen bauen in der Regel eine Beziehung zu Kindern und Jugendlichen auf und begleiten sie ein Stück auf dem Weg ihres Lebens. Oftmals sind sie sogar eine enge und sehr wichtige und vertrauensvolle Bezugsperson für die Kinder und Jugendlichen und haben eine Art Vorbildfunktion. Wenn innerhalb eines Vereins keine Transparenz und Rollenklarheit vorgegeben und definiert ist, könnte eine solche Position als Trainer:in relativ einfach ausgenutzt werden, um ihre Schützlinge zu manipulieren oder seelisch und körperlich zu verletzen.
Wie können Sportvereine präventiv tätig werden, um den Kinderschutz bestmöglich zu gewährleisten?
Ike Borg: Das wichtigste ist aus meiner Sicht eine ganz klare Haltung! Eine Haltung, die für alle deutlich macht, dass Grenzüberschreitungen hier nicht toleriert werden. Es ist wichtig, ein Schutzkonzept zu haben, in dem die Regeln genau benannt sind. So ist allen klar, was geht und was nicht und es findet allgemein eine Sensibilisierung für dieses Thema statt.
Du hast gemeinsam mit unserem Präsidenten vor einigen Jahren ganz maßgeblich das Kinderschutzkonzept des SV Concordia Nowawes 06 erarbeitet. Dieses ist seitdem fester Bestandteil aller Trainerverträge. Wer bei Concordia ein Kinder- oder Jugendteam trainieren will, muss sich zur Einhaltung unserer Kinderschutzgrundsätze verpflichten. Was sind die wichtigsten Prinzipien des Konzeptes und was kann damit erreicht werden?
Ike Borg: Ja, das war eine schöne Zeit damals, als Le Petit und ich gemeinsam an verschiedenen Fortbildungen teilgenommen haben und dann das Schutzkonzept für Concordia erarbeitet haben. Ich freue mich, dass es nach wie vor fester Bestandteil der Trainerverträge ist. Und das ist meiner Meinung nach auch schon die Antwort auf die Frage: Es ist wichtig, dass alle Trainer diese Kinderschutzgrundsätze kennen und sich dazu verpflichten, sie einzuhalten.
Zur Sensibilisierung für dieses Thema sollte es auch den Eltern und den Kindern und Jugendlichen klar sein, was diese Grundsätze beinhalten. Bestenfalls kann damit erreicht werden, dass es niemals zu Grenzüberschreitungen kommt. Sollte sich dennoch jemand unsicher fühlen, wäre es ein guter Schritt, sich mit mir als Kinderschutzbeauftragte in Verbindung zu setzen.
[Anmerkung der Redaktion: Das Kinderschutzkonzept von Concordia findet ihr hier --> Kinderschutzkonzept]
Was macht eine Kinderschutzbeauftragte eigentlich?
Ike Borg: Erstmal nehme ich mir Zeit und höre genau hin, dann versuche ich zu sortieren, worum es eigentlich geht. Eine Beratung oder ein Gespräch mit mir findet immer vertrauensvoll statt. Ich unterliege auch der Schweigepflicht. Gemeinsam mit der ratsuchenden Person besprechen wir, was die nächsten Schritte sind und wen wir gegebenenfalls mit ins Vertrauen ziehen (müssen).
Ist Concordia aus Deiner Sicht beim Kinderschutz gut aufgestellt? Was läuft aus Deiner Sicht gut und was kann noch verbessert werden?
Ike Borg: Ja, aus meiner Sicht ist Concordia in dieser Hinsicht sehr gut aufgestellt. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass Concordia da sehr vorbildlich unterwegs ist. Es gibt noch immer viele Sportvereine, die nicht über Kinderschutzkonzepte verfügen und wo auch keinerlei Sensibilisierung auf diesem Gebiet stattfindet.
Musstest Du in Deinem Ehrenamt bei Concordia schon in Kinderschutzfällen intervenieren?
Ike Borg: Nein, tatsächlich musste ich bei Concordia noch nie in einem Kinderschutzfall intervenieren!
Wie kann man Dich erreichen, wenn es doch einmal nötig ist?
Ike Borg: Ich bin per Mail unter kinderschutz@concordia-nowawes.de zu erreichen und wenn es ganz dringend ist, auch telefonisch unter 0178 44 06 679.
Was machst Du eigentlich persönlich, wenn Du nicht beruflich oder ehrenamtlich dafür sorgst, Kindern und Jugendlichen ein paar Steine aus dem Weg zu räumen? Was hast Du Dir für die nächsten Jahre vorgenommen?
Ike Borg: Da meine Kinder schon lange aus dem Concordia – Alter raus sind und zum Teil auch gar nicht mehr in Potsdam wohnen, ist für mich eine neue Zeit angebrochen! Ich habe mir im letzten Jahr mit meinem Partner ein Haus auf dem Land gekauft. Da verbringe ich gerade meine Wochenenden damit, das Haus zu sanieren und auszubauen. Es macht mir großen Spaß, körperlich zu arbeiten und in der Natur zu sein. Für die nächsten Jahre habe ich mir vorgenommen, möglichst viel Zeit an diesem wunderschönen Ort zu verbringen und da eine Art Refugium zu schaffen.
Wir bedanken uns für das informative Interview und hoffen, dass Du uns trotz Landleben weiter erhalten bleibst.
Johann Macht lernte das Fußballspielen in kleinen Vereinen Niedersachsens und der Schweiz bevor er über die Potsdamer Kickers zu unseren A-Junioren kam. Er gehörte gerade in der ersten Saison zu den großen Stützen des ersten Concordia-Erwachsenenteams. Die Markenzeichen unserer Nr. 14 sind eine robuste und clevere Zweikampfführung, gefährliche Standards und spektakuläre Fernschüsse. Unvergessen ist Johanns überragender Auftritt als Kapitän und Spielmacher beim ersten Sieg des Teams in Michendorf. Wir haben ihn über seine ersten Vereine, unvergessene Tore, seine Erfahrungen im Erwachsenenfußball und seine Pläne mit Concordia befragt.
Hallo Johann, wann und wo hast Du mit dem Fußballspielen angefangen? Erinnerst Du Dich noch an Dein erstes Spiel?
Johann Macht: Seitdem ich denken kann, liebe ich es, Fußball zu spielen und zu gucken. Ich denke das habe ich von meinem Vater. Er hat mich schon mit zum Fußball genommen und mit mir im Garten gekickt als ich ein kleines Kind war. Mein erster Verein war TSG Ahlten. Dort habe ich eine Zeit lang gespielt, mit Ausnahme eines halben Jahres, in dem ich davon überzeugt gewesen bin, dass mein Trainer zu fies sei. Allerdings kann ich mich an diese Zeit kaum erinnern. Welches mein erstes Spiel war, weiß ich gar nicht mehr. Die ersten Spiele habe ich allerdings in der Schweiz beim FC Seuzach (ein Dorf direkt neben Winterthur) gemacht.
Auf welchen Positionen hast Du in Deiner Jugend gespielt?
Johann Macht: Als ich ein wenig älter wurde und anfing, eine spezielle Position zu erlernen, trainierte ich auf der Position des Linksverteidigers. Mein Positionswechsel ins Mittelfeld kam erst, als ich bereits in Potsdam gespielt habe. Dort erkannten meine Trainer, dass ich eventuell doch nicht ganz so schnell wie ein Alasan bin und im Mittelfeld besser aufgehoben bin.
Wie bist Du nach Potsdam und wie zu Concordia gekommen?
Johann Macht: Im Frühling 2014 zogen wir wieder aus der Schweiz weg, um näher an der Familie zu sein, welche hauptsächlich in Berlin lebt. Hier habe ich dann durch Freunde angefangen, bei den Potsdamer Kickers zu spielen. Dort hatte ich auch lange eine schöne Zeit. Mit dem Wechsel in die 7. Klasse lernte ich dann durch Anton, Paul und Oskar Cordordia kennen. Es folgten ein paar Jahre, in denen ich langsam immer mehr Teile des Teams kennenlernte und auch in den Ferien 1-2 mal mit trainierte. 2018/19 wurde ich dann bei den Kickers in ein neues Team gesteckt, in dem ich mich nicht sonderlich wohlfühlte. Dort habe ich auch nur 20 Minuten in einer ganzen Saison gespielt, obwohl ich zu fast allen Spielen mitgefahren bin. Das hat mir den Spaß am Fußballspielen schon etwas genommen. Bereits die Jahre zuvor witzelte ich mit meinen ehemaligen Klassenkameraden, die bei Concordia spielten darüber, dass ich zu Cordi wechseln würde. Im Sommer 2019 tat ich das dann wirklich. Es war mir einfach wichtig, wieder Spaß am Spielen zu bekommen und große Teile des Cordi-Teams kannte und mochte ich ja schon. Umso schöner war es für mich, dass Leo zufällig genau den selben Schritt machte.
Du gehörst zu den Spielern, die gemeinsam das erste Erwachsenenteam unseres Vereins seit der Vereinsneugründung gebildet haben. In den ersten Wochen hat die Mannschaft einiges Lehrgeld gezahlt. Hast Du Dir den Start in den Erwachsenenfußball so schwierig vorgestellt?
Johann Macht: Ich muss ehrlich gestehen, ja. Da ich einen relativ körperbetonten Spielstil habe, ist es mir nur bedingt schwer gefallen. Mir war bewusst, dass es robuster zugehen wird und man auch mal etwas einstecken wird. Was mich allerdings überrascht hat, war das, was verbal auf dem Platz geschieht. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass man so provoziert und teilweise auch beleidigt wird. Wie unsere bisherige Zeit im Herrenbereich gezeigt hat, bin ich damit auch nicht ganz alleine.
Wie erklärst Du Dir, dass erwachsene Menschen zu solchen Mitteln greifen? Und was müsste passieren, um das zu ändern?
Johann Macht: Puhhh, schwer zu sagen. Meine Erklärung ist eventuell, dass die Spieler im Herrenbereich mit den Jahren mitbekommen haben, dass das gerade die jungen Spieler aus dem Konzept bringt und zu unüberlegten Taten verleitet. Aber genau kann ich das natürlich auch nicht sagen. Das zu ändern, ist für uns auch kaum möglich. Das müssten die Teams und Vereine in allererster Linie selbst angehen. Wichtig ist, dass wir ruhig bleiben und lernen, uns nicht aus der Fassung bringen zu lassen.
2020 und 2021 gab es immer wieder längere Spiel- und Trainingspausen wegen der Corona-Pandemie. Wie hast Du diese Zeit erlebt?
Johann Macht: Ich bin heilfroh, dass ich bereits aus der Schule raus war und keinen Online-Unterricht mehr mitmachen musste. Als im Herbst 2020 der Lockdown samt Ausgangssperre anfing, habe ich viel Sport zu Hause gemacht, Siedler von Catan gespielt und wahrscheinlich Netflix durchgeguckt. Im Oktober 2021 habe ich dann mein Studium angefangen und hatte dadurch fast dauerhaft eine Beschäftigung. All in all denke ich, dass es trotzdem keine allzu schöne Zeit war. Es hätte mich aber deutlich schlimmer treffen können.
Überall auf der Welt und unabhängig von der Spielklasse lieben Zuschauer verrückte Dribblings und besondere Tore. Die Concordia-Fans haben Dich längst für solche spektakulären Tore ins Herz geschlossen. An welche Tore Deiner Fußballkarriere erinnerst Du Dich besonders? Glaubst Du, es gibt Tore, die Du niemals vergessen wirst?
Johann Macht: Das freut mich natürlich zu hören. Für mich ist es jedes Mal erneut schön, das Jubeln der Fans zu hören. An die Tore der jüngeren Vergangenheit erinnere ich mich natürlich noch besonders genau, vor allem an die beiden Freistöße.
Ich denke, es gibt zwei bis drei Tore bei denen ich mir vorstellen könnte, sie nie zu vergessen und an welche ich mich besonders gerne erinnere. Zum einen ist da der erst vor wenigen Wochen verwandelte Freistoß zum 2:2 gegen Ruhlsdorf II in der 89. Minute. Ebenfalls gegen Ruhlsdorf, aber bereits etwas länger her, habe ich in einem Pokalspiel eine Ecke direkt verwandelt. Und das dritte Tor war noch in meiner Kickerszeit, dort schoss ich ein Tor mehr oder weniger aus Versehen mit dem Rücken. Dabei waren die Umstände etwas besonderes für mich. Es war in der Saison, in der ich kaum spielen durfte und es war mein erster Ballkontakt im Spiel.
Welche Position auf dem Spielfeld liegt Dir am meisten und welche spielst Du am liebsten?
Johann Macht: Die beiden Dinge liegen Gottseidank ziemlich nah aneinander. Wenn man nur die Cordi-Zeit sieht, spiele ich vor allem auf der Position des defensiven Mittelfeldspielers oder der des linken zentralen Mittelfeldspielers und diese Positionen machen mir auch ziemlich viel Spaß. Ab und zu hätte ich gerne die Möglichkeit, noch ein paar Meter weiter vorne zu stehen, um aus der zweiten Reihe schießen zu können. Aber dazu komme ich ja auch so hin und wieder mal.
Mit welchem Mitspieler verstehst Du Dich auf dem Platz am besten?
Johann Macht: Es freut mich sagen zu können, dass ich mich eigentlich mit allen auf dem Platz verstehe und ich glaube das zeichnet Cordi auch aus. Gewechselt bin ich damals ja, um mit den drei oben genannten Jungs zu spielen. Mit denen habe ich dementsprechend auch immer super gerne zusammen gespielt. Leider sind zwei davon jetzt weg und der Dritte hat sich die Füße beim Tritt gegen den Pfosten gebrochen. Deshalb war das in letzter Zeit immer etwas schwerer.
Auf meiner linken Seite ist es immer schön, Rodrigo bei sich zu haben. Man kann sich drauf verlassen, dass er sogar einen Ball errennt, der eigentlich schon längst weg ist. Aber auch technisch hat er einiges drauf, wie wir alle wissen.
Concordia ist in erster Linie immer noch ein Kinder- und Jugendfußballverein. In der neuen Saison sind mehrere Spieler des Jahrgangs 2003 aus den A-Junioren in Euer Team aufgerückt. Wie kommt Ihr miteinander klar?
Johann Macht: Da wir uns alle schon durch die Überschneidung der Trainingszeiten in der letzten Saison kannten, fiel es - glaube ich - allen leicht. Die größere Herausforderung stellt wohl allgemein der Wechsel in den Herrenbereich dar.
Was traust Du Concordia in der laufenden Saison zu? Worin siehst Du die besonderen Stärken des Teams und was muss noch verbessert werden?
Johann Macht: Da international diese Saison noch nicht klappt, müssen wir uns wohl mit dem Meistertitel zufrieden geben. Auf den haben wir in meinen Augen auch Chancen. Wir sind gut in die Saison gestartet und haben vieles aus dem letzten Jahr gelernt. Besonders läuferisch sind wir im Vergleich zum Rest der Liga sehr stark. Das liegt eventuell auch an unserem sehr jungen Altersdurchschnitt. Was wir deutlich besser als noch letzte Saison machen, ist den Ball so zu bewegen, dass der Gegner rennen muss und nicht wir. Das kommt uns besonders am Ende des Spiels zugute. Was wir noch verbessern müssen, ist das eigene Verhalten, wenn man provoziert wird, die Kontrolle der eigenen Emotionen und der Einsatz des eigenen Körpers.
Was machst Du, wenn Du nicht auf dem Fußballplatz stehst?
Johann Macht: Hauptsächlich bin ich Student an der HTW Berlin und studiere dort internationale Medieninformatik. Wenn ich gerade nicht studiere, treffe ich mich mit Freunden oder gehe ins Fitnessstudio.
Welche Pläne hast Du für die nächsten Jahre persönlich und beruflich?
Johann Macht: Puhhhh… also in naher Zukunft steht bei mir ein Auslandssemester an aber sonst beende ich erstmal das Studium. Wo es mich dann hintreibt, werde ich noch sehen.
Wir bedanken uns für das informative Interview und hoffen, dass Du uns noch lange erhalten bleibst.
Am Sonntag bescherten die Concordia-Teams den Zuschauer:innen einen denkwürdigen Heimspieltag auf der Sandscholle.
Ein herzlicher Glückwunsch geht an unsere A und C2, die in den Vorspielen gegen Juventas Crew Alpha mit 4:2 und 7:0 ihre ersten Saisonsiege verbuchen konnten, bevor es 15 Uhr auf dem Rasenplatz mit dem Spiel unserer Erwachsenen weiterging.
Mit einem 6:0-Erfolg über FV Turbine Potsdam 55 II eroberten unsere Erwachsenen in überzeugender Weise die Tabellenspitze. Das Team war von Beginn an hellwach, übernahm von der ersten Minute an die Initiative auf dem Platz und spielte zahlreiche gute Chancen heraus. Anders als in vielen Spielen der Vorsaison bewahrte die Mannschaft auch die Ruhe und ihre spielerische Linie als der Führungstreffer auf sich warten ließ. So wurde es am Ende ein klarer Sieg mit sehenswerten Spielzügen und schönen Toren. Auch ein souveräner Schiri und eine faire Gastmannschaft trugen zu einem entspannten Fußballnachmittag auf der Sandscholle bei.
Da die Konkurrenz Punkte liegenließ, steht Concordia nun erstmals richtig an der Tabellenspitze. Am nächsten Sonntag soll der Platz an der Sonne auf dem Sportplatz am Stern bei Fortuna Babelsberg III verteidigt werden. Concordia setzt dabei auf die Unterstützung der Fans!
Dembo Badjie ist in Gambia geboren und aufgewachsen, bevor er über Italien nach Deutschland kam. Er spielt seit den A-Junioren bei Concordia und gehörte nach einem kurzen Intermezzo bei der Zweiten von Nulldrei zum ersten Erwachsenenteam unseres Vereins. In diesem Team übt er seitdem die Funktionen als stellvertretender Kapitän und unentwegter Sonnenschein aus. Wir haben mit ihm über seine Liebe zu Concordia, seine Karriere bei Instagram und seine weiteren Lebenspläne gesprochen und können nur hoffen, dass der ganze Charme dieses Gespräches auch in der Schriftform erhalten geblieben ist.
Hallo Dembo, wann und wo hast Du mit dem Fußballspielen angefangen? Erinnerst Du Dich noch an Deinen ersten eigenen Fußball?
Dembo Badjie: Puh, das ist eine sehr interessante und gute Frage, weil ich zu dem Thema sehr viel erzählen kann. In meiner Heimat Gambia starten die meisten Kinder mit Straßenfußball, in meiner Sprache heißt das „Pos Bu Ndow“. Wir haben uns immer nach dem Beten am Nachmittag gegen 17 Uhr getroffen, wenn die Straßen nicht mehr so heiß sind. Dann haben wir Mannschaften gewählt, höchstens 3 gegen 3. Jedes Spiel dauert 10 Minuten und der Gewinner darf auf dem Feld bleiben. Es kann auch passieren, dass ein Team bis zum Schluss ungeschlagen bleibt. Da habe ich angefangen, Fußball zu spielen und hatte schnell den Traum, Fußballprofi zu werden. Ich habe damals sogar ein Probetraining bei einer senegalesischen Fußballschule gemacht und wurde auch angenommen. Natürlich habe mich extrem gefreut, aber leider hatte meine Familie nicht genug Geld, um mir meinen Traum zu finanzieren. So geht es leider vielen Kindern in meiner Heimat, weil es dort keine Fußballvereine, wie hier, gibt.
Aber zurück zum Straßenfußball, wir haben damals unsere eigenen Mannschaften gebildet. Die Kinder aus einer Straße haben gegen die Kinder aus anderen Straßen gespielt. Jedes Wochenende haben wir uns getroffen und Geld von der Mannschaft gesammelt, dann haben wir kleine Wetten gemacht und um das Geld gespielt. Wenn wir das Geld gewonnen haben, haben wir entweder etwas zusammen gekocht oder haben eine große Feier gemacht und das Geld aufgeteilt. Das waren die Momente in denen ich mich wie ein Fußballstar gefühlt habe. Ich habe immer mehr Tricks geübt, um mich weiter zu verbessern. Manchmal haben wir uns auch zum Joggen getroffen und dann sind wir am Strand gelaufen bis es dunkel wurde. Damals habe ich jede Position ausprobiert aber lustigerweise habe ich schon damals als rechter Verteidiger gespielt. Deshalb macht es mir bis heute so viel Spaß, als rechter Verteidiger zu spielen. Für mich geht es in einem Spiel nicht nur ums Tore schießen, sondern auch darum, das Team abzusichern und von hinten zu unterstützen. Das ist meine Stärke, bis heute.
Ich hatte noch nie einen eigenen Fußball. In Afrika habe ich mir früher meinen eigenen Ball gebaut, aus Socken gestopft mit Tüten oder Lappen. Natürlich haben wir abends auch mit einem richtigen Fußball gespielt aber der hat meistens meinen Freunden gehört.
Wie bist Du zu Concordia gekommen?
Dembo Badjie: Als ich nach Deutschland gekommen bin, wollte ich unbedingt Fußball spielen und mein Ziel war es immer, noch ein Fußballprofi zu werden. Die erste Frage, die ich hier an meine Betreuer gestellt habe war, ob es für mich eine Möglichkeit gibt, Fußball zu spielen. Mein damaliger Betreuer hat mir dann erzählt, dass es viele Möglichkeiten gibt, Fußball zu spielen - sogar in einer richtigen Mannschaft und in einem Verein. Ich war sofort extrem begeistert, weil ich so etwas wie einen Fußballverein gar nicht kannte. Dann habe ich im Internet geguckt, welche Vereine es hier so gibt und der erste Verein, den ich gefunden habe, war Babelsberg 03. Ich habe meinen Betreuer sofort gefragt ob es eine Möglichkeit gibt, bei Babelsberg zu spielen und er hat für mich eine Email geschrieben. Ich war sehr aufgeregt, doch leider war das Team von Babelsberg schon voll. In der Antwort-Mail haben sie mir dann vorgeschlagen, mich doch einmal bei Concordia zu melden und das haben wir dann auch getan. Zum Glück habe ich von Concordia sofort ein Ja bekommen und wurde zu einem Probetraining eingeladen. Als ich zu meinem ersten Probetraining gegangen bin, war ich ganz aufgeregt. Doch als ich Roman gesehen habe, war ich sofort etwas beruhigt, weil ich Ihn sehr sympathisch fand. Die Trainer Christian und Roman waren richtig nett und Roman hat sogar für mich die Aufgaben auf Englisch erklärt, weil ich damals noch kein Deutsch konnte. Mein erster Eindruck von Concordia war, wie nett und offen die Leute sind. Balthi, Franz und Jakob 0. sind mir im Gedächtnis geblieben, weil ich mich bei Ihnen sofort sicher gefühlt habe und sie mir auch geholfen haben, alles zu verstehen. Es kann sein, dass sie sich gar nicht mehr daran erinnern können, aber ich werde nie vergessen, wie alle mir geholfen haben und wie lieb ich im Team aufgenommen wurde.
Erinnerst Du Dich noch an Dein erstes Spiel im Trikot unseres Vereins?
Dembo Badjie: Das ist meine absolute Lieblingsfrage, weil ich immer lächeln muss, wenn ich die Frage höre. Dieser Tag war einer der besondersten Tage in meiner Fußballkarriere. Ich fange erstmal von Anfang an. Mein erstes Spiel war im Trainingslager in Gnewikow gegen TSV Wustrau. Dort hatten wir ein Testspiel. Ich hatte zwar noch keinen Fußballpass aber trotzdem war das der Tag, an dem ich mein allererstes Spiel im Cordi-Trikot gemacht habe. Ich war total aufgeregt und habe mich unglaublich gefreut, endlich mal auf einem richtigen Platz zu spielen. Das Spiel lief super, wir hatten alles im Griff und ich habe eine Vorlage für ein Tor gemacht und danach sogar selber mein erstes Cordi-Tor geschossen.
Aber nun zu meinem ersten richtigen Punktspiel. Das war ein Derby gegen Fortuna Babelsberg und wisst ihr, wieso das eines meiner besten Spiele in der A-Jugend war? Weil mein damaliger Mitbewohner bei Fortuna gespielt hat und mir vor dem Spiel noch gesagt hat, dass er uns richtig fertigmachen wird. Das konnte ich so natürlich nicht akzeptieren, vor allem bei meinem ersten Punktspiel im Cordi-Trikot. Deshalb wollte ich es ihm richtig zeigen und war sehr motiviert und voller Vorfreude. In dem Spiel habe ich mein erstes Punktspieltor geschossen und eine Vorlage gemacht. In dem Moment war ich überglücklich, weil ich meinen Mitbewohner geschlagen und dem Team geholfen habe, zu gewinnen.
Bei Concordia geht es ja weniger um die Championsleague als um Freundschaft, Zusammenhalt und Freude am Fußball. Aber auch in der 2. Kreisklasse träumen Spieler von der Bundesliga. Kennst Du solche Ambitionen auch von Dir selbst?
Dembo Badjie: Ja, klar kenne ich solche Ambitionen. Seit ich ein kleines Kind bin, träume ich davon, ein Fußballprofi zu werden. Deswegen habe ich auch versucht, bei Nulldrei in der 2. Mannschaft zu spielen. Aber nach ein paar Spielen habe ich gemerkt, dass die Konkurrenz untereinander für eine unangenehme Stimmung sorgt und dass ich aus einer anderen Motivation heraus Fußball spiele.
Bei Cordi geht es um Freundschaft, um die Beziehung zum Trainer und auch untereinander. Wir sind nicht nur Fußballkollegen, wir sind wie eine Familie und unterstützen uns gegenseitig auch bei privaten Angelegenheiten. Cordi interessiert sich nicht nur für deine Leistung beim Fußball oder für dein Potential, sondern auch dafür, wer du als Mensch bist, welche Eigenschaften dich ausmachen, was deine Stärken und Schwächen sind und auch dafür, was für Sorgen du hast. Sie sind nicht nur an guten Tagen für dich da, sondern unterstützen dich auch in schwierigen Zeiten, egal vor welcher Herausforderung du stehst. Als ich die Kosten für meine Anwältin nicht bezahlen konnte, habe ich Balthi von dem Problem erzählt und Concordia hat in kürzester Zeit einen Spendenaufruf für mich gestartet. Innerhalb von 2 Tagen haben wir mehr als das benötigte Geld gesammelt. Daran sieht man, dass nicht nur das Team untereinander zusammenhält, sondern auch die Fans und der Verein insgesamt große Unterstützung zeigen. Bei meinem Gerichtstermin in Cottbus [Anmerkung der Redaktion: Es ging um die mündliche Anhörung im Asylverfahren.] sind mein Trainer Josef und meine Freunde extra hingefahren, um mich zu unterstützen und für mich dazusein. Das finde ich richtig gut an Concordia, auch die legendäre Fahrt nach Göttingen hat den Teamgeist unserer Mannschaft gezeigt und wie stark wir zusammen sind - als Team, als Freunde, als Familie. Hier fühle ich mich sicher und zu Hause und meine Karriere strebe ich eher im beruflichen Bereich als Dachdecker an. Fußball bedeutet für mich Freundschaft und Spaß und ist nicht mehr Ziel meiner Karriere.
Du gehörst zu den Spielern, die aus unseren A-Junioren in den Erwachsenenbereich gewechselt sind und dort das erste Concordiateam nach der Vereinsneugründung gebildet haben. Ihr habt es da sicher nicht immer einfach gehabt. Was unterscheidet die A-Jugend vom Erwachsenenfußball?
Dembo Badjie: Ich bin sehr dankbar und froh, dass ich zu den Spielern gehöre, die das Erwachsenenteam gebildet haben. Damals stand ich vor der Entscheidung, entweder zu Babelsberg 03 zu wechseln oder bei Cordi zu bleiben. Ich habe an Cordi geglaubt und danke Roman dafür, dass er mir gezeigt hat, wo ich hingehöre und dass ich ein Teil von Cordi bin. Damals war ich noch sehr jung und naiv und dachte ich könnte vielleicht bei Nulldrei etwas Besseres finden. Jetzt weiß ich, wieso ich bei Concordia bleibe - weil ich mich hier wohlfühle, richtig unterstützt werde und stolz darauf bin, Teil dieses Teams zu sein.
Aber kommen wir zurück zur Frage, das erste Spiel im Erwachsenenbereich war eines der geilsten Spiele - mit 500 Zuschauern! Wir Spieler waren alle sehr nervös, weil eine neue Erfahrung vor uns stand. Ich erinnere mich noch gut daran, dass Roman zu uns in der Kabine sagte, wir sollen keine Angst vor den Gegnern haben, wir bleiben positiv und spielen Fußball, so wie wir es können. Natürlich war es nicht einfach für uns, aber wir haben uns richtig gut durchgekämpft und das hat uns als Team noch mehr zusammengeschweißt. In dem Spiel hat USV nach 11 Minuten ein Tor geschossen, aber wir haben uns davon nicht verunsichern lassen. Balthi und ich haben die Mannschaft nach 35 Minuten zurück ins Spiel gebracht, indem ich so schnell gerannt bin, wie ich nur konnte und eine Vorlage direkt in Balthis Laufweg gepasst habe und dann hat Balthi das geilste Tor ever reingehauen. Das bleibt mir für immer als bestes Tor in Erinnerung.
Was die A-Jugend vom Erwachsenenfußball unterscheidet, ist meiner Meinung nach, der Körperkontakt. Bei den Erwachsenen spielt jeder mit viel Körperkontakt und es wird keine Rücksicht genommen, ob Du groß oder klein bist. Außerdem werden viele lange Bälle gespielt, man darf ausgewechselte Spieler nicht mehr einwechseln und es wird viel mehr gepöbelt. In der A-Jugend ist es viel entspannter, erstmal darfst du so viel wechseln, wie du willst und dort läuft das Spiel weniger aggressiv und mit wenig Körperkontakt ab.
An welchen Sieg und welche Niederlage erinnerst Du Dich noch besonders?
Dembo Badjie: Die schlimmste Niederlage war für mich das erste Spiel gegen USV. An dem Tag haben wir unser erstes Erwachsenenspiel gespielt und wussten, dass unsere Gegner nicht besser als wir spielen. Obwohl wir wirklich gekämpft haben, haben wir 1:3 verloren. Man muss auch sagen, dass wir uns aufgrund unserer mangelnden Erfahrung bei den Erwachsenen erst einmal an die aggressive Spielweise und an den Körperkontakt gewöhnen mussten.
Das erste Spiel gegen Stücken in Stücken, in dem wir 2:6 verloren haben, war auch ganz schlimm für uns. Wir waren uns 100% sicher, dass wir besser als unsere Gegner spielen und deshalb haben wir auch nicht mit einer Niederlage gerechnet. Der Fußballplatz von Stücken ähnelt mehr einem Acker als einem Fußballplatz und wir haben mit manchen Toren einfach nicht gerechnet. Trotzdem waren viele Zuschauer dort und haben uns angefeuert. Aber das hat die Niederlage für uns noch schlimmer gemacht, weil wir unsere Fans nicht enttäuschen wollten. Aber so ist halt Fußball.
An den 5:1-Sieg in Michendorf gegen Michendorfs Dritte kann ich mich noch besonders gut erinnern, weil es der erste Sieg im Erwachsenenbereich war und gleichzeitig das letzte Spiel vor der langen Coronapause. Das war ein richtig legendäres Spiel, weil so viele Zuschauer da waren. Die Stimmung war richtig richtig geil. Alle waren wach, die Spieler, die Fans, die Trainer. Es war wie ein Champions-League-Finale für mich.
Das Spiel letzte Woche [Anmerkung der Redaktion: 4:1 gegen USV II] war ebenfalls einer der größten Siege für uns, weil wir es endlich geschafft haben, den USV zu besiegen und weil wir einfach schönen und guten Fußball gespielt haben. Wir haben das, was wir im Training gelernt haben, gut umgesetzt und gezeigt, was wir als Team draufhaben. Das schönste daran war, dass uns dieses schöne Spiel auf den Spitzenreiterplatz gebracht hat. Wir sind jetzt offiziell die Ersten in der Tabelle, da gehören wir auch hin!
Der Start in den Erwachsenenfußball war immer wieder durch längere Spiel- und Trainingspausen wegen der Corona-Pandemie getrübt. Wie hast Du diese Zeit erlebt?
Dembo Badjie: Die Corona Zeit war ganz schwierig für uns und besonders für mich, weil Fußball einfach Teil meines Lebens ist und ich mir nicht vorstellen konnte, so eine lange Zeit nicht zu trainieren. Ich fand es einfach unfair, dass der Staat auch den Amateur-Fußballbetrieb eingestellt hat und wir nicht die Chance bekommen haben, sichere Maßnahmen für unser Training zu schaffen und umzusetzen, mit denen wir vielleicht trotzdem einigermaßen sicher hätten trainieren können. Aber trotz der schwierigen Umstände haben die Trainer und ich auch ein Online-Training erstellt, welches mehrere Challenges beinhaltet hat. Es gab jede Woche eine Aufgabe und wer die beste Leistung gezeigt hat, bekam einen Preis von den Trainern. Ich habe auf Instagram meine Joggingrouten geteilt, Einblicke in meine Home Workouts gegeben und ich habe auch andere motiviert, gemeinsam mit mir zu trainieren. Ich bin dann mit meinen Freunden zu Outdoor Sportmöglichkeiten gejoggt und wir haben dort gemeinsam trainiert. Das kommt natürlich nicht dem Training bei Cordi gleich, aber wir mussten einfach das Beste aus der Situation machen und positiv bleiben.
Offenbar hast Du diese Zeit genutzt, um eine Karriere bei Instagram zu starten. Bisher hast Du schon mehr als 1.000 Follower gesammelt. Davon träumen manche Influencer. Was ist Dein Erfolgsgeheimnis?
Dembo Badjie: Hahaha, ihr seid mir ja welche. Naja, also Instagram ist eine gute Plattform für mich, um mit anderen zu kommunizieren und meinen Lifestyle zu teilen. Natürlich zeige ich auch nicht alles, aber wenn es um Sport geht, teile ich gerne meine Erfolge oder hole mir Motivation von meinen Kumpels. Vor jedem Spiel mache ich zum Beispiel ein Post und bitte um Unterstützung von unseren Freunden und Fans und teile Ihnen dort auch mit, wann und wo die Spiele stattfinden. Das ist wichtig, damit niemand die Spiele verpasst und auch damit neue Leute aus meinem Freundeskreis zu Cordi kommen. Mein Erfolgsgeheimnis verrate ich natürlich nicht, aber ich glaube, dass mein Humor und meine offene, fröhliche Art einen großen Teil dazu beitragen.
Was bedeutet Lixen Bi?
Dembo Badjie: Viele Leute haben mich gefragt, was Lixen Bi bedeutet. Manche denken sogar, dass ich bi bin. Das ist aber völliger Quatsch. Lixen ist mein Spitzname. So haben mich früher in Gambia meine Freunde genannt, weil es einen richtig guten Verteidiger bei uns in Gambia gab, der keinen Ball durchgelassen hat und ich damals so gespielt habe wie er. Man nannte mich Junior Lixen. Als ich mich dann damals auf Instagram angemeldet habe, wurden mir unterschiedliche Usernamen mit Lixen vorgeschlagen und lixen_bi gefiel mir einfach am besten.
Concordia ist in erster Linie immer noch ein Kinder- und Jugendfußballverein. In der neuen Saison sind mehrere Spieler des Jahrgangs 2003 aus den A-Junioren in Euer Team aufgerückt. Wie kommt Ihr miteinander klar?
Dembo Badjie: Ich finde es sehr gut, dass Concordia so viel Liebe in die Jugendmannschaften steckt. Ich hätte mir damals gewünscht, mit einem so tollen Verein wie Concordia aufzuwachsen und die Werte wie Freundschaft und Integration schon in frühem Kindheitsalter zu lernen. Die neuen Spieler, die aus der A-Jugend zu uns hochgekommen sind, spielen schon echt gut. Wir kommen super miteinander klar. Aber sie können von uns noch etwas Selbstvertrauen und Sicherheit lernen, da es bei den Erwachsenen ganz neue Herausforderungen gibt. Ich finde es richtig gut, dass wir unsere eigenen guten Spieler ausbilden und so immer neue Talente in unser Team aufrücken. Die Neuen haben schon in den ersten Trainingsstunden gezeigt, dass sie richtig Bock haben, ein wichtiger Bestandteil unseres Teams zu werden. Ich finde es richtig gut, dass wir jetzt einen neuen jungen Torwart haben, der sich echt gut durchkämpft. Natürlich braucht er auch noch etwas Sicherheit, aber das kommt noch. Bei jedem Spiel sieht man die Verbesserung der jungen Spieler und das freut uns sehr. Wir können noch viel voneinander lernen und sie sind eine wichtige Ergänzung zu unserem bisherigen Team.
Was machst Du, wenn Du nicht auf dem Fußballplatz stehst?
Dembo Badjie: Na, die Dächer von Potsdam decken. Also ich gehe arbeiten, mache meinen Schulkram und verbringe viel Zeit mit meiner Freundin und meinen Freunden. Dieses Jahr bin ich endlich mal mit meiner Freundin in den Urlaub gefahren. Dort habe ich mich ein bisschen auf die Saison vorbereitet. Das Gute ist, dass meine Freundin mir immer zeigt, wie ich richtig trainieren muss, damit ich mich nicht verletze.
Welche Pläne hast Du für die nächsten Jahre persönlich und beruflich? Wo willst Du leben? Was brauchst Du, um glücklich zu sein?
Dembo Badjie: Also für die Zukunft wünsche ich mir, meine Ausbildung erfolgreich zu beenden und als Dachdecker zu arbeiten. Davor möchte ich natürlich in Deutschland bleiben. Im Dezember bekomme ich endlich meinen Aufenthaltstitel. Und wir sind gerade auf Wohnungssuche. Leider ist das als Flüchtling nicht immer so einfach, da die Vermieter eine sichere Bleibeperspektive fordern, die ich so in der Form noch nicht vorlegen kann. Deshalb bitte ich Euch, falls jemand Verbindungen hat, sich bei mir zu melden.
Natürlich wünsche ich mir auch, ein stabiles Leben in Potsdam aufzubauen, eine Familie zu gründen und mir ein eigenes Haus zu bauen. Ich brauche eigentlich nicht so viel, um glücklich zu sein. Das Wichtigste ist für mich Freude, Liebe, Menschen die mich respektieren und mich ernst nehmen und meine Familie.
Auf Deinem Instagram-Account schrieb jemand unter eines Deiner Fotos: „Strahlt eigentlich die Sonne oder Du?“. Du hast geantwortet: „Beide“. Warum hast Du eigentlich ständig gute Laune?
Dembo Badjie: lacht Das war Leo, der das gefragt hat. Ich weiß es nicht genau, aber ich glaube, so bin ich einfach. Ich liebe es, zu lachen oder andere zum Lachen zu bringen und wenn ich lache, werde ich glücklich. Ich bin immer für alles dankbar, was ich habe und ich trage viel Liebe in meinem Herzen. Deshalb sage ich auch, dass ich nicht viel brauche, um glücklich zu sein. Ich mache mich selbst glücklich, indem ich mich daran erinnere, was ich alles Tolles habe und wie dankbar ich dafür bin. Ich glaube Dankbarkeit ist der Schlüssel zum Glück.
Wir danken ganz herzlich für das Interview und wünschen Dir, dass Du uns noch lange so erhalten bleibst, wie wir Dich kennen und lieben.
Robert Weber ist seit 2009 als Jugendtrainer bei Concordia tätig. Oft erwischte er schwierige Jahrgänge, die er aber stets mit Geduld, klarer Linie und trockenem Humor zu fußballverrückten Teams formte. Wenn es irgendwo im Verein hakt, ist er einer der ersten, die mit anpacken - ob als Vorstandsmitglied, als Organisator der Ferienspiele oder beim Brötchenschmieren an unseren Heimspieltagen. Wir freuen uns, dass Robert, der nicht viel Gewese um seine Verdienste für Concordia macht, ein paar Interviewfragen für uns beantwortet hat.
Hallo Robert, Du bist einer der Mitgründer unseres Vereins. Was hat Dich an dem Experiment Concordia gereizt?
Robert Weber: Ehrlich gesagt ist das inzwischen so lange her, dass ich gar nicht mehr hundertprozentig sagen kann, wie meine Neugier für das Projekt Concordia Nowawes geweckt wurde. Es war zumindest ein Haufen von Menschen (nett gemeint), welche ich bereits aus dem Umfeld der Orga-Crew des antirassistischen Stadionfestes kannte. Interessant fand ich die regelmäßigen Treffen, bei denen der eigene Anspruch und die Bedürfnisse sehr intensiv und konstruktiv diskutiert wurden. In diesen Wochen wurde eine gemeinsame Präambel erarbeitet.
Welche Deiner Wünsche haben sich bis heute erfüllt und welche sind noch offengeblieben?
Robert Weber: Ein Wunsch, welcher erfüllt wurde, ist auf jeden Fall, dass wir aus unseren Spielern der älteren Jahrgänge zum Teil neue Übungsleiter für die steigende Anzahl der Nachwuchsteams im Verein generieren konnten. Aber ich denke da ist definitiv noch mehr Potential, welches besser abgerufen werden sollte. Ansonsten bin ich mit meinen Wünschen eher bescheiden.
Du hast 2009 das erste Jugendteam nach der Vereinsneugründung in den Spielbetrieb geführt. Bitte liefere doch mal einen kurzen Zeitzeugenbericht, wie alles begann.
Robert Weber: Das eigentliche Thema war ja, dass die Sportstadt Potsdam es nicht geschafft hat, uns Trainingszeiten für die Kids anzubieten. Da wir zu diesem Zeitpunkt noch kein Team im offiziellen Spielbetrieb hatten, war klar, dass wir nur Druck aufbauen können und ernst genommen werden würden, wenn wir das ändern. Gesagt, getan. Ein gewisser Herr Boede fragte mich, ob ich dabei bin. Ja, na gut. Bin dabei. ( ist evtl. nicht der O–Ton ). Also meldeten wir zur Spielzeit 2009/2010 ein F-Junioren-Team für den Spielbetrieb an. Es fehlten uns zu diesem Zeitpunkt (Mai 2009) aber noch Spieler für dieses Team. Mit ein paar Flyern an Bushaltestellen und etwas Mundpropaganda ging es dann aber doch recht schnell. Woche für Woche fanden sich mehr Kids auf dem damals zum Teil als Parkplatz genutzten Hartplatz des Karli zum Training ein. Mit dabei war u.a. auch ein kleiner Junge, welcher ein blau-weißes Marko-Pantelic-Trikot trug. Inzwischen trägt der Bengel vernünftige Trikots und hört auf den Spitznamen Balthi (keine Klarnamen). Ein Trikotsatz für die 1. Saison wurde uns von einem liebenswürdigen Papa auch noch spendiert. Die Sache nahm also Fahrt auf.
Erinnerst Du Dich noch an das erste Spiel?
Robert Weber: Ich erinnere mich zumindest daran, dass wir beim RSV Eintracht auf dem Rasenplatz in den Kiebitzbergen gespielt haben. Das Ergebnis war relativ unwichtig (ich glaube, wir haben 0:2 verloren). Schöner waren die kleinen Szenen auf dem Platz, als z.B. ein RSV Spieler an einem während des Spiels Blumen pflückenden Jungen unseres Teams einfach vorbei laufen konnte. Oder wie unser Torwart versuchte, sich seine Schuhe mit Torwarthandschuhen an den Händen zuzubinden. Ich weiß gar nicht, ob wir überhaupt eine Art Torschuss hatten. Übrigens, der Blumen pflückende Spieler knipst inzwischen regelmäßig für die Erwachsenen im Spielbetrieb und auch der Torwart ist dort irgendwie angekommen.
Was unterscheidet Concordia in den Anfangsjahren von unserem heutigen Verein?
Robert Weber: In den Anfangsjahren war natürlich der größte Unterschied, dass wir nur einmal anstatt - wie jetzt üblich - zweimal pro Woche trainiert haben. Ein Unterschied ist definitiv auch, dass wir damals noch mehr als heute mit den Trainingszeiten und Platzkapazitäten improvisieren mussten. Wir waren zum Teil auf dem Karli-Hartplatz, auf der alten Anlage in der Kurfürstenstraße (Hartplatz oder Tartan), beim BBW des Oberlinhauses in der Steinstraße, auf der Sandscholle und später auf dem von Bäcker Frank Fahland eigens für Concordia gebauten Sportplatz an der Wetzlarer Straße ... Mit der Sandscholle haben wir inzwischen eine Art Heimstätte gefunden und vertragen uns aus meiner Sicht auch gut mit dem kleineren Kiezverein.
Obwohl Du beruflich stark eingespannt bist, hast Du immer wieder schwierige Teams übernommen. Reizen Dich solche Herausforderungen besonders oder hat sich das eher so ergeben?
Robert Weber: Es ist wohl eher zweiteres. Beim ersten Mal war es zum Beispiel so, dass wir die Jahrgänge 2005 und 2006 erst nach den F-Junioren getrennt haben und wir nur mit 7 oder 8 spielberechtigten Spielern in die E-Jugend gegangen sind. Da hieß es natürlich viel zu improvisieren und zu probieren, um die Quantität im Team zu erhöhen. Das war zum Teil sehr zeit- und kraftaufwendig. Mehr Spieler:innen zu haben, hieß leider nicht gleichzeitig, regelmäßig genug Kids am Wochenende für die Spiele zu haben. Bei Concordia verreist man gerne, spielt noch mindestens ein Instrument oder bereitet sich intensiv auf die Konfirmation oder Jugendweihe vor.
Aktuell gehörst Du zum Trainerstab des Jahrgangs 2008. Das Team hatte in der letzten Saison ein schweres erstes Jahr auf dem Großfeld. In der neuen Saison konntet Ihr bisher drei Siege in den ersten drei Spielen verbuchen. Hast Du damit gerechnet und wo liegen die Gründe dafür?
Robert Weber: Aktuell ist es glücklicherweise so, dass der Jahrgang 2008 mit Merten einen neuen, jungen und motivierten Trainer dazu gewinnen konnte. Das passt im Paket mit Germar sehr gut, so dass ich mich seit dieser Saison in die 2. Reihe zurückziehen konnte und nur eine Betreuerrolle einnehme oder an den Wochenenden einspringe, falls es doch mal bei den anderen beiden zeitlich nicht passt. Dass die Jungs motiviert sind und sich stetig verbessern wollen, hat man schon trotz der schweren letzten Saison an der wirklich guten Trainingsbeteiligung sehen können. Die letzten Spiele in der Saison 2021/2022 wurden auch nur knapp verloren. Der positive Trend war also schon klar zu erkennen. Der Start in die neue Saison lief natürlich sehr gut, aber fairerweise muss man auch sagen, dass wir bisher überwiegend jüngere Jahrgänge als Spielgegner hatten. Die richtigen Wahrsager kommen jetzt mit Nauen, Schönwalde und Ketzin/Falkenrehde. Wenn das Team weiterhin abruft, was es bisher gezeigt hat, dann ist in dieser Saison viel möglich.
Was machst Du eigentlich persönlich, wenn Du nicht auf dem Fußballplatz stehst?
Robert Weber: Da ich im Arbeitsalltag meistens sehr lange im Büro bin, probiere ich in meiner Freizeit, viel Zeit draußen zu verbringen. Ich bin viel mit dem Rad unterwegs oder erkunde die Region auch gerne mal zu Fuß. Natürlich interessiere ich mich auch für den regionalen Fußball und schaue mir deshalb gern Spiele in unseren Gefilden an. Eine Zeit lang bin ich viel mehr durch Europa gereist, um andere Länder, Städte und auch Fußballstadien zu besuchen. Das ist aber in den letzten Jahren (auch schon vor Covid 19) weit zurückgegangen. Wir wohnen ja hier in einer wunderschönen Region, in der es sich gut aushalten lässt.
Was hast Du Dir für die nächsten Jahre vorgenommen?
Robert Weber: Das ist eine interessante Frage. Definitiv habe ich mir vorgenommen, mal eine komplette Auszeit vom Ehrenamt zu nehmen. Ich mache das sehr gerne, aber man merkt nach so vielen Jahren doch, dass eine Pause mal ganz gut wäre. Vorgenommen habe ich mir auch, weniger zu arbeiten (Work Life Balance) - aber das ist leichter gesagt als getan.
Vielen Dank für das Interview und natürlich für alles, was Du für Concordia geleistet hast.